Palastrevolution

Fortsetzung von Seite 4

Wer ist also König? Sie oder Ihr Hirn?

Die eigene Vernunft wird Angstgefühle und negative innere Bilder immer wieder niederkämpfen, aber diese innere Schlacht wird nicht aufhören, bis das Kind geboren sein wird. Meistens wird es eine leise, innere Schlacht sein und nur manchmal wird eine Kreißende laut ihre Wut herausschreien. Jede Wehe, die in immer kürzeren Abständen eintrifft, wird das System in größeren Aufruhr stürzen als schon zuvor, und immer wieder wird sich der Automatismus des Körper gegen den natürlichen Verlauf der Geburt stemmen – bis die Gebärende irgendwann zu müde ist, zu erschöpft um weiterzukämpfen und endlich loslässt.

Natürlich ist meine Darstellung plakativ. Ja klar. Aber ist sie so abwegig?

Wikipedia sagt, die durchschnittliche Geburt dauert bei einer Frau, die ihr erstes Baby bekommt, etwa 13 Stunden. Aber wie oft dauert sie tatsächlich 20 Stunden? Oder 30 Stunden? Oder noch länger?

Die Geburt ist viel zu oft ein Kampf gegen sich selbst, statt ein wundervoller Auftakt zu einem ersten Date zwischen Mama und Baby, zwischen Mama, Baby und Papa – zwischen allen, die jetzt eine neue Familie sind.

Ich habe Ihnen eine Geschichte erzählt, was und wie es geschieht, wenn Sie sich für den Körper halten, der alles nehmen muss, wie es sein Gehirn beschließt. Das kann gut gehen – und tut es auch gar nicht so selten – das sollte der Fairness halber gesagt sein. Aber es weit davon entfernt, wie es eigentlich fast immer sein müsste!

Viel zu tief hat sich in unser kollektives Gedächtnis eingeprägt, dass die Frau unter Schmerzen gebären soll, wie es die Bibel wohl sagt. Viel zu häufig haben wir uns von Filmen zeigen lassen, dass Geburten Brüllorgien sind und viel zu willfährig haben wir uns von der Medizin vorgaukeln lassen, die wirklich sichere Geburt, die einzig wirklich gute Geburt, finde in der Klinik statt unter der Aufsicht eines Arztes (mit Saugglocke unterm Arm …)

Was ist aus den Liebeshormonen geworden?

Was ist mit all den Liebeshormonen, von denen man immer hört? Oxytocin, Endorphine, Dopamin, etc.pp? Man hört doch immer häufiger, dass gerade während der Geburt solche Hormone für ein schönes Geburtserlebnis sorgen. Geht das nur intravenös?

Schauen Sie sich aber erst mal dieses Interview mit Michel Odin in Sachen körpereigenes Oxytocins an.

Wie auch immer, beim nächsten Mal schauen wir uns das mal an, wie es sein kann, wenn Sie die Königin und Ihr Gehirn Ihr Diener ist 😉

2 comments add yours

  1. Nachdem ich Ihre Seite jetzt schon seit einer Weile mit Interesse lese (bei uns ist nämlich bald soweit), kann ich nach diesen 5 Seiten nur sagen, schwere Kost. Ich werde mir Ihre Kommentare jedenfalls zu Herzen nehmen, und freue mich schon sehr darauf, wie König oder Diener weiter geht – auch wenn ich nicht mehr als eine Artikelseite am Stück lesen kann….

    Weiter so!

  2. Hi Tina,

    danke für den Kommentar 🙂 … Hej, das ist ja schon bald soweit! Ich halte ganz fest die Daumen, dass es ein ganz wundervolles Geburtserlebnis werden wird!

    Da hab ich jetzt fast ein schlechtes Gewissen – dass ich so schwere Kost eingestellt habe. Gedacht waren, bzw. sind diese Teile für einen Videovortrag, aber da ich mir ohnehin ein Konzept machen musste, schien es mir die einfachste Sache zu sein, die Teile als Text vorab ins Blog zu stellen. Ich denke, Ende der Woche sollte der Beitrag fertig sein, dann stelle ich ihn hier ins Netz. Ich glaube, wenn man sich das anhört, ist es einfacher 🙂

    Nächste Woche werde ich wieder eine Serie starten, dann geht es um die Frage, wie es ist, wenn man König ist … 🙂

    Ganz herzlichen Dank für Ihr Interesse! Ich hoffe, es bringt was 🙂

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