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Auf ein Neues!

Baby liegt auf dem Rücken und schreit (Bildquelle: Fotolia.de)

Meine Frau war davon überzeugt, sie könne nicht schwanger werden – bis sie es war. Danach war sie sich sicher, ein Mädchen zu bekommen – bis sie von einem Jungen träumte, der ihr sagte: „Mama, vergiss es! Ich bin ein Junge!“ Es wurde ein Junge.

Andererseits träumen viele Schwangere, ihr Baby würde ein Junge oder Mädchen werden – und liegen damit falsch. Sind solche Träume nur eine Art Lotteriespiel?

Die Kinder, die in diese Welt kommen, kommen nicht aus dem Nichts. Ganz im Gegenteil! Es geschieht gar nicht so selten, dass sich die werdende Mama und das wartende Kind im Traum begegnen. Manchmal wissen die Kinder da schon, wie es weiter gehen wird und manchmal nicht. Der Punkt, um den es geht, ist, dass die Kinder, die kommen, eben nicht im Bauch sind. Sie kennen ihr zukünftiges Geschlecht oft nicht wirklich. Und die Mama, die über die Intelligenz ihres eigenen Körpers durchaus wissen kann, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, steckt oft selbst in sowohl Erinnerungen als auch Hoffnungen und Wünschen, die vieles überlagern. Insofern ist diese Kommunikation manchmal ein bisschen wirr. 🙂 Aber da weder Sie noch Ihr zukünftiges Kind ein Körper sind, können Sie sich praktisch jederzeit austauschen – auf Augenhöhe!

Wie auch immer, wenn sich die Kinder entschließen, diesen neuen Körper wirklich anzunehmen – und das wissen sie oft erst zum Zeitpunkt der Geburt! – liegt für sie ein Körper bereit, der in jeder Hinsicht perfekt ist. Sie kommen in diese Welt – genau wie wir selbst damals – mit Ideen und Aufgaben, auf der Suche nach Erfahrungen, nach Lösungen und nach Möglichkeiten, Liebe zu geben und anzunehmen. Und dafür, wie schon gesagt, sind ihr Körper und ihre neue Familie perfekt.

Sie werden ein bischen Zeit brauchen, ihn richtig und vollständig in Betrieb zu nehmen und sie werden ein bisschen Zeit brauchen, sich wirklich mit ihm anzufreunden …

Nicht immer sind die Kinder einverstanden mit dem, was sie als Körper vorfinden. Auch das ist eine der Aufgaben, die sie mitbringen. In der Zeitschrift Eltern stand mal die Geschichte eines besorgten Vaters, der dem Kinderarzt sein Problem vortrug. Sein Sohn wollte ausschließlich mit Puppen spielen, und tanzen, und rosa Schuhe. Der Arzt fragte zurück, ob es denn auch ein Problem wäre, wenn er eine Tochter hätte, die nur mit Autos spielen und Fußballschuhe tragen wollte … Manchmal dauert es eben eine Weile, bis die Kinder ihre neue Situation annehmen können. 🙂

Ebenso kann es sein, dass sie nicht mit ihrer Familie einverstanden sind – oder mit einzelnen Familienmitgliedern. Ihr Protest kann ohrenbetäubend und nervtötend sein. Aber sie haben keine Wahl, als sich zu arrangieren. Auch das kann eine Aufgabe sein, denn, und das gehört zur Wahrheit, nicht immer kommen die Kinder freiwillig in die Welt.

Und manchmal bleiben die Erinnerungen an eine vergangene Zeit in ihrem neuen Leben verankert: Männer, die sich als Frauen fühlen, oder umgekehrt. So what? Sind wir nicht alle in dieses Leben gekommen, um unser eigenes Spiel zu spielen?

Aus spiritueller Sicht ist die Idee, es gäbe Kinder mit Behinderungen absurd! Behindert ist manchmal lediglich unsere Sicht darauf. Ich hatte an anderer Stelle, glaube ich, schon einmal das folgende Erlebnis erzählt: An einem hektischen Sommermorgen kam ich zu einer Kundin, die mich bat, ihr bei der Umlagerung ihres Mannes zu helfen. Eigentlich hatte ich dafür weder Zeit noch Lust, aber nein sagen wollte ich auch nicht. Ihr Mann hatte Krebs im Endstadium, war bis auf Haut und Knochen abgemagert und lag im Sterben. Die meiste Zeit schlief er – aufstehen konnte er schon lange nicht mehr. Als ich ihn wie ein Kind auf meine Arme nahm, schlug er seine Augen auf und sein Blick traf mich wie ein Blitzschlag! Noch nie zuvor hatte ich erlebt, mit wieviel Würde und Dankbarkeit jemand Hilfe annehmen konnte – und was es bedeutete, diese Hilfe zu geben. Obwohl dieser Mann fast schon tot war, abgemagert und kaum noch ansprechbar, war er es, der mir etwas zu geben hatte.

Kinder, die mit sogenannten Behinderungen in ihr Leben starten, haben uns allen viel zu geben – allein, wir sehen es oft nicht. Wir sind zu sehr mit unseren eigenen Problemen beschäftigt. Aber sie haben etwas zu geben: sich selbst. Sie liefern sich selbst und ihr ganzes Leben oft vollständig und buchstäblich aus in die Hand ihrer Mütter, ihrer Familien und in die Hand der Gesellschaft und manchmal ist es nicht zu fassen, wie ignorant, vorurteilsbeladen und dumm Menschen auf andere Menschen reagieren, die nicht behindert sondern lediglich anders sind.

 Oft wenn nichts anderes mehr geblieben ist, als die Liebe, stellen wir fest, dass mehr als genug für alle da ist …

H. Klemp

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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