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Geburtstrauma heilen

Neugeborenes bei der APGAR-Untersuchung (Bildquelle: Fotolia.de)

Sie haben sicher schon vom Babyblues gehört: Bis zu vierzig Prozent aller Frauen fallen nach der Geburt in eine mehr oder weniger leichte Depression. Im Allgemeinen hält man entweder die Hormonumstellung und/oder die psychologische Veränderung in die Mutterschaft hinein für die Ursache dieser postpartalen Stimmungsstörung.

Wenn es sich um mehr als nur ein Stimmungstief handelt, spricht man von einer postpartalen Depression. Das ist dann der Fall, wenn man aus der inneren Leere nicht mehr alleine herausfindet. Dann braucht es auf jeden Fall professionelle Hilfe.

Das für mich Interessante an der postpartalen Stimmungsstörung ist der Umstand, dass man ganz allgemein annimmt, sie würde sich in den meisten Fällen von selbst auflösen – und meint damit, wenn sich die Stimmung wieder normalisiert hat, ist auch wieder alles gut.  Aber ehrlich mal: Nur weil diese Schwere von einem abfällt, ist sie dann deshalb für immer weg? Bleibt da nicht irgendwo in einer finsteren, tief innen liegenden Ecke ein kleiner Rest hängen? Einer, der vielleicht über die Jahre wächst und wächst und irgendwann zwar sehr groß und spürbar geworden ist, den man dann aber nicht mehr mit der Geburt in Verbindung bringt?

In der allgemeinen psychologischen Betrachtung stellt eine Geburt kein Vorfall dar, der eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) auslöst. Und doch ist es so, dass eine Geburt absolut ein Trauma darstellen kann, in deren Folge, wenn auch sehr viel später, PTBS auftauchen kann :

Zu einer psychischen Traumatisierung kommt es, wenn das Ereignis die psychischen Belastungsgrenzen des Individuums übersteigt und nicht adäquat verarbeitet werden kann. Derartige Erlebnisse sind dadurch gekennzeichnet, dass ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten besteht, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.

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Es genügt also das eigene Gefühl der Machtlosigkeit – und zu diesem Gefühl der Machtlosigkeit kommt es schnell, vor allem, wenn man nicht loslässst und sich hingibt, sondern kämpft und vor Erschöpfung aufgibt. Dafür kann es eine ganze Reihe von Gründen geben. Einer wäre, dass Sie transgenetisch das Geburtstrauma von Ihrer Mutter übernommen haben. Ein anderer kann sein, dass das Geburtserlebnis Bilder in Ihnen bewusst macht, die in einer anderen Sache aber in ähnlicher emotionaler Situation ein Trauma ausgelöst hat.

Es kann sehr wichtig sein, sich mit der Geburt zu versöhnen und das Erlebnis abzuschließen. Denken sie mal drüber nach … und bis dahin:

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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