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Jetzt? Jetzt!

Schwangerer Torso gegen mondbeschienem Nachthimmel (Bildquelle: Fotolia.de)

Gestern habe ich ein bisschen über das steigende Alter der Erstgebärenden nachgedacht, und die Idee war, dass wir alle gleichermaßen nach Glück streben – unabhängig davon, ob mit oder ohne Kind. Kinder zu haben, ein Kind zu bekommen, sind Optionen. Und für Frauen war das keineswegs immer so – gut, dass sich das verändert hat.

Unterstellt, es sei eine ganz bewusste Entscheidung, jetzt ein Kind zu bekommen: Was löst dieses Jetzt! eigentlich aus? Warum will eine Frau, Ende zwanzig, jetzt ein Kind und nicht schon ein Jahr vorher? Oder zwei Jahre vorher? Gibt es da eine (stillschweigende oder innerlich vorliegende) Checkliste?

  • Bankguthaben? Gecheckt!
  • Partner? Gescheckt!
  • Karriereziel erreicht? Gecheckt! … So etwa?

Ich will nicht ausschließen, dass es solche Lebensentwürfe gibt. Tatsächlich habe ich vor einiger Zeit eine Frau kennengelernt, die das so gemacht hat. Sie hatte sich als Studentin tatsächlich eine Liste von Zielen aufgeschrieben, was sie bis fünfunddreißig erreicht haben wollte – eigene Praxis inklusive – ehe sie das Unternehmen Baby starten wollte. Und auch tatsächlich so umgesetzt. Aber das war die einzige Frau, die ich kennengelernt habe, die das so gemacht hat. Es scheint mir eher eine Ausnahme zu sein.

Ist es die so genannte biologische Uhr, die immer lauter tickt und dadurch dieses Jetzt! auslöst?

Aber vielleicht ist es gar keine abrupte Entscheidung? Vielleicht es es eine Art sanftes Hineinsurfen in die Idee, ein Kind zu bekommen? So als würde man zunächst den Gedanken, schwanger zu werden, gar nicht mehr so abwegig finden. Daraus wird dann ein: Warum nicht? Und schließlich ein: „Oh, eigentlich würde das jetzt passen…”

Oder kommt die Bereitschaft, jetzt ein Kind zu wollen, eher zufällig zustande? Ist also irgendwann einfach da?

Aber kann es denn nicht sein, dass das Kind selbst eine entscheidende Rolle spielt? Ist es nicht denkbar, dass zusammenkommt, was zusammengehört? Kann es nicht sein, dass die Beziehung zwischen Mutter und Kind seinen Anfang (deutlich) vor der Zeugung des späteren Kindes hat?

Für mich ergibt das jede Menge Sinn! Ich glaube schon, dass die gesellschaftliche und kulturelle Veränderung einen Einfluss darauf haben, dass Frauen heute später gebären als noch vor zwanzig Jahren. Ich glaube aber auch, dass es die Kinder selbst sind, die bestimmte Voraussetzungen brauchen, ehe sie in die Welt kommen (wollen) – und so lange die nicht gegeben sind …

Irgendwie stelle ich mir vor, wie sich beide im Traum begegnen und sich eine Weile lächelnd anschauen. Dann fragt der eine: „Jetzt?” und der andere nickt und antwortet: „Jetzt!

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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