Gebären im Dämmerschlaf?

Es ist sicher immer noch so, dass Schwangere, die ihr erstes Kind erwarten, ein bisschen Angst vor der Geburt haben. Wahrscheinlich um so mehr, je näher die Geburt heranrückt. Verständlich, dass man da immer öfter über einen Wunsch-Kaiserschnitt nachdenkt. Oder über eine Epiduralanästhesie.

Ob man sich das heute noch vorstellen kann? Man wird in den Kreißsaal geschoben, fällt in Narkose und wacht wieder auf mit einem Bettchen an der Seite, in der das Kind liegt?

Im Jahre 1914 war in Freiburg im Breisgau eine Kombination von Scopolamin und Morphin entwickelt worden, die Schmerzen und auch das Erinnerungsvermögen an die Geburt unterdrückten. Die Mütter wachten auf und fanden ihr Kind in der Krippe vor. (siehe Wikipedia -> Lamaze)

Es ist schon spannend zu sehen, wie unterschiedlich Schwangere auf die Geburt zusteuern. Die einen wollen auf ganz natürliche Weise gebären: Ohne Wehenschreiber und Wehentropf, nix zusätzlich und am besten mit Hebamme zu Hause. Das gegenteilige Extrem will am liebsten eine vorausterminierte Kaiserschnittentbindung, sauber, praktisch, schnell und pünktlich auf den Tag.

Ferdinand Lamaze hatte die Entwicklung, wie und welche Schmerz- und Narkosemittel bei der Geburt eingesetzt werden, zum Anlass genommen, eine schmerzmittelfreie, auf Hypnosebasis beruhende sanfte Geburt zu erarbeiten, um möglichst entspannt und weitgehend schmerzfrei, aber doch voll bewusst die Geburt erleben zu können.

Später griffen u.a. Marie Mongan Lamazes Ideen auf.

Marie Mongan entwickelte daraus HypnoBirthing, das sich in den USA zwischenzeitlich weit verbreitet hat. Auch in Deutschland (zum Beispiel bei Dr. Julia Mannherz) scheint Geburt unter Hypnose immer bekannter zu werden – obwohl ich den Eindruck habe, dass man es immer noch skeptisch betrachtet.

Urs Camenzind, um ein anderes Beispiel zu nennen, hat Mongans Methode weiter entwickelt und mit shamanischen HUNA-Prinzipien kombiniert. Er nennt sein Angebot Sanfte Geburt und ist seit vielen Jahren sehr erfolgreich damit.

Für welche Art der Geburt werden Sie sich entscheiden?

Wenn Sie noch unschlüssig sind: In der nächsten Zeit beschäftigen wir uns hier mit dem seltsamen Thema: Ziele für die Geburt.

Bis dahin: Genießen Sie die Zeit … 🙂

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