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Mein Kind!

Bronzestatue der blinden Justizia (Bildquelle: Fotolia.de)

Dieser Tag erregte ein Urteil des Europäischen Gerichts für Menschenrechte meine Aufmerksamkeit, das die Rechte der biologischen  Väter stärkte. Im zu entscheidenden Fall war eine Frau während der Ehekrise zu Hause ausgezogen und hatte ein Verhältnis mit einem anderem Mann, von dem sie wohl schwanger wurde – was aber nicht geklärt ist. Nach ein paar Wochen beschloss sie, zu ihrem Mann zurückzukehren und der Ehe noch mal eine Chance zu geben. Sie bekam ihr Kind und die Ehe hat bis heute Bestand.

Nun ist es aber so, dass der Partner der außerehelichen Beziehung darauf besteht, einen Vaterschaftstest machen zu lassen. Er geht davon aus, Vater des Kindes zu sein und will sich ein Umgangsrecht mit seinem Kind erstreiten. Vor allen deutschen Gerichten kassierte er eine Niederlage. Der EuGH jedoch gab dem Antrag jedoch statt und verurteilte Deutschland zu einem Schmerzensgeld von € 5000,– … die gerichtlichen Vorinstanzen hätten den Fall genauer prüfen sollen, ob dem Kindswohl nicht besser durch den Umgang mit dem biologischen Vater gedient gewesen wäre. In Deutschland ist der Ehemann der rechtliche Vater und die bestehende Familie hat absoluten Vorrang.

Nun frage ich mich, worum es hier eigentlich geht! Steht wirklich das Kindswohl im Mittelpunkt des Ganzen? Das Kind hat doch gar nicht geklagt. Der Mann hat geklagt und verlangt Auskunft, ob er nicht der biologische Vater des Kindes ist. Er weiß es nicht. Und niemand stellt ihm gegenüber Ansprüche. Er könnte also der Vater sein oder auch nicht.

Wenn eine Frau sagt, dieser Mann sei der Vater ihres Kinder und dieser wiederum sagt, er sei es nicht, muss er sich einem Vaterschaftstest stellen – warum also nicht auch umgekehrt, wenn er sagt er sei der Vater und sie sagt, er sei es nicht? Schwierige Frage …

Mein Gefühl sagt mir, dass der Schaden, den eine Familie als Ganzes nehmen könnte, zu groß ist, um einem solchen Antrag stattgeben zu können. Der Kläger könnte der biologische Vater sein oder auch nicht, stimmt. Da aber das Kind im Ehemann der Frau, der das Kind ja auch als seines akzeptiert und angenommen hat, einen Vater hat, ist es einfach überflüssig, etwas anderes festzustellen. Alles ist gut – und das Leben ist nicht immer fair (wie Miriam in Facebook zu bedenken gab). Was bin ich froh, kein Richter zu sein …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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