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Kreativität, Lebensentwürfe und Wunschgeburt

Schwangere spielt mit Farben

Eine selbstbestimmte Geburt ist wie eine Reifeprüfung. Sie zeigt Ihnen, wie gut Sie in der Lage sind, Ihr neues Leben nach der Geburt – mit Kind und Familie – entlang Ihrer eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Ihre Kreativität und die Planung einer Wunschgeburt können dabei eine ganz entscheidende Rolle spielen.

Kreativität ist Geburtsvorbereitung.

Sich die Geburt so vorzustellen, wie man sie am liebsten erleben möchte, ist der Gebrauch der Kreativität und damit mindestens ein Teil der Geburtsvorbereitung. Ja, mehr noch: Ich behaupte, es ist der erste und wichtigste Schritt einer Geburtsvorbereitung!

Wissen Sie schon, wie Sie die Geburt erleben wollen? Ich meine, wenn Sie wie mit einem Zauberstab genau das bekommen könnten, was Sie wollen, wie würden Sie sich die Geburt dann wünschen?

Und wissen Sie schon, wie Ihr Leben nach der Geburt sein soll? Mit Kind und Familie?

Es ist die gleiche Situation!

Im Fall der Wunschgeburt geht es um die Geburt Ihres Kindes und in diesem Fall geht es um die Geburt Ihres neuen Lebens. Gleicher Augenblick, gleiche Ausgangssituation – alles gleich.

Und ist Ihnen egal, wie Ihr Leben weiter verlaufen wird?

Wohl kaum.

Sie haben Wünsche und wenn es nur Wünsche sind, was Ihnen und/oder dem Baby nicht passieren soll.

Ist das in Bezug auf die Geburt anders? Natürlich nicht!

Die meisten werdenden Eltern erwarten ohne darüber nachzudenken, dass Ihr Leben nach der Geburt des Kindes mehr oder weniger genauso weiterlaufen wird, wie vor der Schwangerschaft – und stellen in den meisten Fällen nach einiger Zeit fest, dass sie sich geirrt haben (siehe: Stress nach der Geburt).

Dann stellt man hinterher fest, vieles hätte ganz anders laufen können, wenn … ja, wenn … ja wenn man von Anfang an ein bisschen darüber nachgedacht und wenigstens einen groben Plan entwickelt hätte.

Und die meisten Schwangeren gehen davon aus, dass Geburten sind, wie sie eben sind und man könne das nicht ändern – und doch stellen die meisten hinterher fest, die Geburt hätte anders laufen können … sie hatten sich geirrt – und eine Chance vertan.

Wunschgeburt

Natürlich lassen sich Geburten nicht im Detail voraus planen. Es ist ganz normal, dass immer wieder etwas geschehen kann, mit dem man nicht gerechnet hat: Ein Blick von der Hebamme oder dem Partner, der einen erschreckt, eine Wehe, die viel intensiver ist als als erwartet oder einfach nur ein Gefühl, das plötzlich in einem hochsteigt. Muss nicht passieren. Passiert aber.

Würde sich daran wirklich etwas ändern, wenn man sich eine wundervolle Geburt vorstellt?

Vielleicht nicht, aber:

Die Wunschgeburt selbst ist nicht das Ziel, sondern ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg.

Jeder hat Vorstellungen über die Geburt. Richtige oder falsche, zutreffende oder weit hergeholte – wer mag das sagen? Der Punkt dabei ist, dass es immer nur Vorstellungen sind – aber nicht wirklich Ihre!

Sie haben sie irgendwann irgendwie übernommen, weil Sie sie für plausibel hielten – oder warum auch immer. Kann auch gut sein – wenn Sie eine spirituellere Sicht auf das Leben haben – dass es sich um Erinnerungen aus einem anderen Leben handelt, die an Ihnen hängen geblieben ist.

Aber Vorstellungen lassen sich in Ihrer Wirkung mindestens durch andere Vorstellungen neutralisieren – und das ist das Ziel dabei, wenn man sich Gedanken über eine wirklich tolle Geburt macht.

Wäre die Wunschgeburt Ihr Ziel, schleppten Sie mindestens die Angst mit sich herum, zu scheitern … und wären enttäuscht, wenn Sie sie nicht erreicht hätten. Das kann nicht Sinn und Zweck der Übung sein.

Nein, es geht darum, Vorstellungen durch andere Vorstellungen auszugleichen, um so zu völlig neuen Möglichkeiten zu kommen. Plötzlichen haben Sie eine Idee, was Ihnen Ihre Geburtsvorbereitung bringen soll und können die Voraussetzungen für eine selbstbestimmte Geburt schaffen – und selbstbestimmt zu gebären bedeutet nicht, dass Sie der Geburt vorschreiben, wie sie gefälligst abzulaufen hat.

Selbstbestimmt zu gebären ist ein sinnvolles Zusammenspiel zwischen Ihrem Instinkt, Ihren Wünschen und Ihrer Geburtsvorbereitung. Alles zusammen sollte Sie in die Lage versetzt haben, jeden Schritt der Geburtsentwicklung aktiv mitzugehen – welcher Schritt das auch immer sein mag.

Sich die Wunschgeburt vorzustellen ist aber nur die erste Hälfte.

Der ganze Schritt ist erst dann gemacht, wenn Sie einen körperlich anfassbaren Entwurf Ihrer Wünsche und Vorstellungen in Händen halten.

Vorstellungskraft

Die Herausforderung liegt darin, Ihre Ideen auf Ihre ganz eigene, kreative Weise, aus der Welt der Fantasie in die anfassbare Wirklichkeit zu holen. Erst dann haben Sie auch wirklich die Macht über sie. Vorher sind sie zu flüchtig, um andere, negative Vorstellungen zu neutralisieren.

Worum es geht, ist Vorstellungskraft.

Vorstellungen müssen sich in Ihrem Kopf, in Ihrem Herzen und in Ihrem Nervensystem in Form neuronaler Verbindungen niederlassen, um zu einer Realität zu werden. Erst dann werden sie zu einer Alternative – sowohl bei der Geburt als auch später in Ihrem neuen Leben nach der Geburt.

Nun ist es aber so, dass auch Ihr Baby nach einer ganz bestimmten Geburt strebt. Nach einer Geburt, die für sein Leben den besten Ausgangspunkt bildet – was durchaus ein Kaiserschnitt sein kann.

Und genau deshalb ist es auch so wichtig, Ihre Wunschgeburt nicht zu erzwingen, sondern loszulassen.

Wenn sich Ihre Wünsche und Fantasien in Ihrem Körper und in Ihren neuronalen Netzen niedergelassen haben, kann die Liebe des jeweiligen Augenblicks wählen, was das Beste für Sie und Ihr Baby ist.

Kreativität

Damit also von Ihren Vorstellungen Kraft ausgehen kann, müssen Sie sich in Ihren neuronalen Netzen niederlassen und die Frage ist, wie Sie das so hinzaubern können, dass von ihnen auch wirklich genug Kraft ausgeht, um auch Ihre Ängste zu neutralisieren, die Sie vielleicht vor der Geburt haben.

Um Angst zu neutralisieren, braucht es ihr Gegenteil und das Gegenteil von Angst ist Liebe. Liebe bringt sich am stärksten zum Ausdruck, wenn Sie Ihre ganze Kreativität einbringen – was zum Beispiel im Flow der Fall ist:

Flow (englisch „Fließen, Rinnen, Strömen“) bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit

Wikipedia.de

Bekannt ist, dass Schwangere schon bald eine Art Nestbautrieb entwickeln. Sie beginnen, Ihr Heim herauszuputzen und zu verschönern, kaufen allerlei Neues – sie wollen es wirklich schön haben, wenn das Baby zu Hause ankommt.

Dieser Nestbautrieb wird von einem kreativen Schub ausgelöst, der offensichtlich von der Schwangerschaft selbst ausgeht, denn sehr viele Schwangere entdecken in dieser Zeit ihre Leidenschaft fürs Nähen oder Basteln, fürs Malen auf der Leinwand oder auf den Wänden, fürs Renovieren oder Stricken, fürs Häkeln oder Stricken, fürs Schreiben oder Musizieren oder oder oder.

Lebensentwürfe

Dieser Kreativitätsschub ist so stark, dass sich sogar die Traumwelt der Schwangeren verändert und sie immer wieder auf einen Glückstrip schickt, in der sich vollkommen neue Horizonte für Ihr Leben auftun. Sie sind eben in guter Hoffnung.

Kreativität kommt mit einer ungeheuren Kraft ans Tageslicht und ehe man sich versieht, beginnt man zu träumen – von einem anderen Leben in dem man eine interessantere Arbeit hat, die viel mehr Spaß macht und so weiter.

Und das ist auch gut so!

Viele Bauchkünstlerinnen, die schwangere Bäuche bemalen oder mit Gips abformen, um daraus wahre Kunstwerke zu zaubern, haben in irgend einer Weise in der Schwangerschaft ihre kreative, gestaltende Ader entdeckt und nach der Geburt mehr daraus gemacht – (siehe z.B. hier →)

Bei meiner Frau waren es keine Bauchabformungen, sondern eine Zeitlang Baby-Wickeldecken als Patchwork, die bis nach Hongkong geliefert wurden (siehe: Kreative Eruptionen).

Bei Andrea folgten auf Stress bei der Arbeit der Wunsch, sich zu verändern und … eine Schwangerschaft. Die sich an die Schwangerschaft anhängende Elternzeit nutzte sie ebenfalls mit Ideen in Sachen Nähen (siehe Vogelundpiepmatz)

Bei Tanja vom Herzbauchwerk war es die Kreativität gleich dreier Schwangerschaften, die sie aus einem sehr erfolgreichen Beruf herausholten, um u.a. ein Coaching-Business mit Lebensbäumen (siehe Bild oben) zu starten.

Diese Liste ließe sich tausendfach fortsetzen.

Aus diesem kreativen Ausbruch während der Schwangerschaft erwacht in vielen die Sehnsucht nach einem kreativeren, besseren, interessanteren Leben – allerdings erst, wenn man dieser Kreativität nachgibt … was glücklicherweise fast immer von selbst geschieht.

Es sind natürlich nur Lebensentwürfe, die man vor seinem geistigen Auge auftauchen sieht, aber es sind keine Fantasien, sondern Möglichkeiten. Aber diese Lebensentwürfe bieten Ihnen Möglichkeiten für den ersten Schritt an – einfach, in dem Sie Ihre kreative Tigerin von der Leine lassen und den Pinsel in die Hand nehmen oder die Schreibmaschine hervorholen, oder die Nähmaschine aus dem Keller holen oder die Werkzeugkiste öffnen … und anfangen!

Sie müssen nicht genau wissen, wo Sie hin wollen – Hauptsache, Sie kommen geistig und körperlich in Bewegung.

Und das genau gleiche gilt, wenn Sie sich die Zeit nehmen und mit Ihren kreativen Fähigkeiten Ihre Wunschgeburt in eine Form bringen, die man anfassen kann. Nichts wird Ihre Vorfreude auf die Geburt mehr befeuern als das und nichts wird Ihre Angst auf natürlichere Weise neutralisieren. Und alleine das macht ein wirklich schönes, selbstbestimmtes Geburtserlebnis schon viel wahrscheinlicher.

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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