Archiv der Kategorie Geburt

Teil 2: Geburt und Selbstvertrauen

"Creating Your Birth Plan", englisch, Amazon ab ca € 3,95 zzgl. Versand

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In meinem vorangegangenen Artikel hatte ich die folgende Übersetzung schon angekündigt, die Wagners Kapitel “Den angemessenen Einsatz von Medikamenten und Kräutern sicherstellen” eröffnet.

Für mein Gefühl zeigt dieser Bericht einer sechsfachen Mutter sehr anschaulich, was es bedeutet, Selbstvertrauen zu haben und aus diesem Selbstvertrauen heraus Entscheidungen treffen zu können – und deshalb habe ich mich dafür entschieden, diesen Bericht, auch wenn er etwas länger ist als meine üblichen Artikel, hier abzubilden.

Nun fußt das Selbstvertrauen dieser Frau auf ihrer Ausbildung als Geburtsbegleiterin, aber soweit muss man gar nicht gehen. Eine vernünftige Geburtsvorbereitung ist schon mal eine ganz ordentliche Grundlage. Vielleicht gibt es auch andere Voraussetzungen, vielleicht muss es gar keine konkrete Geburtsvorbereitung sein. Es ist nur so, dass sich die Klagen der Hebammen in den Kliniken häufen, die Gebärenden seien völlig unvorbereitet, verkrampft und in so manchem völlig hilflos …

Hier also ein Auszug aus Dr. Marsden Wagners Buch “Creating your Birth Plan“: Den Rest des Eintrags lesen. »

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Geburt und Selbstvertrauen

Über wieviel Selbstvertrauen verfügen Sie in Sachen Geburt?

Über wieviel Selbstvertrauen verfügen Sie in Sachen Geburt?

Der Körper einer Frau wird während der 9-monatigen Schwangerschaft hormonell auf etwas vorbereitet, was ihm an jedem anderen gewöhnlichen Tag unmöglich wäre. Und doch entscheiden sich in dem Klima, das eine Geburt umgibt, viele Frauen dafür, Chemie zuzuführen, um entweder die Wehen in Gang zu setzen [...] oder zu beschleunigen. (Dr. Marsden Wagner, “Creating Your Birth Plan”)

Im Buch geht dieser Aussage ein kurzer Bericht voraus, den eine Mutter von sechs Kindern vorlegt, die bei einer Ihrer Geburten um Pitocin und eine Epiduralanästhesie gebeten hatte und erzählt, wie es dazu kam und wie sie sich dabei fühlte (im nächsten Beitrag werde ich Ihnen das übersetzen).

Der Punkt, um den sich das alles dreht, ist die Frage, wieviel Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein eine Frau hat, wenn Sie aus der Schwangerschaft in die Geburt geht: Ist sie willens und in der Lage, Verantwortung für sich und ihr Baby zu übernehmen und Entscheidungen auf Grundlage von Kenntnis und Vorbereitung zu treffen.

Ich habe eine Frau kennengelernt und gesprochen, die drei Kinder zur Welt gebracht und großgezogen hat

“Ich habe alle meine Kinder zu Hause auf meiner Couch bekommen. Das war für mich gar keine Frage,” sagte sie mir. “Ich suchte mir eine Hebamme, mir der ich ein wirklich gutes Verständnis und eine fantastische Beziehung aufbaute und ging mir ihr zusammen meinen Weg. Wir sind bis zum heutigen Tage eng befreundet – seit fast dreißig Jahren.”

Es geht nicht darum, ob das Kind zu Hause, im Geburtshaus oder in der Klinik zur Welt kommt. Es geht nicht darum, ob das eine besser als das andere ist, oder sicherer. Das mag eine Rolle spielen, aber keine entscheidende. Es geht darum, ob Sie für sich selbst entscheiden können und wollen.

Beim Gebären geht es nicht darum, ob jemand Abitur gemacht oder ein Studium absolviert hat. Es geht darum, wieviel Wissen eine Frau wirklich über das Gebären hat und nicht darum, vor welchen Legenden sie sich fürchtet und es geht vor allem darum, ob sie sich selbst vertraut. Ihren Sinnen und Ihrem Körper. Es geht darum, ob dieses Vertrauen so groß ist, dass sie wirklich Entscheidungen treffen kann. Für sich, für ihr Baby, für die Geburtsumstände und den Geburtsverlauf.

Das ist es, was eine Geburt bestimmt: Sind Sie in der Lage, anzunehmen was kommt und sich selbst zu vertrauen – auch dann, wenn es anders kommt, als Sie sich vielleicht gewünscht haben …

Genießen Sie die Zeit … :-)

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Die schlimmste aller Stellungen

In speziellen Geburtspools sind Wassergeburten auch zu Hause kein Problem.

Der Kopf des Kindes belastet deinen Damm

Du spürst den Drang, zu pressen

Welche Position kannst du jetzt einnehmen?

Nicht um zu pressen, sondern um das Kind einfach in die Welt kommen zu lassen

Die schlimmste aller Stellungen ist sicherlich die, wo du flach auf dem Rücken liegst

Die Füße hängen im Leeren

(F. Leboyer in “Weg des Lichts -Yoga für Schwangere“))

Genießen Sie die Zeit … :-)

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Problematisches erstes Trimester …

Fehlgeburten passieren. Kein Grund für Selbstvorwürfe oder Selbstzweifel!

Immer wieder passiert es, dass Frauen einen Schwangerschaftstest machen, der positiv ausfällt. Wenn Sie dann aber vom Frauenarzt kommen, hat der wiederum festgestellt, dass sie nicht schwanger sind. Oder sie gehen gar nicht erst zum Arzt, weil nach dem positiven Test die Regelblutung doch gekommen war und sie “also doch nicht schwanger” sind. Der Test hat sich halt geirrt.

Hat er nicht :-) Die Tests sind heute schon recht zuverlässig. Nein, viel wahrscheinlicher kam es zu einem Frühabort, also einer Fehlgeburt im ersten Schwangerschaftstrimester – der übrigens gar nicht so selten ist. Es ist keineswegs so, dass es zu einem Kind kommen muss, nur weil Samen eine Eizelle befruchtet hat. Es kann sein, dass die Zellteilung einfach nicht richtig in Gang kommt. Es kann sein, dass ein Problem beim Einnisten besteht und sich der befruchtete Zellverband nicht wirklich festsetzen kann. Es kann sein, das gar keine “richtige Ursache” vorhanden ist sondern es einfach zu keiner richtigen und vollständigen Schwangerschaft kommt. Es muss also noch nicht mal Gründe haben. Es ist einfach so, dass die ersten drei Schwangerschaftsmonate tatsächlich für das entstehende Leben die problematischsten sind. Haben Sie die ersten drei Monate überstanden, haben Sie die größten Probleme eigentlich hinter sich … Zeit zum Feiern! :-)

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Natural Alignment Plateau

Es ist absolut glaubhaft, dass der Fötus während der Geburt beim Mutterkörper nach einer Pause ruft!

Es ist absolut glaubhaft, dass der Fötus während der Geburt beim Mutterkörper nach einer Pause ruft!

Natural Alignment Plateau (N.A.P.) – auf Deutsch etwa: Natürliche Anpassungsperiode – wussten Sie was das ist? Ich habe davon heute zum ersten mal gelesen und muss sagen, es ergibt für mich eine Menge Sinn!

Während vieler Geburten geschieht es, dass sich die Wehen zwar fortsetzen, der Muttermund sich aber nicht weiter öffnet. Das kann so für eine halbe Stunde bleiben oder aber auch sich über mehrere Stunden hinziehen. Dieses Stadium nennen die Autoren des o.g. Links N.A.P. oder “Natürliche Anpassungsperiode“. Es ist dieses Stadium, wenn von Seiten der Ärzte gerne die Gabe von Pitocin vorgeschlagen wird, um das Geschehen voranzutreiben und die Geburtsentwicklung nicht zum Stillstand kommen zu lassen. Dieser Entscheidung liegt eine Vorstellung zu Grunde, wie sehr sich bei der Geburt innerhalb welcher Zeit durchschnittlich der Muttermund öffnen sollte. Geschieht dies nicht, wie schon gesagt, halten Ärzte das für ein Signal, nachhelfen zu müssen, um Schaden vom Ungeborenen abzuwenden.

Als Gründe für N.A.P nennen die Autoren des Artikels zum einen das Bedürfnis des Körpers der Gebärenden, sich anzupassen und an Hormonen das ggf. nachzuholen, was noch ausgeschüttet werden muss, so dass alles wieder fein abgestimmt ist. Der Körper verfügt über eine eigene Intelligenz, diese Abstimmung vorzunehmen. Wie es scheint, hat jedes Hormon, das während des Geburtsprozesses ausgeschüttet wird, eine ganz spezielle Aufgabe – und der insgesamt entstehende Hormoncocktail hat wiederum eine besondere Aufgabe. Da nun aber keine zwei Körper identisch sind, ist es auch abwegig, zu glauben, alle diese Vorgänge müssten in genau der gleichen Zeit und in der genau gleichen Reihenfolge ablaufen, wie bei allen anderen Gebärenden.

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Nur mal so nachgedacht

Romarad, ein spezieller, in einem Rad eingehängter Hocker, der die Position der Gebärenden ziemlich frei einrichten lässt.

Romarad, ein spezieller, in einem Rad eingehängter Hocker, der die Position der Gebärenden ziemlich frei einrichten lässt.

Neun (oder mehr) von zehn Entbindungen finden in einer Klinik statt – ich glaube nicht, dass sich das jemals wieder umkehren lässt. Für die allermeisten Frauen gibt es zwei wesentliche Gründe, ihr Kind in einer Entbindungsstation zu bekommen: Sicherheit (= Medizin(er) in der Nähe) und Komfort (wer hat schon wirklich ein bisschen Ruhe, sein Kind zu Hause zu bekommen, wenn es oben drüber, unten drunter, rechts und links Nachbarn hat?). So fährt man halt zur Klinik, erledigt die Formalitäten, kommt in den Kreißsaal, kriegt sein Kind, wird/ist versorgt und geht wieder nach Hause – samt Kind. Was spricht dagegen? Nix!

Ich hab mir trotzdem überlegt, ob das nicht auch anders ginge.

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Die richtige Hebamme?

Bei Amazon.de, € 13,99

Bei Amazon.de, € 13,99

Von/über Dr. Marsden Wagner hab ich an dieser Stelle schon verschiedentlich berichtet. Im Augenblick beschäftige ich mich gerade mit seinem Buch: Creating Your Birth Plan – The Definitive Guide to a Safe and Empowering Birth.

Nun ist dieses Buch nicht wirklich 1:1 auf deutsche Verhältnisse übertragbar – in Deutschland sind Krankenhäuser zum Teil gänzlich anders aufgestellt – sehr viel weniger kommerziell in Bezug auf direkte Einnahmen bei den Patienten. Ein weiterer riesengroßer Unterschied liegt in der zivilrechtlichen Klagemöglichkeiten gegenüber Krankenhäusern. Und doch finden sich in Wagners Buch auch regelrechte Perlen, denn die Idee, der Wagner folgt, ist die Selbstbestimmung der Frau – ihr Recht und ihre Aufgabe, ihr bevorstehendes Geburtserlebnis innerhalb eines vernünftigen Rahmens selbst festzulegen.

Dr. Wagner greift in diesem Buch auch die Frage auf, mit welchem Selbstbewusstsein eine Schwangere auf eine Hebamme zugehen sollte, um sich über Fragen ein Bild darüber zu verschaffen, ob die denn wirklich ihre persönliche, ideale Geburtsbegleiterin ist. Hier die Fragen, die Dr. Marsden Wagner vorschlägt (ich hab’ die Fragen weggelassen, die in Deutschland keinen Sinn ergeben …):

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Zu kurz gesprungen?

Je mehr Sie die Geburt planen und vorbereiten, desto sicherer und ruhiger werden Sie sein, wenn es denn losgeht.

Je mehr Sie die Geburt planen und vorbereiten, desto sicherer und ruhiger werden Sie sein, wenn es denn losgeht.

Es ist ganz erstaunlich: Auf der einen Seite sind es immer mehr Frauen, die Geburtsvorbereitung für gänzlich überflüssig halten – und auf der anderen Seite ballen sich immer mehr Anzeichen zu einer Gewissheit zusammen, dass das Wichtigste überhaupt, eine gute, wenn nicht sogar eine sehr gute Geburtsvorbereitung ist. Nicht zuletzt aus dem Lager der Neuroplastologen kommen überaus erstaunliche Forschungsresultate in Sachen Geburt, Hormone und geburtliche Voreinstellungen im Gehirn des Neugeborenen. Ich sprach darüber heute mittag mit Ubald Hullin, Psychologe in Stuttgart und freue mich darauf, in den nächsten Tagen ein paar wissenschaftliche Erkenntnisse von ihm hier veröffentlichen zu können.

Zeitgleich mit den Fortschritten in dieser Wissenschaft beschleunigt sich der Verfall der Geburtsvorbereitung – vor allem, weil es das Berufsbild der Hebammen kaum noch im öffentlichen Bewusstsein gibt. Auch der Vielbeachtete Hebammenprotest hat im Ergebnis eine Erhöhung der Leistungen von € 8 gebracht … unglaublich – und nur in diesem Zusammen zu verstehen, dass in der breiten Öffentlichkeit Geburt etwas medizinisches ist, das in ein Krankenhaus und in die Hände von Ärzten und Krankenschwestern gehört. Gemessen an den Erkenntnissen der Neuroplastizität bedeutet das, in Kauf zu nehmen, dass Kinder um bis zu 50% weniger Intelligenz entwickeln können, weil sie unter falschen Bedingungen zur Welt gekommen sind … ohne Not!

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Einfach gebären

Mir ist es immer wieder ein Anliegen, Schwangere darin zu bestärken, mit mehr Selbstvertrauen, mit mehr Selbstbewusstsein aufzutreten und in den Kliniken einzufordern, was ihnen guttut – auch wenn es Abseits der Klinikinteressen liegt. Sie müssen nicht in dieser oder jener Klinik entbinden, Sie können entweder eine andere Klinik wählen oder deutlich machen, unter welchen Voraussetzungen Sie hier entbinden wollen.

Unter anderem auch zu diesem Thema hab ich heute ein Gastbeitrag, der mir freundlicherweise von Dr. Bettina Ullmann zur Verfügung gestellt wurde. Hier ihr Beitrag:

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Selbstvertrauen

Um selbst und schwierigen Umständen eine wundervolle Geburt haben zu können, müssen Sie ihrem Körper vertrauen.

Um selbst und schwierigen Umständen eine wundervolle Geburt haben zu können, müssen Sie ihrem Körper vertrauen.

Was haben Charolotte Roche und Hanna Fischer miteinander gemeinsam? Sie sind daran interessiert, Frauen ein besseres Verständnis und Gefühl für ihren eigenen Körper zu geben.Während Charlotte Roche mit ihrem Erstlingsroman “Feuchtgebiete” sich – gewollt oder ungewollt – überwiegend an die etwas unter 18-jährigen wandte, arbeitet Hanna Fischer in Geburtsvorbereitungskursen mit Schwangeren:

Als Kernelement sollte die Geburtsvorbereitung deshalb den Frauen eine Chance geben, ihren Körper zu erfahren, d.h. in Körperarbeit und Atemarbeit wieder Vertrauen in ihren Körper zu gewinnen.

Noch mal langsam: “Wieder Vertrauen in ihren Körper zu gewinnen.” … das erzählt eine Menge über den Umstand, dass (keineswegs nur) Frauen häufig nicht wirklich mit ihrem eigenen Körper vertraut sind – wirklich vertraut sind. Um aber für die Geburt gut gerüstet zu sein, um die Voraussetzungen geschaffen zu haben, selbst unter schwierigen Umständen eine wunderbare Geburt zu haben (Zitat:) Den Rest des Eintrags lesen. »

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