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Mama, die mit Ihrem Baby lacht (Bildquelle: Fotolia.de)

Deutschland schafft sich ab – so könnte man das provozierend untertiteln, denn in Deutschland sterben mehr Menschen als geboren werden. Während die Sterberate hierzulande nur um 0,2 % fiel, fiel die Zahl der Geburten gleich um satte 3,2 % – trotz Elterngeldes. Mithin werden nur noch etwa 8 Kinder pro Tausend Einwohner geboren.

Was sind die Gründe für das sinkende Interesse am Kinderkriegen?

Frau Schröder, Deutschlands derzeitige Familienministerin wies darauf hin, dass die Anzahl der Frauen im gebärfähigen Alter gesunken, mithin die Geburtenraten bezogen auf diese Gruppe stabil sei. Das klingt plausibel. Demnach schrumpft zwar die Anzahl der Deutschen, die Frauen selbst aber hätten ihre Vorstellung in Sachen Kinderkriegen nicht verändert.

Es gibt aber einen weiteren Aspekt, den man sich anschauen sollte: Im Vergleich zu den Frauen in allen anderen europäischen Ländern kriegen wir Deutsche die wenigsten Babys. Gibt es dafür einen plausiblen Grund?

Ich persönlich glaube, dass die Gründe dafür die gleichen sind wie für den Umstand, dass Frauen insgesamt in Deutschland weniger Kinder bekommen, als noch vor 20 Jahren: Die Vielfalt an Möglichkeiten – vor allem in wirtschaftlich führenden Länder.

Frauen insgesamt sind heute um ein vielfaches selbstbewusster als noch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Und nicht nur Frauen haben durch Computer, Mobiltelefone und Web viel mehr Möglichkeiten als jemals zuvor. In jeder Hinsicht.

Diese Vielfalt an Möglichkeiten ist ebenso berauschend wie erschreckend. Aus der Psychologie ist bekannt, dass die Entscheidungsfreude nur kurzfristig mit der Zunahme an Entscheidungsmöglichkeiten zunimmt. Dann kippt das um und es zeigt sich, dass sich Menschen insgesamt eher gelähmt fühlen, Entscheidungen zu treffen, wenn sie zu viele Wahlmöglichkeiten haben.

Darüber hinaus ist es heute sehr viel einfacher und auch akzeptierter, eine Schwangerschaft abzubrechen. Was die Frage aufwirft, weshalb Menschen überhaupt in dieses Leben kommen: Sind wir in dieses Leben gekommen, weil unsere Eltern Sex hatten und uns gezeugt haben? Kommen Frauen also in dieses Leben, um Kinder zu bekommen und großzuziehen? So manches mal meine ich einen Unterton der Empörung aus Kommentaren herauszuhören, die sagen, Frauen würden heutzutage wohl erst mal versuchen, sich selbst zu beweisen …

Ich glaube das nicht. Ich glaube, wir kommen in diese Welt, um zu uns selbst zu finden. Als Eltern oder nicht. Und auch, um das zu konfrontieren, was wir irgendwann verursacht haben. Noch nie zuvor haben wir uns als Kollektiv so sehr mit unserer Umwelt und den Folgen unseres Handelns so intensiv auseinandergesetzt – und auseinandersetzen können! – wie heute. Dabei treten soziale Formen des Lebens eher in den Hintergrund – das Kriegen von Kindern ist nicht mehr so vordringlich wie das Erkunden das eigenen Lebens. Und Erlebens.

Das ist eigentlich gut …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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