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Geister

In Rückenlage und ganz entspannt kann man sich nicht nur auf Gedanken konzentrieren, sondern sehr gut auch auf die Gefühle - und zwar auf die, die man ganz bewusst fühlen will. (Quelle: Fotolia_20081064_XS.jpg)

„Ideen können Gefühle nicht ändern. Nur Gefühle können das. Diese offensichtlich simple Bemerkung ist dennoch sehr tiefgreifend, denn wenn wir unser eigentliches Menschsein zurückgewinnen wollen, müssen wir unser Fühlen zurückgewinnen – das geht nicht alleine über die Welt der Ideen!”

Dr. Arthur Janov, The Biology of Love

Trauen Sie Ihrer eigenen inneren Wahrnehmung? Ihren Gefühlen?

Sich selbst und eigenen Wahrnehmungen zu vertrauen, klingt viel einfacher als es ist!

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zur Vorsorgeuntersuchung und Ihr(e) freundlicher Frauenarzt oder -ärztin macht dabei eine sorgenvolle Miene … welche Gefühle wird das in Ihnen auslösen?

Und die Frage, um die es geht, ist, ob Sie diesen Gefühlen dann auch wirklich trauen … können.

Alles in Ordnung?

Zunächst mal könnte es doch sein, dass nur Sie die Miene der Frauenärztin als sorgenvoll einordnen. Vielleicht haben Sie einen dieser Tage, an dem so vieles schief zu gehen scheint – und jetzt auch noch mit Ihrer Schwangerschaft! Wenn Sie also plötzlich ein ungutes Gefühl in sich wahrnehmen, weil Sie die Miene der Frauenärztin als sorgenvoll einordnen, liegen Sie damit vielleicht völlig falsch.

Ebenso könnte es sein, dass die Frauenärztin tatsächlich ein sorgenvolles Gesicht aufgesetzt hat, weil es ihr an diesem Tag nicht so gut geht und sie schon seit einer Stunde darüber nachdenkt, ob es nicht besser ist, die Praxis für heute zuzumachen und nach Hause zu gehen … ihre sorgenvolle Miene hat mit ihr zu tun, nicht mit Ihnen … wieder liegt Ihr Gefühl, dass etwas mit Ihrer Schwangerschaft oder mit dem Baby im Bauch etwas nicht stimmen könnte, falsch.

Wir sollten die Schwangerschaft abbrechen!

Aber die sorgenvolle Miene der Frauenärztin kann sich tatsächlich auf die Schwangerschaft und das ungeborene Baby beziehen.

In unserer weitläufigen Familie wurde eine Schwangere damit konfrontiert, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein missgebildetes, vermutlich auch nicht lebensfähiges Kind in sich zu tragen. Man legte ihr also nahe, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen zu lassen.

Mehrfach.

Und das am besten so schnell wie möglich.

Glauben Sie, dass es unter diesen Bedingungen einfach ist, den eigenen Gefühlen zu (ver-)trauen? Oder sie unter der Last schierer Angst überhaupt wahrzunehmen? Der Angst, etwas falsch zu machen? Oder eine total falsche Entscheidung zu treffen? Oder glauben Sie wirklich, dass in einer solchen Situation Angst die einzige Wahrnehmung ist, die Sie haben?

Geister

Und glauben Sie, dass es unter diesen Voraussetzungen einfach ist, die eigenen Gefühle von denen anderer um Sie herum abzugrenzen? Gerade fremde Vorstellungen, Gefühle und Erlebnisse nisten sich rasend schnell wie Geister in unserem eigenen Inneren ein und fangen dann an, sehr real in uns herumzuspuken – als wären es unsere eigenen Erlebnisse!

Die Frage ist also immer auch: Sind das wirklich meine Gefühle und meine Erlebnisse, die ich so sehr für wahr halte?

Das gehört zu den großen Schwächen unserer Kultur: Gefühle statt an und ernst zu nehmen und sie zu kultivieren, sie lieber zu analysieren. Aber Gedanken über Angst zu haben, ist denken, nicht fühlen!

Aber die Hauptrolle spielen doch in der Schwangerschaft die Gefühle, oder nicht?.

Angst vor der Geburt

„Du brauchst keine Angst zu haben,” ist ein vollkommen sinnloser Satz, denn auch wenn man weiß, dass man keine Angst haben muss, hat man sie doch erst mal, oder?

Und von diesem Satz (alleine) verschwindet Angst auch nicht.

Unsere Aufgaben liegt nicht darin, alle Gefühle, die uns unglücklich machen, zu elimieren, sondern die Zeit, die wir in solchen Gefühl verbringen, zu minimieren.

Darlene Mininni (The Emotional Toolkit)

Wenn Sie also Angst vor der Geburt haben, dann ist das erst einmal gut – und ein perfekter Ausgangspunkt für Ihre ganz persönliche Vorbereitung auf die Geburt.

Sie sollten sich also Zeit nehmen, Ihre Gefühle bewusst(er) wahrzunehmen und zu kultivieren, denn sie erfüllen eine Aufgabe: Sie erzählen Ihnen etwas über sich selbst und Ihre Bedürfnisse – wenn Sie denn zuhören.

Nehmen Sie also diese feine Stimme Ihrer ganz individuellen Bedürfnisse ganz bewusst wahr und entwerfen dann einen Plan, wie Sie mit Ihren Bedürfnissen in Sachen Schwangerschaft und Geburt umgehen wollen.

Das ist der erste Schritt, sich von Ihren Ängsten zu lösen.

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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