Isses nicht wunderbar, wenn man weiß, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, keinen Osterhasen und wo es die billigsten Geburtstagsgeschenke gibt? Gar keine Frage, der moderne Mensch ist verdammt gut informiert. Alles ist nur noch einen Mausklick oder ein Gegoogle weit weg.
Gilt natürlich auch für die Schwangerschaft. Regeluntersuchungen, 3-D-Ultraschall, Websites, Foren, Blogs (wie dieses hier) etc. haben die Schwangerschaft zu einer Art Glasfenster gemacht. Man geht heute nicht mehr nur mit den nötigsten Utensilien zur Niederkunft in die Klinik, sondern ist bewaffnet mit einer Digikam und vielleicht noch mit Mikrofon und Scheinwerfer. Kein Augenblick dieses Augenblicks darf verloren gehen, alles muss dokumentiert, verfacebooked und auf DVD gebrannt werden, so dass wenigstens noch die Urenkel gucken können, wie die Uroma den Opa auf die Welt gebracht hat.
Dieser Tage fand ich einen hinreißend schönen Geburtsbericht – versehen mit einer Unzahl von Fotos, bei denen ich mir nicht sicher war, ob die jetzt aus der gebärenden Schwangeren eine kalbende Kuh gemacht haben. Foto für Foto sieht man, wie das kleine Köpfchen erst nur mit schwarzer Haartracht am Ausgang erscheint, dann mit ein bisschen mehr Haartracht, dann mit noch ein bisschen mehr und schließlich das halbe Köpfchen, dann noch ein bissel mehr und noch ein bissel mehr. Den Rest des Eintrags lesen. »


Ist es nicht toll, Post von Freunden zu bekommen? Einen Brief vielleicht, oder eine Postkarte? Und stellen Sie sich für einen Moment vor, Sie bekommen einen Brief mit lieben Zeilen, dem ein paar Fotos beigelegt sind … 




Julia Schulze
Malen befreit
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Spielraum – Lebensraum