Palastrevolution

Fortsetzung von Seite 2

Adrenalin und Noradrenalin

Ginge es nur um das Dämpfen von Schmerzen, wäre das Hochschießen des Adrenalin- und Noradrenalinspiegels ja eine wunderbare Sache (allerdings nicht gleich bei den ersten Wehen!).

Der Nachteil von zuviel Adrenalin besteht einmal darin, dass dem Körper dadurch die Feinsteuerung verloren geht, die er aber eigentlich braucht, um Schäden an sich selbst zu vermeiden. Ein anderer Nachteil liegt darin, dass die Stoffwechselprozesse in den äußeren Körperbereichen angekurbelt werden, die – umgekehrt – wiederum im Innenbereich, da wo es um die Geburtsentwicklung geht, fehlt. Das soll auch so sein, denn im Notfall sollte jetzt die Geburt ganz unterbrochen werden, so dass Sie abhauen oder kämpfen könnten. Nur, weit und breit gibt es weder jemanden, mit dem Sie kämpfen könnten, noch dass Sie vor der Geburt Ihres Kindes fliehen könnten …

Glücklicherweise holt das Noradrenalin seinen großen Bruder Adrenalin schon bald wieder zurück auf den Teppich und beruhigt das Körpersystem wieder. Trotzdem muss Ihr Körper ziemlich viel Arbeit aufwenden, um zurück zum Normalzustand zu kommen – schließlich will da ja ein Kind auf die Welt kommen 🙂

Allerdings, so ganz auf normal werden Sie nicht mehr kommen, denn auch wenn Sie wissen, dass Sie ein Baby zur Welt bringen und sich eigentlich darauf freuen, Ihr Stammhirn kann damit nichts anfangen, denn, wie gesagt, aus dessen Sicht ist das ein Fremdkörper, der da weg muss!

In der Zwischenzeit ist der Neokortex weiterhin damit beschäftigt, fieberhaft nach Erinnerungen oder Wissen zu suchen, um zu weiteren angemessenen Entscheidungen zu kommen, denn er bleibt ja hochgradig wach und steht auf dem Standpunkt, er muss etwas tun!

Beim zweiten gehts schneller

Lassen Sie uns einen kurzen Blick auf die Statistik werfen: Die zeigt, dass Frauen, die schon ein Kind zur Welt gebracht haben, Ihre weiteren Kinder deutlich schneller gebären als beim ersten Mal. Ihr Neokortex findet eine Erinnerung, dass es so etwas schon mal gegeben hat, dass er ein solches Erlebnis schon mal hatte. Er entspannt sich ganz offensichtlich und geht den weiteren Geschehnissen erst mal aus dem Weg &#133 als würde er sagen:

„Ok, also macht mal, was ihr für richtig haltet!”

Das ist zwar auf der einen Seite gut – zumindest wenn die erste Geburt nicht allzu problematisch war, denn wenn doch, kann er ganz schön biestig werden! Wenn die erste Geburt aber gut verlaufen war, also ohne Probleme, vielleicht sogar ein wunderbares Ereignis gewesen war, wird er so lange entspannt und ruhig bleiben, bis etwas auftaucht, was von der gespeicherten Erinnerung abweicht! Dann geht das Spiel von vorne los …

Auf der nächsten Seite schauen wir uns mal die Wirkung der Angst an, auch die messbare Wirkung: Die Angst ist im Spiel

2 comments add yours

  1. Nachdem ich Ihre Seite jetzt schon seit einer Weile mit Interesse lese (bei uns ist nämlich bald soweit), kann ich nach diesen 5 Seiten nur sagen, schwere Kost. Ich werde mir Ihre Kommentare jedenfalls zu Herzen nehmen, und freue mich schon sehr darauf, wie König oder Diener weiter geht – auch wenn ich nicht mehr als eine Artikelseite am Stück lesen kann….

    Weiter so!

  2. Hi Tina,

    danke für den Kommentar 🙂 … Hej, das ist ja schon bald soweit! Ich halte ganz fest die Daumen, dass es ein ganz wundervolles Geburtserlebnis werden wird!

    Da hab ich jetzt fast ein schlechtes Gewissen – dass ich so schwere Kost eingestellt habe. Gedacht waren, bzw. sind diese Teile für einen Videovortrag, aber da ich mir ohnehin ein Konzept machen musste, schien es mir die einfachste Sache zu sein, die Teile als Text vorab ins Blog zu stellen. Ich denke, Ende der Woche sollte der Beitrag fertig sein, dann stelle ich ihn hier ins Netz. Ich glaube, wenn man sich das anhört, ist es einfacher 🙂

    Nächste Woche werde ich wieder eine Serie starten, dann geht es um die Frage, wie es ist, wenn man König ist … 🙂

    Ganz herzlichen Dank für Ihr Interesse! Ich hoffe, es bringt was 🙂

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