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Wickelplätze

In einer Wollmütze schlummerndes Neugeborenes (Bildquelle: Fotolia.de)

Letzte Woche habe ich mich mit dem Thema Wickelplatz beschäftigt – im weitesten Sinne. Geweckt wurde mein Interesse durch folgendes Zitat:

„Im physischen Ausdruck des Lebens in diesem Sonnensystem scheint Raum die Vorstellung von Sein auszudrücken, Energie die von Tun und Zeit die von Haben.”

Paul Twitchell, Die Flöte Gottes.

Ein interessantes Konzept, finden Sie nicht? Man kann überall beten, jederzeit. Man braucht keine Kirchen, Tempel oder Kathedralen. Und doch gibt es sie – und oft erfüllen sie sogar ein erhabenes Bedürfnis. Und ebenso wenig braucht man einen speziellen Platz, um ein Baby zu wickeln. Man kann das immer und überall erledigen. Und doch kann ein speziell hergerichteter Platz zu Hause mehr als nur ein erhabenes Bedürfnis stillen.

Der frühere Vorstandsvorsitzende von Porsche, Wiedekind, sagte einmal, dass man einen Porsche überhaupt nicht brauche – deshalb verkaufe er sich so gut. Er ist purer Luxus, ein Ausdruck einer bestimmten Geisteshaltung und schieres Vergnügen.  Und das gilt ebenso für Wickelplätze (und alles andere).

Wickelplätze haben für mich eine gewisse magische Ausstrahlung, denn das Baby, das ja im Mittelpunkt des Wickelplatzes ist, bzw. sein wird, kann Ihnen ja nicht sagen, ob es gefällt oder nicht. So gesehen ist das Gestalten eines Wickelplatzes im höchsten Maße Ausdruck der eigenen Persönlichkeit – und damit Luxus. Aber das genau gilt auch für die gewaltigsten Kathedralen: Man kann nicht wirklich wissen, ob Gott als Mittelpunkt sich darin wohlfühlen wird. Aber es ist ein Ort und ein Raum in den wir unser ganzes Wissen, unser ganzes Können und unsere ganze Liebe eingebracht haben, um es zu gestalten und schön zu machen und – vor allem – um Gott dort zu begegnen.

Wir können nicht wirklich wissen, was unser Baby mitbringt, wenn es auf die Welt gekommen ist. Alles, was wir können, ist, ihm einen Raum zu schaffen, an und in dem wir ihm begegnen und ihm alles anbieten, was wir zu geben haben: Uns selbst.

Es kommt natürlich nicht darauf an, ob wir einen speziellen Platz zum Wickeln haben oder nicht. Aber wenn wir einen haben, ist es gerade dieser Platz, der uns Eltern eine Gelegenheit gibt, diese besondere Beziehung auf einzigartige Weise zu erleben …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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