≡ Menu

Glücksbringer für die Geburt

Glücksbringer für die Geburt

Ein Glücksbringer für die Geburt? Echt jetzt? Das ist doch schierer Aberglaube! Oder nicht?

Ämm – jein …!

Ja, es ist ein Aberglaube wenn sie versuchen, mit einer Hasenpfote vor der Hebamme herumzuwedeln und glauben, deshalb bleiben die Wehen weg.

Allerdings – wenn Sie es richtig angehen …

Aufmerksamkeit während der Geburt

Aufmerksamkeit hat unbestritten einen großen Einfluss auf die Geburtsentwicklung. Also darauf, wie lange die Geburt dauert, wie schmerzhaft sie wird usw. Was ziemlich einfach zu verstehen ist:

In unserem Kopf herrscht ziemlich selten wirkliche Stille. Da ist eigentlich immer etwas los. Und die Anstöße dazu kommen entweder über unsere Sinne oder entstehen aus unseren Gedanken(spielen).

Reize die über die Sinne aufgenommen werden – und je nachdem wie man zählt, haben wir mindestens 10 davon – lassen den Körper reagieren: Liegen Sie zum Beispiel im Urlaub bei 30° am Strand im Schatten und dösen vor sich, läuft Ihnen wahrscheinlich überall der Schweiß herunter, aber Sie sind total entspannt und fühlen sich sauwohl. Liegen Sie hingegen im Kreißsaal und in heftigen Wehen, wird Ihnen der Schweiß ebenfalls in Strömen überall herunter laufen. Nur jetzt sind Sie maximal angespannt und werden sich alles andere als saufühlen fühlen.

Das Problem ist, dass die Wehen neben Schmerz auch Angst auslösen.

Angst und Schmerz binden aber die Aufmerksamkeit, was die Anspannung verlängert und damit die Geburtsentwicklung verzögert, schmerzhafter macht und so weiter … wäre es nicht wunderbar, wenn man sich einfach von den Wehen loslösen und wegdriften könnte?

Im Hirn wird’s eng!

Beim System HypnoBirthing versucht man das über sogenannte Anker zu lösen: Ein Sinnesreiz wird an eine angenehme Vorstellung oder an ein schönes Gefühl gebunden (= verankert). Bei der Geburt lässt sich dann diese Vorstellung oder das schöne Gefühl zum Beispiel über Schlüsselworte auslösen. Wie der Lichtstrahl eines Leuchtturms in der Nacht schwenkt dann die Aufmerksamkeit auf diese schöne Vorstellung, Entspannung tritt ein, die Geburt kann sich ganz normal weiter entwickeln – und wenn alles gut geht, verschwindet auch der Schmerz.

Das ist keine Zauberei. Es hat vielmehr mit begrenzten Verarbeitungskapazitäten des Gehirns zu tun.

Das Gehirn kann zwar fast beliebig viele Informationen speichern, aber nicht beliebig viele Informationen gleichzeitig abarbeiten. Vielmehr kann es – wenn auch sehr schnell – immer nur eine nach der anderen dran nehmen.

Wenn denn der Anker stark genug ist, verdrängt also die so ausgelöste positive Vorstellung die Schmerzwahrnehmung.

Allerdings funktioniert das keineswegs immer.

Darüber hinaus ist dieser Vorteil gleichzeitig auch ein Nachteil: Gerade weil es diesen Verarbeitungsengpass im Gehirn gibt, werden dadurch auch andere Reize überlagert oder gar blockiert. Drängt Sie z.B. Ihr Instinkt zum handeln, handeln Sie eben nicht. Sie bleiben passiv.

Allerdings sind Sie dabei (hoffentlich) gut drauf … 🙂

Die Sache mit dem Glück

_Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke/lucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. mittelhochdeutsch gelücke/lücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“

(Akademie Verlag, Etymologisches Wörterbuch des Deutschen).

Und „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“ lässt sich mindestens auf zwei verschiedene Weisen interpretieren. Eine davon ist, in dem man sich ein bestimmtes Ende wünscht und Glück wäre dann, wenn es auch genau so kommt.

Die Wunschgeburt

Es gibt heute einen deutlich auszumachenden Trend hin zur Wunschgeburt.

Das heißt, man stellt sich den gewünschten Geburtsverlauf vor, hält ihn am besten schriftlich oder bildlich fest, und hofft dann darauf, dass die Geburt auch so verläuft.

Prinzipiell wäre dieses Blatt Papier, auf dem die Wünsche festgehalten sind, schon ein Talisman – ein Glücksbringer also – denn es gibt keine Regel, welche Form ein Glücksbringer haben muss. Es genügt, dass Sie ihn für einen solchen halten.

Das hat aber so seine Haken!

Zum einen lässt sich ein Blatt Papier im Kreißsaal nicht gut handhaben 🙂

Ein weiteres, regelmäßig auftauchendes Problem in Sachen Wunschgeburt ist die Bindung an diese Wunschvorstellung. Tatsächlich bemängeln Hebammen immer wieder, dass die ganze Geburtsvorbereitung zusammenbricht, wenn die Geburt einen überraschend anderen Verlauf nimmt, als gedacht, und die Wunschgeburt in weite Ferne rückt.

Ein weiterer Haken ist die dann oft folgende Enttäuschung. Wenn die Wunschgeburt nicht zustande gekommen war, fragten sich viele frisch gebackene Mamas, ob sie alles falsch gemacht hatten! Ob es an ihnen gelegen hatte, ob sie einfach nicht in der Lage wären, schöne Geburten zu erleben, und so weiter. Es braucht dann oft Zeit, seinen Frieden mit der Geburt zu schließen. Zeit, in der man sich nicht wirklich auf ein neues Leben mit Kind einlassen kann …

Und noch ein Haken: Der Preis der Wunschvorstellung!

Sich etwas zu wünschen hat damit zu tun, sich etwas vorzustellen. Sich etwas vorzustellen bedeutet aber, das ganze Bild auszublenden – man sieht nie das ganze Bild. Kann also gut sein, dass die Vorstellung einen Preis hat, der viel höher ist, als man sich je hätte vorstellen können.

Um es auf den Punkt zu bringen: Der eigentliche Haken beim Thema Wunschgeburt ist, dass Sie das Glück vielleicht direkt vor Ihrer Nase haben, es aber nicht zulassen (können), weil Sie auf eine andere Vorstellung fixiert sind.

„Glück ist …

… wenn Gelegenheit auf Vorbereitung trifft.” (altes Sprichwort).

Dr. Jill B. Taylor beschreibt in Ihrem Buch Mit einem Schlag, wie sie als renomierte Wissenschaftlerin für Neuroanatomie die Wirkung eines Schlaganfalls am eigenen Leib erfuhr.

Sie beschreibt die meist dominierende linke Gehirnhälfte, die für Logik, sequentielles Denken und Sprache zuständig ist, als einen großen Geschichtenerzähler. Während die rechte Gehirnhälfte das ganze Bild sieht, zerlegt die linke alles in Teile und macht daraus, zusammen mit den schon gespeicherten Informationen, eine Geschichte. Und zwar eine, die wir uns mehr oder weniger unbewusst immer und immer wieder erzählen: Wie wir sind, wie die anderen sind, wie Geburten sind, was passieren könnte – und so weiter.

Oder kurz: Ihre linke Gehirnhälfte bringt Sie dazu, sich zu viele Gedanken und Sorgen zu machen! Sie sehen Probleme, wo keine sind!

Glückliche Schwangere

Und was ist mit dem Herz?

Dr. Jill B. Taylor ist Wissenschaftlerin für Neuroanatomie – und folglich ist der Schwerpunkt Ihrer Denkwelt das Gehirn.

Aber sind die Hirnfunktionen wirklich das alles Entscheidende bei der Geburt?

Was ist mit Liebe? Und Hingabe? Haben Sie schon mal gehört, Vertrauen oder Liebe kämen aus dem Gehirn? Eher nicht, oder?

Liebe und Vertrauen, so sagt man das schon von je her, kommen aus dem Herzen – schon deshalb halte ich es für sehr erwähnenswert, wenn ein Geburtsvorbereitungssystem die Liebe zu einem Schlüsselelement macht (→)

Schon immer hat man Liebe und Glück im Herzen verortet.

Aus spiritueller Sicht ist das Herzzentrum der Ort, an dem das Individuelle dem Universellen begegnet – und so verwundert es nicht, wenn das Heartmath Institute Forschungsergebnisse vorlegt, die das unterstreicht:

Das autonome Nervensystem und die Kommunikation zwischen Herz und Gehirn ist sehr komplex und es scheint, dass das Herz seiner eigenen Logik folgen und unabhängig von Signalen handeln kann, die aus dem Gehirn kommen.

Über einen langen Zeitraum galt das Herz lediglich als eine Art Pumpe, die nichts anderes zu tun hatte, als den Impulsen des Gehirns zu folgen und Blut im Umlauf zu halten. Aber – diese „Einsicht” ist überholt!

Das Herz hat sein eigenes Gehirn und ist durchaus in der Lage, sich z.B. durch Produktion von Hormonen und Neurotransmittern gegen das Gehirn durchzusetzen, wenn es denn ausreichend stark ist!

Aber wenn es ausreichend stark ist, kann das Herz genau die Funktion übernehmen, für die es meiner Meinung nach gemacht ist: Um vorurteilslos Körper und Verstand in Harmonie und Gleichklang zu bringen. Das ist messbar und man nennt das Kohärenz.

Und genau hier kommt der Glücksbringer ins Spiel.

Der Glücksbringer für die Geburt ist nicht dafür gedacht, Glück zu bringen. Er soll helfen, das Glück zuzulassen!

Herzenswissen – Herzensweisheit

Es gibt vier Faktoren, die auf die Belastbarkeit (Resilienz) des Herzens Einfluss nehmen:

  • körperliche Flexibilität, Stärke und Ausdauer,
  • Zuversicht und die Fähigkeit, (bewusst) Gefühle auszubalancieren
  • Steuerungsfähigkeit der Aufmerksamkeit und Umgang mit widersprüchlichen Informationen und schließlich
  • die Fähigkeitkeit, sich als unabhängiges und einzigartiges Wesen anzunehmen.

Oder einfacher formuliert: Das Zusammenwirken von Körper, Geist und Seele hat ebenso Einfluss auf das Herz(zentrum), wie umgekehrt. Stärken Sie das eine, stärken Sie auch das andere.

Und wann im Leben wäre das wichtiger, als bei der Geburt?!

Foto einer Schwangeren beim Yoga

Mens sana …

in corpore sano.

Deshalb möchte ich Ihnen vorab ans Herz legen, sich mit Gebärpositionen zu beschäftigen. Ich habe den Eindruck, dass dieser Bereich der Geburtsvorbereitung oft vernachlässigt wird.

Aber gerade ein wirkliches Training, um z.B. von einer Gebärposition in eine andere zu kommen, kann viel Spaß machen und Ihre Fitness direkt auf die Geburt hin ausrichten. Das hilft nicht nur Ihrem Körper, sich hervorragend auf die Geburt vorzubereiten, sondern hilft außerdem, eine positive, berechtigte und körperlich gefühlte Überzeugung aufzubauen, wirklich gut vorbereitet zu sein.

Darüber hinaus lassen sich solche Bewegungsabläufe ganz hervorragend mit Aufmerksamkeitsübungen kombinieren – besser geht es fast nicht … womit wir beim geistigen Bereich wären, der ebenfalls eine große Rolle spielt, wenn das Herz belastbar sein soll: Fühlen und Gedanken

Speckstein eignet sich hervorragend zur Anfertigung eines Glücksbringers für die Gebut

Affirmationen, Bilder, Speckstein

Was man hört, ist, dass immer wieder Affirmationen für Schwangerschaft und Geburt eingesetzt werden.

In der Schwangerschaft mag das vielleicht einen Sinn ergeben – aber die Wirkung ist sehr fraglich! Das hängt u.a. damit zusammen, dass durch Affirmationen die linke Gehirnhälfte angesprochen wird, die für suggestive Affirmationen gerne logische Begründungen hätte. Beweise, wenn Sie so wollen. Wenn die nicht kommen, fühlen Sie sich vielleicht für einen kleinen Augenblick gut, aber mehr nicht. Und das ist noch die positive Variante.

Besser ist es, die rechte Gehirnhälfte anzusprechen, die für Bilder und Gefühle empfänglich ist.

Mandalas (auszu-)malen wäre ganz sicher eine gute Idee. Darauf komme ich in einem anderen Beitrag zurück. Für einen Glücksbringer, den man mitnehmen kann, ist das aber nicht wirklich tauglich.

Deshalb schlage ich Speckstein vor!

Speckstein ist leicht zu bekommen, supereinfach zu bearbeiten – und: Sie können das Ergebnis mit in die Geburt nehmen.

Gedanken, Gefühle und … Zeit: Im Flow

Eine der wichtigsten Erlebnisse, die Sie kostenlos (nicht nur) während der Schwangerschaft genießen sollten, sind kreative Ruhezeiten – wenn’s denn irgendwie geht am besten im Flow.

Flow (englisch „Fließen, Rinnen, Strömen“) bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines mentalen Zustandes völliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer Tätigkeit („Absorption“), die wie von selbst vor sich geht.

Wikipedia.de

Und das lässt sich im Umgang mit Speckstein erreichen!

Buchcover des Buches Speckstein gestalten

Manchmal ist so ein Buch, wie das oben abgebildete hilfreich, wirklich brauchen Sie es aber für diesen Fall nicht.

Worum es geht

Mandalas, Speckstein … was auch immer Sie mögen oder was Ihnen hilft, um sich zu vertiefen – alles wirkt am Ende wie ein Glückskonto, auf das Sie einzahlen, wenn Sie sich darin vertiefen.

Im Gegensatz zum Aufbau einer Wunschgeburt kommt es bei der Arbeit an einem Glücksbringer für die Geburt nur darauf an, dass Sie sich auf positive Gefühle einstimmen. Es gibt kein Ziel, keine Absicht – einfach nur Zeit, Aufmerksamkeit und Freude. Singen Sie ein Lied oder lauschen Sie schöner Musik – sehr gut. Vielleicht haben Sie eine bestimmte Idee, welche Form Sie dem Speckstein abringen wollen – auch sehr gut. Oder Sie wollen sich während der Arbeit auf Ihr Mantra konzentrieren? Auch sehr gut!

Wichtig alleine ist, dass Sie sich möglichst positiv und über einen längeren Zeitraum in die Arbeit an diesem Glücksbringer versenken – nicht um die schönste Skulptur aller Zeiten hervorzubringen, sondern einfach nur, um sich liebevoll auf etwas zu konzentrieren und darauf einzulassen, was geschieht.

Das alles hilft, ganz ohne eine bestimmte Absicht und ohne einen ganz bestimmten Wunsch Ihr Herz(zentrum) emotional, mental und spirituell zu stärken – einfach, weil Sie sich Zeit genommen haben, zu lieben. Liebe zu geben, ohne etwas dafür zurück haben zu wollen.

Wenn Sie mögen, nehmen Sie sich am Ende noch Zeit, um Ihr Werk mit Schleifpapier zu glätten – dann fühlt es sich in der Hand noch besser an, denn manchmal ist es schön, sein Kunstwerk – seinen Glücksbringer – mitzunehmen.

Nein, nein, nicht als Hasenpfotenersatz 🙂 … einfach, weil es schön ist.

Wenn Sie mögen, nehmen Sie es in die Geburt mit. Sie werden es nicht brauchen, aber manchmal kann es gut sein, es dabei zu haben und sich daran zu erinnern.

Nur die Geburt liebevoll anzunehmen, wie auch immer Sie sich entfaltet, mit einem offenen Herzen und dem Maß an Hingabe, zu dem Sie eben fähig sind, genügt, um Glück zuzulassen. Machen Sie sich keine Gedanken – das Glück kommt. Ganz sicher. Sie müssen es nur zulassen.

Sie hängen dann von keinem Ausgang der Geburt ab. Von keinem bestimmten Verlauf. Von keinen Ankern. Nur von Ihrer Fähigkeit, zu lieben, loszulassen und Ihr Kind in die Welt kommen zu lassen.

{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

Passwort aendern
Bitte Deine Email-Adresse eingeben. Ein neues Passwort wird Dir per Email zugeschickt.