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Mikronährstoffe Teil 3: Vitamin D

Babys Hand umgreift einen Finger (Bildquelle: Fotolia.de)

Wir Deutsche können uns kaum vorstellen, wie das ist, wenn man die halbe Zeit des Jahres kaum die Sonne zu sehen kriegt – dafür dann die andere Hälfte kaum die Nacht, Für die Finnen ist das aber so. Und erst Recht für die Lappen. Es ist daher kaum verwunderlich, dass Sie den Babys am meisten Kraft und Stärke zutrauen, die im Spätsommer zur Welt kommen: „Die haben im Bauch die meiste Sonne abgekriegt”. Und Sonne ist für uns Menschen aus vielerlei Gründen unabdingbar.

Kennen Sie noch die alte Ammenweisheit, jedes Baby koste einen Zahn? Sie kommt, wenig verwundernd, aus der Beobachtung früherer Tage, dass Frauen schon früh einen Zahn verloren – fast immer während oder nach einer Schwangerschaft. Ursachen dafür waren die deutlich schlechteren Hygiene- und Ernährungsbedingungen früher, und im Besonderen natürlich einen Mangel an Vitamin D.

Auch wenn es ein bisschen holprig ist, Vitamin D ist der gemeinsame Nenner zwischen den Finnen und Lappen mit ihrer Lichtknappheit und dem Verlust von Zähnen in früheren Tagen – und ein zu niedriger Vitamin D Spiegel findet sich bei 67% der Deutschen …

Ebenso wie bei Folsäure und Eisen bietet also auch der Mikronährstoff Vitamin D vielen Frauen schlechte Startbedinungen für die Schwangerschaft. Das hat dann in der Schwangerschaft Konsequenzen für die Zähne der Schwangeren selbst. Ein Mangel an Vitamin D kann beispielsweise zu Paradontitis führen – das um so mehr, als die Schwangerschaftshormone in ihrer Wirkung das Zahnfleisch aufweichen und so die Zähne lockern können. Das ist einer der Gründe, warum Sie gleich, nachdem Sie von Ihrer Schwangerschaft erfahren haben, zum Zahnarzt gehen sollten – und nach diesem ersten Besuch regelmäßig durch die ganze Schwangerschaft hindurch. Darüber hinaus führt ein Vitamin D Mangel auch zu einem unsichereren Gang und erhöht dadurch das Sturzrisiko.

Niedrige oder gar zu niedrige Vitamin D Werte haben aber durchaus auch auf das Embryo und auf das spätere Kind großen Einfluss: Bei einer Langzeitstudie von 160 Kindern in Southampton, bei denen komplette Datensätze schon aus der Schwangerschaftszeit ihrer Mütter vorlagen, zeigte sich eine signifikant höhere Knochendichte bei den Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft höhere Vitamin D Werte hatten. Darüber hinaus zeigte sich tatsächlich (die Finnen von weiter oben lassen grüßen), dass bei Kindern, die im Spätsommer geboren worden waren, die also während ihrer Embryonalzeit mehr Sonnenlicht abbekommen hatten, ebenfalls eine höhere Knochendichte. Aber natürlich hat das mehr damit zu tun, dass der höherer Sonnenlichtanteil auf der Haut ihrer Mütter im Körper der Mütter mehr Vitamin D bilden ließ.

Was sagt uns das jetzt alles?

  • Nun, falls ihr Arzt nicht von sich aus eine Vitamin D Substitution vorschlägt, sprechen Sie ihn darauf an.
  • Gehen Sie viel raus an die frische Luft und treiben Sie ein bisschen Sport …

und – um Himmels Willen: Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 4 comments… add one }
  • Guter Artikel. Die Sache mit dem Vitamin D ist wirklich den wenigsten bekannt. Mal ehrlich: Wie oft seid ihr in der Sonne? Und wenn Sonne, dann dicke Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 🙂

  • Yepp 🙂 Lichtschutzfaktor 50 … 🙂

    Dabei wäre die Schwangerschaft die beste Gelegenheit, sich das tägliche Spazierengehen anzugewöhnen, so dass sich das eingespielt hat, wenn das Baby da ist. Das will nämlich auch täglich raus an Licht und Sonne … wenn auch im Kinderwagen … 🙂

  • Brigitte

    Ich muss aber gestehen, dass nur Vitamin D nicht ausreicht. Ich will hier keinen Wettbewerb starten und alle Vitamine gegeneinander ausspielen. Aber man sollte für Kinder auch noch das Vitamin B erwähnen, weil es eine zentrale Stellung beim Stoffwechsel einnimmt. Und dieser ist bei einem Baby von besonderer Wichtigkeit. Immerhin befindet es sich in einer Wachstumsphase

  • Yepp … alle sind wichtig! Danke für den Hinweis 🙂

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