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Briefe an mein Kleines

Stellen Sie sich einfach mal für einen kurzen Augenblick vor, das Kleine, das zwar noch nicht geboren ist aber zu Ihnen will, würde Ihnen eine Botschaft schicken – wie würde es das machen? Es müsste ja sicher stellen, dass Sie die Botschaft auch empfangen …

Und umgekehrt? Wenn Sie Ihrem noch ungeborenen Kind etwas sagen wollten, wie würden Sie das machen? Einfach drauf los plappern? Ich meine, viele – vielleicht die meisten – Schwangeren sind davon überzeugt, das Baby im Bauch würden sie genau verstehen …

Eine sehr schöne Idee, mit dem Baby wirklich intensiv zu kommunizieren, ist, ihm einen Brief zu schreiben. Ja, im Ernst! Einen Brief – keine e-mail … 🙂

Einen wirklichen Brief zu schreiben, bedeutet, sich Zeit zu nehmen. Zeit, um sich innerlich auf Ihr Baby einzustimmen und den richtigen Ton für den Brief zu finden. Es bedeutet, dass Sie intensive Empfindungen miteinander verknüpfen:

  • Ihre Gedanken an das Baby,
  • ihre Gefühle, die Sie dabei empfinden,
  • das Gefühl des Schreibgerätes, das über das Papier gleitet und natürlich auch
  • das Geräusch, das dabei entsteht.

Alles das signalisiert Ihrem noch ungeborenen Kind über die dabei ausgeschütteten Hormone und Neurotransmitter, dass es geliebt und willkommen ist – eine enorm wichtige Botschaft, die gar nicht früh genug ausgesandt werden kann:

Die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem beginnt beim Embryo mit der 3. Schwangerschaftswoche. Bis zum Ende der 8. Woche sind Gehirn und Rückenmark fast vollständig angelegt. In den folgenden Wochen und Monaten wird im Gehirn eine Unmenge von Nervenzellen durch Zellteilung gebildet. Von diesen wird ein Teil vor der Geburt wieder abgebaut. Während der gesamten Schwangerschaft sind die neuronalen Strukturen äußerst empfindlich und damit anfällig gegenüber äußeren Einflüssen.

(Hier gehts zum ganzen Artikel bei Neurologen und Psychiater im Netz)

Dr. Arthur Janov zeigt in seinem Buch The Biology of Love, wie gerade solche Zuwendungen an das Ungeborene, bzw. das Fehlen solcher intensiven Zuwendungen die Entwicklung für sein ganzes Leben z.T. unwiderruflich beeinflussen.

Noch intensiver

Wenn Sie dieses Erlebnis noch intensiver gestalten wollen – für sich und Ihr Baby – dann schaffen Sie sich zusätzlich eine Umgebung, die Sie beim Schreiben inspiriert und Ihre Sinnlichkeit anspricht.

Über die kalte Jahreszeit vielleicht bei einem duftenden Tee, und Gebäck, das in der Nähe steht und dessen Duft sich mit dem Tee ergänzt (… nur das Gebäck besser nicht essen …), leise Musik … usw.

In den wärmeren Monate schreiben Sie vielleicht im Freien oder auf Balkon, bzw. Terasse und lassen sich eine sanfte Brise kühl über die Haut wehen – Hauptsache, es intensiviert die Magie des Augenblicks. Und wenn es heiß ist, lässt es sich manchmal auch total relaxen, wenn in der Badewanne kühles Wasser ist. Sie kühlen sich ab, legen den Kopf auf den Wannenrand, träumen ein bisschen vor sich hin – wer weiß, vielleicht kommt Ihnen dabei ganz plötzlich eine Idee, was Sie Ihrem Kleinen schreiben wollen!

Was machen Sie dann mit den Briefen?

Sie könnten Ihre ganz persönlichen „Briefe an mein Kleines” sammeln und in einer besonderen Schatulle verwahren. Vielleicht in dieser hier?

Tanja Suppiger z.B. stellt diese kleinen Holzboxen her. Sie finden eine Auswahl hier auf ihrer Webseite

Später, wenn Ihr Kind dann schon ein bissel größer sein wird, vielleicht schon in den Kindergarten geht, werden Sie sehr wahrscheinlich feststellen, dass sich Ihr Kind durchaus und sehr für die Zeit im Bauch interessieren wird. Sie können dann nachlesen, was Sie geschrieben haben und von dieser Zeit erzählen … und vielleicht auch sein erstes Zähnchen darin aufbewahren?

Oder noch viel später, wenn ihr Kind erwachsen sein und vielleicht selbst Eltern werden wird, könnten Sie diese wunderbaren Liebes- und Erinnerungsbriefe weiterreichen.

… oder fürs Tagebuch?

Bild eines mit Notizen vollgepackten Notizbuches

Vielleicht sammeln Sie aber die Briefe in Ihrem Tagebuch – in ihrem ganz persönlichen Schwangerschafts-Tagebuch.  Außer Ihnen wird das niemals jemand lesen – jedenfalls nicht solange Sie leben.

Und jetzt stellen Sie sich nur einmal vor, wie das sein wird, wenn Sie noch Jahre später, durch diese Briefe wieder in diese Zeit eintauchen könnten.  Wenn Sie noch einmal an den Anfang dieser Mutter-Kind-Beziehung zurück gehen und ihre Gedanken betrachten könnten.  Ihre Gedanken und Ihre Gefühle, Ihre Hoffnungen und Ängste, Ihre Sorgen und Wünsche.

Denken Sie für einen Moment lang darüber nach, wie intensiv dieser Augenblick des stillen Dialogs zwischen Ihnen und ihrem noch ungeborenen Kind ist, wenn Sie sich die Zeit nehmen, immer wieder mal einen Brief zu schreiben, einen Brief an mein Kleines.

Genießen Sie die Zeit 🙂

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