Vibrierendes Miteinander?

Paarbeziehungen beginnen durch Verliebtsein. Einem Gefühl mit sehr viel Selbstbezogenheit. Wie weit trägt das in einer Schwangerschaft? Oder nach der Geburt?

Verliebt zu sein ist etwas, das beginnt und manchmal noch deutlich wächst, ehe es mehr oder weniger langsam welkt und verschwindet.

Man gewöhnt sich einfach daran. Sie müssen schon selbst etwas unternehmen, wenn Sie darüber hinaus gehen wollen.

Verliebtsein vs Lieben

Verliebtsein ist ein Zustand, in dem man nicht genug bekommen kann – vom anderen. Es ist ein Gefühl, das von außen nach innen geht, also selbstbezogen ist. Nüchtern betrachtet ist Verliebtsein purer Egoismus.

Im Gegensatz dazu ist lieben eine Handlung, die von innen nach außen geht. Zu lieben bedeutet, zu geben. Dadurch ist es etwas, das aus sich selbst heraus wächst. Zu lieben beginnt im eigenen Herzen und ist darauf gerichtet, sich selbst zu geben … wodurch Paarbeziehungen magisch werden können!

Geben ist seliger, denn nehmen?

Beziehungen können durch lieben magisch werden, sie müssen es aber nicht.

Paarbeziehungen brauchen eine Balance zwischen geben und nehmen, sonst tragen sie nur bis zur nächsten großen Krise. Das, was nach der Geburt auf Sie zukommen wird, kann sehr schnell zu einer handfesten Krise werden. Wenn Ihnen dann Ihre Paarbeziehung in die Brüche geht, kommt das zur Unzeit – und wäre in vielen Fällen vermeidbar gewesen.

Stress ist nach der Geburt oft unvermeidbar, aber eine gute Paarbeziehung kann vieles dabei abfedern und damit dem Familienglück sehr dienlich sein.

, sind oft vermeidbar und nehmen ihren Anfang ebenso oft in der Schwangerschaft. Meistens, weil man diesen Schritt vom Verliebtsein zum lieben nicht sieht oder nicht schafft.

All überall verknüpft man Schwangerschaft mit Geburtsvorbereitung – und das ist sicher auch eine gute Idee. Aber das Aufblühen der Paarbeziehung und das allmähliche Umstellen auf die Zeit nach der Geburt muss an vorderster Stelle stehen, denn die Geburt dauert nur ein paar Stunden, die Zeit danach ein ganzes Leben!

Andererseits: Das Aufblühen der Paarbeziehung ist Geburtsvorbereitung – vielleicht lässt sich beides sogar eng miteinander verbinden.

Sicherheit durch den Partner?

Wenn man von körperlichen Bedingungen einmal absieht, ist Angstfreiheit eine der wichtigsten Voraussetzungen, um eine schöne Geburt erleben zu können. Was liegt also näher, als mit dem Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit, die Ihnen Ihr Partner gibt, in die Geburt zu gehen?

Dieses Gefühl des gegenseitigen Vertrauens und der Sicherheit, die Sie sich gegenseitig geben, muss sich fast immer erst entfalten. Es muss, wenn Sie so wollen, ein Fundament bilden. Und das vor allem bei der Frau.

Link zum Beitrag, warum Männer bei der Geburt eher ein Problem sein können, als eine Hilfe

Es gibt eine interessante Untersuchung die zeigte, dass Männer unter Stress von der Begleitung Ihrer Partnerinnen viel eher profitieren, als dass das umgekehrt der Fall ist (Lesen Sie den Beitrag hier ➙)

Während Ihr Mann oder Ihr Partner Ihnen sein Vertrauen schon beinahe schenkt, muss er sich Ihres oft erst verdienen. Erst dann kann er Ihnen bei der Geburt auch tatsächlich ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit geben.

Für die Geburtsvorbereitung kann das eine große Rolle spielen – und für die Zeit nach der Geburt eine noch viel größere.

Die Geburt als Wendepunkt

Eines der größten Probleme, die später zu einem Ende der Paarbeziehung und damit der Familie wird, ist die Geburt.

Viele Männer haben während der Geburt oft das Gefühl, nutzlos, hilflos und dumm in der Gegend herum zu stehen. Sarkastisch formuliert schauen sie ihren Frauen ja nur beim Leiden zu. Was sich wiederum nicht gut auf ihre Männlichkeit auswirkt.

Gleichzeitig wächst vor allem in Frauen, die schwierigere Geburten als erhofft erleben, die Frage, wozu Ihr Partner eigentlich da ist. Wenn es drauf ankommt, kann er ja offensichtlich doch nicht helfen. Natürlich ist das erst einmal nur ein Gefühl aus dem Augenblick heraus. Aber so gut wie gar nie wird hinterher das Geburtserlebnis psychologisch abgeschlossen. Also hat dieses Gefühl Zeit und Raum, wie ein Virus langsam und stetig zu wachsen…

Die Geburt markiert also in jedem Fall einen Wendepunkt in der Beziehung – die Frage ist nur: In welche Richtung!

Da sich aber werdende Väter durchaus so auf die Geburt vorbereiten können, dass sie Ihrer Frau oder Partnerin die Geburt erleichtern, ist es offensichtlich, wie sehr das Aufblühen der Paarbeziehung und die Geburtsvorbereitung Hand in Hand gehen können.

Damit haben Sie also mindestens ein starkes Motiv, für sich und für Ihre Paarbeziehung wirklich einzufordern, sich miteinander so auf die Geburt vorzubereiten, dass sie sich auch wirklich gegenseitig helfen … und nicht nur so, dass der Partner nur als Zuschauer dabei ist.

Oasen des Glücks

Ihr größtes Problem nach der Geburt wird der Alltag sein. Ganz ohne jeden Zweifel.

Deshalb brauchen Sie unbedingt regelmäßige „Oasen des Glücks.” Sie brauchen Zeit für sich selbst, Zeit für Ihr Tagebuch, Zeit für neue Pläne, – oder einfach nur Zeit zum Ausruhen und Abhängen.

Wenn Sie eine echte Chance haben wollen, nach der Geburt „Oasen des Glücks.” auch wirklich zu finden, müssen Sie sie jetzt schon schaffen.

Suchen Sie immer wieder ganz bewusst nach Möglichkeiten, Zeit für sich selbst zu haben. Das kann sehr wichtig sein.

Mit anderen Worten: Die Zeiten, in denen Ihr Partner Ihnen den Haushalt überlässt, sollten vorbei sein. Und lassen Sie keinen Zweifel daran, dass das auch nach der Geburt so sein soll. Wenn Sie es nicht einfordern, wird es kaum von selbst passieren.

Das sich Beteiligen am Haushalt schon in der Schwangerschaft wird nicht nur Ihre Schwangerschaft angenehmer machen. Es wird bis zur Geburt zu einer Routine werden mit dem Ergebnis, Leben, Kind und Paarbeziehung auf alle Schultern zu verteilen. Dann können alle wachsen – miteinandender, nicht der eine auf Kosten des anderen.

Sie selbst, Ihr Partner und auch die Paarbeziehung brauchen also Pflege – keines dieser drei wächst von selbst über einen ganz bestimmten Punkt hinaus – schon gleich gar nicht, wenn das Kind da ist! Und diese Pflege sollte spätestens jetzt, in der Schwangerschaft, beginnen. Am besten als Teil Ihrer ganz persönlichen Vorbereitung auf die Geburt und die Zeit danach.

Zeit für die innere Stimme

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