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Junior

Papa mit Töchterchen auf dem Arm, die ihm ein Küsschen gibt (Bildquelle: Fotolia.de)

Heute morgen war ich zum Frühstück in meinem Lieblingscafe. Nicht, dass das Cafe superschön wäre, nein. Aber dort gibt es den besten Espresso der Stadt …

Ich setzte mich auf einen Hocker am Fenster und schaute den Passanten nach, die vorbei schlenderten. Ein junger Mann mit Notebook setzte sich zwei, drei Stühle neben mich, und schon bald darauf kam ein anderer junger Mann dazu, ebenfalls mit Notebook – der aber hatte noch seinen Junior auf den Schultern. Ein Knirps von vielleicht eineinhalb Jahren. Die Männer kannten sich, das war unübersehbar, und doch wahrten sie eine gewisse Distanz zueinander. Schließlich kam ein dritter Mann dazu – einer, der zum Cafe gehörte … und plötzlich wurde mir klar, dass das hier ein Geschäftsmeeting war. Ein zwangloses Zusammentreffen, um einen kleinen Umbau zu besprechen – und der Junior mittendrin 🙂

„Willst du runter?” fragte der Papa seinen Kleinen, der eine Zeit lang auf dem Fensterbrett gesessen und zugeschaut hatte. Der nickte, und, kaum, dass er abgesetzt war, davon stiefelte. Die drei Männer gruppierten sich um die Tür – ich glaube, sie vermaßen den zweiten Eingangsbereich und diskutierten wohl verschiedene Lösungsoptionen. Junior kehrte nach einem kleinen Ausflug an seinen Platz zurück und sah sich nach seinem Papa um. Als er sah, dass der mit den beiden anderen Männern im Gespräch vertieft war, rief er „Hej!” und als sich keiner rührte, rief er gleich noch mal doppelt so laut „Heeejjjj!” Als sich immer noch keiner nach ihm umdrehte, brüllte er aus voller Lunge: „Heeeeeejjj!”

Sein Papa drehte sich lächelnd nach ihm um, sagte was Nettes zu ihm und nahm ihn auf den Arm. Er stupste ihn an der Nase und setzte, Junior auf dem Arm, sein Gespräch mit den beiden anderen fort.

Ich finde das eine so großartige Sache! Während die Mama beim Frisör verweilte, nahm der Papa völlig stressfrei seinen Kleinen mit in die Besprechung – einfach, weil das kein Problem war. Fantastisch!

Kinder gehören dazu. Sicher, nicht immer bleiben die so locker, wie der Kleine heute morgen, und nicht immer sind Besprechungen so entspannt, wie die gerade geschilderte. Aber Kinder gehören dazu. Mitten rein. Sie stören nicht – sie gehören dazu!

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 1 comment… add one }
  • So geht es bei uns auch oft zu: nachmittags wenn der Sohnemann aus dem Kindergarten kommt ist IMMER einer von uns bei ihm zuhause. Geschäftliche Telefonate müssen aber trotzdem geführt werden oder ab und zu muss mal einer in der Produktion nach dem Rechten schauen…
    Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich: gestern hatte ich ein Telefonat mit einem Herrn von KidsDeal, der eher arrogant war und mir das Gefühl gab: Ja, ja, die Hausfrau die auf Geschäftsfrau macht…
    Andere reagieren mit Begeisterung und finden es toll wenn sie sehen, wir gut man Familienleben und Arbeitswelt unter einen Hut bringen kann…

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