Hebamme

Schwangere im Klinikbett und Blick aufs CT (Bildquelle: Fotolia.de)

Ist schon lange her als es an unserer Tür klingelte und drei nette alte Damen mich fragten, ob ich an einem Gespräch über Gott interessiert wäre. Ich antwortete mit ja – was die Damen sichtlich erschreckte. Ich glaube, sie hatten mit etwas anderem gerechnet. Wie auch immer, sie nahmen meine Telefonnummer auf und ein paar Tage später rief jemand an, um einen Termin mit mir auszumachen.

Ein junger Mann samt seiner Frau, beide Zeugen Jehovas, kamen mich schließlich besuchen. Wir setzten uns ins Wohnzimmer, ich stellte Kaffee auf den Tisch, schaute die beiden an und sagte: „Jetzt zu den Spielregeln.”

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Neugeborenes mit zwinkerndem Auge (Bildquelle: Fotolia.de)

Ich hab mich jetzt mal zwei Tage lang mit dem Thema anonyme Geburt und Babyklappe auseinandergesetzt. Das ist, rechtlich betrachtet, sehr komplex.

Juristen können in ihrem Bemühen um Klarheit und Genauigkeit sehr genau sein – oder wären Sie auf die Idee gekommen, zu definieren, wer die Mutter eines Kindes ist? Aber genau das ist definiert:

»Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat.«

§ 1591 BGB

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Hebamme, die die Herztöne des Babys abhört (Bildquelle: Fotolia.de)

Auch wenn es langsame Schritte sind, so gibt es doch eine sichtbare Entwicklung hin zu hebammengeleiteten Kreißsäälen. Es meint, dass die Hebamme im Kreißsaal das Sagen hat und der/die jeweilige Gynäkologe/in erst dann auf den Plan tritt, wenn ernste Probleme das erfordern.

Nicola Bauer von der Hochschule für Gesundheit in Bochum untersuchte für ihre Promotion das in Deutschland neue Versorgungskonzept des Hebammenkreißsaales und kommt zu dem Schluss:

Die Betreuung Gebärender durch Hebammen statt durch Ärzte wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, in der das Konzept des Hebammenkreißsaales mit dem ärztlich geleiteten Kreißsaalmodell verglichen wurde.

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Bildschirmfoto einer Facebook-Umfrage

„Die Werkzeuge des Geistes werden zur Last, wenn die Umwelt, die sie notwendig machte, nicht mehr existiert.”

Henri Bergson

Als ich noch ein kleiner Junge war, hatten wir zunächst noch kein Fernsehgerät, und als wir schließlich eines hatten, gab es nur am Samstagnachmittag ein Kinderprogramm. Heute finden Sie Kinderprogramme und Zeichentrickfilme rund um die Uhr auf unzähligen Kanälen.

Noch in den sechziger Jahren des letzten Jahrunderts, also vor noch gar nicht sooo langer Zeit, konnte der Ehemann die Arbeit seiner Frau einfach kündigen. Die Frau war zwar schon gleichberechtigt, aber das Bürgerliche Gesetzbuch ließ das noch zu. Mädchen machten da zwar auch Abitur, aber zum einen bei weitem nicht so viele, wie heute, zum anderen wurde das sich anschließende Studium nicht zum Sprungbrett für eine berufliche Karriere. Eher heiratete frau standesgemäß und genügte dadurch wenigstens einer anspruchsvolleren Konversation.

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Schwangere, die sich mit dem Stethoskop selbst abhört (Bildquelle: Fotlia.de)

In großen Firmen gibt es spezielle Planungsabteilungen, die manchmal bis zu einem dreiviertel Jahr lang damit beschäftigt sind, die geplanten Unternehmensdaten und -ziele zusammenzustellen und aufeinander abzustimmen. Dann kommt eine kleine Pause und es geht von vorne los. Allerdings ist das auch nicht so ganz ohne, denn es gibt sehr viele Daten, die aus- und aufgearbeitet, und dann miteinander verflochten werden müssen.

Aber schau’n Sie: Hier geht es nur um Geld! Um nichts sonst! Wird genügend Geld da sein, um die Löhne zu bezahlen und die Kredite zu bedienen? Wann kann Projekt XYZ starten, so dass wir einen guten Teil selbst finanzieren können etc. pp. Bei Ihnen geht es nicht um Geld. Zumindest nicht um sehr viel. Bei Ihnen geht es um mindestens zwei Menschenleben! Continue reading →

Es ist immer gut, Ihre Hebamme umfassend über Eingriffe, die es bei Ihnen gegeben hat, zu informieren.

Es ist immer gut, Ihre Hebamme umfassend über Eingriffe, die es bei Ihnen gegeben hat, zu informieren.

Was bei jüngeren Frauen häufiger vorkommt, ist die zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) – auf Deutsch: Zellansammlungen bzw. -veränderungen auf dem Gebärmutterhals, die zu einem Karzinom, also Gebärmutterhals-Krebs führen können (präkanzerose Dysplasie). Man entfernt diese Zellansammlungen und gut ist. Es gibt verschiedene Methoden, wie diese Zellansammlung entfernt werden können, eine davon ist die bioptische Schlingenexzision, bei der eine stromdurchflossene Drahtschlinge um den betroffenen Gewebsteil gelegt wird. Die Erfahrungen mit dieser Methode, die im englischen LEEP heißt, sind recht gut und verlaufen in aller Regel erfolgreich.

Warum erzähle ich Ihnen das? Na ja, weil ich grade über einen Artikel eines US-Blogs („Cervical scar tissue“) gestolpert bin, der auf eine mögliche Folge eines solchen Eingriffs hinweist. Nach einem solchen Eingriff bildet sich gerne eine Art Narbengewebe, dass durch seine Spannung die Erweiterung des Muttermundes bei der Geburtsentwicklung beeinträchtigen, wenn nicht sogar deutlich verzögern, ja sogar unterbinden kann. Das ist nichts, was sich nicht lösen lässt – aber es wird hilfreich sein, wenn Sie vor der Geburt die Hebamme über einen solchen Eingriff informieren.

Natürlich werden Sie vor der Aufnahme in die Klinik entsprechend abgefragt und wahrscheinlich würden Sie diesen Eingriff erwähnen – aber manchmal vergisst man das eine oder andere in der Aufregung. Es ist sicher gut, sich klar darüber zu sein, dass dieser Eingriff – so Sie einen hatten – zu einem (lösbaren) Problem bei der Geburt führen kann und Sie daher von sich aus Ihren Frauenarzt und/oder die Hebamme entsprechend informieren. Kein Grund zur Sorge – nur vielleicht zur Vorsorge … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

Wen Sie bei der Geburt dabei haben wollen, bestimmt nicht unwesentlich die Atmosphäre dabei.

Wen Sie bei der Geburt dabei haben wollen, bestimmt nicht unwesentlich die Atmosphäre dabei.

Eine gemeinsame Bekannte wollte nicht stationär entbinden, sondern nur ambulant. „Keine große Affaire,“ sagte sie, „ist ja schließlich nicht das erste mal …“

So machte sie es dann auch. Die Wehen kamen, Sie ging zur Klinik, bekam ihr Kind und ging ein paar Stunden später wieder nach Hause. Währenddessen betreute ihr Männe den Junior, der da knapp zwei Jahre alt war.

Sie hatte also alleine entbunden. Als sie wieder zu Hause war, räumte sie ein, doch das eine oder andere vergessen zu haben – sie wäre im Nachhinein lieber nicht alleine in den Kreißsaal gegangen …

Diese Fragen stellen sich immer: „Geh‘ ich alleine? Und wenn nicht, wen nehme ich mit?“ Vor ein paar Tagen habe ich diese Frage „Wen nehmt ihr mit in den Kreißsaal,“ auf der Facebook-Page gestellt und wirklich interessante Antworten bekommen:

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Gestern abend lief im Programm des SWR-2 ein Beitrag in der Reihe Kontext: Notfall Hebamme. Er bezieht sich auf die augenblicklich Situation vor allem der freien Hebammen, von denen sich viele gezwungen sehen, nach einer drastischen Anhebung der Prämien für die Haftpflichtversicherungen ihre Existenz aufzugeben.

Mich hat der Beitrag enttäuscht – vor allem, weil er für mein Gefühl nichts anderes tut, als mit in das Klagelied der Hebammen einzustimmen, die im Grunde für nichts anderes als eine bessere Entlohnung streiten. Aber aus meiner Sicht ist ein „weiter so“ nur mit mehr Geld wenig sinnvoll.

Hier meine Hörermail an den Sender:

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Amira's Bauchtanz und Yoga in der Schwangerschaft, Amazon, € 13,99

Amira's Bauchtanz und Yoga in der Schwangerschaft, Amazon, € 13,99

… gibt es leider nur in Englisch, um gleich das Schlechte an dieser DVD vorweg zu nehmen – und es ist so ziemlich das einzige Doofe an dieser DVD. Oder anders herum formuliert: Die DVD ist großartig und wenn Sie einigermaßen brauchbares Englisch drauf haben, ist diese DVD ein Bringer!

Ich hab mir schon einige Yoga und Schwangerschafts-DVDs angeschaut und war jedesmal froh, wenn ich die ersten zehn Minuten ohne einzuschlafen überstanden habe. Aber Amiras Idee, Bauchtanzen und Yoga miteinander zu verbinden, ist zum einen einfach sehr klug und zum anderen das Gegenteil von Langweilig – ja mehr noch: Es erscheint einem, als gehörte es zusammen!

„Dance Joyfully and enjoy every minute of it …”

„Tanzen Sie mit Freude und genießen Sie jede Minute davon …” ist Amiras Motto und dieses Genießen zeigt sich an jeder Stelle des Films. Die Bewegungen in Sachen Yoga sind grandios und sehen derart grazil und leicht aus, dass sie dazu verführen, sie nachzumachen und was besseres könnte einem passieren?

Ich will in der nächsten Woche über die verschiedenen Teile dieser DVD berichten, deshalb kann ich mich hier und heute kurz fassen: Die Kombination von Bauchtanzen und Yoga in Richtung Geburt ist sehr schlüssig und sehr gut vorgetragen. Gefällt mir außerordentlich gut!

Wenn Sie eine Hebamme haben, die uneitel genug ist, sich auf das zu beschränken, was sie wirklich gut kann, und die Sie in den Übungen, die auf der DVD sind, unterstützt, dann haben Sie etwas Großartiges gefunden, sich sehr sehr gut auf die Geburt vorzubereiten.

Ich schau mich mal um, ob wir eine Lösung finden können, dieser DVD eine deutsche Tonspur zu spendieren, so dass sie für viele Schwangere zugänglich wird.

Schönes Wochenende und …

genießen Sie die Zeit … 🙂

Hebammen sind Frauen, Entbindungspfleger sind Männer - beiden üben dennoch den gleichen Beruf aus.

Hebammen sind Frauen, Entbindungspfleger sind Männer - beiden üben dennoch den gleichen Beruf aus.

Hebammen sind immer Frauen. Immer? Ja, immer, denn Männer können keine Hebammen sein – höchstens Entbindungspfleger 😉 Das ist zwar der gleiche Beruf, aber eine andere Bezeichnung, weil „Hebamme“ per se feminin ist.

In Anlehnung an einen Artikel von Zeit Online, Männliche Hebammen, hatten wir neulich auf der Facebook-Page eine kleine Diskussion – ob frau sich das vorstellen kann, nicht von einer Frau, sprich Hebamme, sondern von einem Mann, sprich Entbindungspfleger, betreuen zu lassen. Wie steht’s da mit Ihnen? Wäre Ihnen das unangenehm, wenn ein Mann zu Ihnen nach Hause käme, um bei Ihnen im Bauch nach dem Rechten zu sehen? Und da hamwa jetzt noch gar nicht darüber gesprochen, wie das für die Herren der Schöpfung wäre, wenn eben keine Hebamme sondern ein echter Kerl zu Hause auftauchte – natürlich immer dann, wenn er auf Arbeit ist.

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