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Gentle Men

Baby beim Saubermachen (Bildquelle: Fotolia.de)

Zwei Drittel der Väter finden, ihr Leben sei durch die Geburt ihres Kindes glücklicher und erfüllter geworden. Dies zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von Eltern. Von den jungen Vätern zwischen 20 und 35 Jahren sagen das sogar 70 Prozent.

Quelle: Finanznachrichten.de

Ist das eigentlich eine Nachricht? Ich meine, war das je anders? Könnten Sie sich eine Umfrage vorstellen, die zeigte, dass zwei Drittel aller befragten Väter sagten, seit der Geburt der Kinder habe sich ihr Leben dramatisch verschlechtert und sie wären sehr unglücklich darüber … Quatsch, oder?

Und doch glaube ich, dass sich das (Selbst-)Bewusstsein der Väter in den vergangenen 20 oder 30 Jahren deutlich verbessert hat – wohl auch, weil Väter mehr Möglichkeiten entdeckt haben, sich einzubringen und sich dadurch ein Stück weit auch mehr selbst zu verwirklichen. Ich will jetzt gar nicht mal von der Elternzeit und der damit verknüpften Väterzeit reden. Nein, ganz allgemein.

Natürlich spielt es eine Rolle, ob es das erste Kind ist, oder das dritte, oder ob es das erste Kind mit der ersten Frau oder das erste Kind mit der zweiten Frau ist, und doch glaube ich, dass sich die Männer in ihrer Vaterrolle einfach wohler fühlen, als noch vor einiger Zeit – glaube ich jedenfalls. Sie glänzen nicht mehr hauptsächlich durch Abwesenheit, wie noch vielfach vor 30 Jahren, als sie i.d.R. der Familienernährer waren. Und es ist auch nicht mehr so, dass man ein Weichei-Image hat, nur weil man das Baby badet und wickelt oder ihm die Flasche gibt.

Vor allem aber ist es so, dass auch Männer immer häufiger Familie und Beruf besser miteinander verknüpfen wollen. Nicht immer, sicher, aber dann doch immer öfter. Und gleichzeitig sind es immer mehr Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter darin unterstützen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Meine Frau arbeitet eng mit einer großen Anwaltskanzlei zusammen, deren Seniorpartner beides überzeugte Familienmenschen sind und alles, wirklich alles, unternehmen, damit ihre Anwälte Kinder haben, und sie auch aufwachsen sehen können.

Das mit den Arbeitgebern ist allerdings nicht immer so und, auch zur Wirklichkeit gehört, dass es eine Rolle spielt, auf welcher Ebene der Firmenhierarchie die jeweiligen (jungen) Väter angesiedelt sind.

Als Gemeinschaft sind wir aus meiner Sicht immer noch weit davon entfernt, zu verstehen, welche Vorteile es für uns alle bedeuten könnte, würden wir Familien sehr viel mehr Aufmerksamkeit einräumen. Bedauerlicherweise laufen aber alle Entwicklungen darauf hinaus, Familien eher auseinanderzureißen. Die Eltern sollen Kinder haben, das ist das allgemeine Credo, aber dann bitte schön rasch in die Krippen abschieben und wieder Geld verdienen gehen, damit mehr Steuern reinkommen … aber hier komme ich vom Thema ab … 🙂

Wie auch immer, Sie kennen das Blog von Hebamme Prader? Wenn nicht, sollten Sie unbedingt ihren RSS-Feed abonnieren! Wird Ihnen gefallen! Auf Hebamme Praders Blog fand ich den folgenden, wunderbaren Eintrag, den ich hier sehr sehr gerne nochmals widergebe:

Impressionen

Vor drei Tagen:

Ein Mann den ich nur in Anzug kenne mit Kravatte kurzem frischgeschnittenem Haar und sehr formell. Läuft nun in T-Shirt kurzen Shorts mit flauschigem längerem Haar, Dreitagebart und dem dreimonatigen Baby am Bauch, fröhlich im Quartier, windelschleppend, herum.

Heute:

Mann in Anzug (trotz Hitze) schiebt Kinderwagen am Morgen früh zur Krippe.

Anderer Mann mit frischgebügeltem Hemd, 190 cm gross fährt und beugt sich tief übers Kindertrottinett; vor ihm steht sein vier jähriger Sohn, quitschend: „Bea, Bea, hoi“ rufend. Daneben genau so flott unterwegs, der sechs jährige Bruder  der mir noch zuwinkt. Alle drei in bester Laune.

So kann auch Familienleben sein.

Hebamme Prader ->

Genau: So kann auch Familienleben sein … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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