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Die Geburt ist Teil eines Ganzen

Neugeborenes, das hochgehalten wird (Bildquelle: Fotolia.de)

Ich glaube, es ist nicht wirklich hilfreich, die Geburt als Ereignis für sich zu betrachten. Sie ist nicht das Ganze, sondern Teil eines viel größeren Ganzen, und es ist schon schwierig genug, wirkliche Trennlinien zu finden.

Die Geburt eines Menschen verläuft anders, als die Geburt eines Menschenaffen:

Der Geburtsvorgang beim Menschen ist im Vergleich zu anderen Primatenarten komplizierter: Denn im Gegensatz zu neugeborenen Menschenaffen ist der Kopf des menschlichen Babys etwa so groß wie der mütterliche Beckenausgang und hat es daher schwerer, diesen zu passieren. Das Neugeborene muss sich so durch den mütterlichen Geburtskanal schrauben, um diesen erfolgreich zu überwinden. Menschenaffen und auch andere Affenarten haben es da deutlich einfacher, da der Beckenausgang verhältnismäßig größer ist als der Kopf des Affenbabys.

Aus: Schwere Geburt auch beim Neandertaler

Der Gedanke, um den es hier geht, lautet: Die Geburt ist deshalb anders, weil die physischen Proportionen anders sind. Wäre der Kopf kleiner … aber, der Kopf ist nicht kleiner. Er ist, wie er ist und wenn wir unterstellen, dass durch den aufrechten Gang des Menschen die Geburt schwieriger geworden ist, weil die Natur eben einen Fehler gemacht hat, dann hätten wir bei der Kopfgröße schon den nächsten Fehler entdeckt – und, ich glaube, würden wir so weiter argumentieren, bestünde die Natur nur aus Glücksfällen und Fehlern. Das glaube ich aber nicht … ich glaube nicht, dass die Natur die Stimme von Zufall, Glück und Pech ist!

Ich glaube, dass Zeugung, Schwangerschaft und Geburt ein Gesamtkunstwerk darstellt, um einen Körper hervorzubringen, der genau so ist, wie er sein soll – bis ins Detail! Perfekt!

Aber dieser perfekte Körper des Babys – das ist nur die eine Seite! Die Geburt dieses perfekten Körpers bedeutet nicht, dass er einen Bewohner haben, oder dass der Bewohner lange bleiben wird. Ja, und es kann sein, dass er durch die Augen anderer betrachtet als behindert erscheinen wird. Es ist eben ein perfekter Körper für ein ganz spezielles Leben.

Und schon gar nicht bedeutet die Geburt dieses speziellen, perfekten Körpers, dass Geburtsprozess und/oder Geburtsentwicklung auf Kosten der Mutter geht, noch gehen soll! Das hat viel eher mit der Fähigkeit der Frau zu tun, Ihren Körper los- und ihn machen zu lassen. Oder anders gesagt: Ihm aus dem Weg zu gehen.

Reden wir morgen weiter … 🙂

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