≡ Menu

Mikronährstoffe Teil 1: Folsäure

Gemischter Salat mit Physaliskirsche obenauf (Bildquelle: Fotolia.de)

Essen während der Schwangerschaft – eine never ending story!

Man müsse nicht für zwei essen, heißt es in vielen Ratgebern – stimmt aber nicht, denn es wächst in Ihnen ein zweiter Organismus heran und der braucht Nährstoffe! Mag sein, dass Sie nicht die Menge von zwei Erwachsenen futtern müssen, zumindest nicht im Hinblick auf den Kalorienbedarf, aber selbst da bin ich ein bisschen skeptisch, denn gerade während der ersten drei, vier Monate läuft der Stoffwechsel sowohl auf Seiten der Schwangeren als auch auf Seiten des Embryos auf Hochtouren.

Essen für zwei bezieht sich nicht auf die Größe der Portionen, sondern auf die Qualität des Essens im Hinblick auf den tatsächlichen Bedarf.

Folsäure

Ehe man sich der Frage zuwenden kann, was man denn für zwei essen müsste oder sollte, muss man sich erst mal mit der Frage beschäftigen, ob denn in der Nahrung genug für einen steckt!

Das Problem: Die wenigsten Schwangerschaften sind geplante Schwangerschaften. Sie sind zwar gewollt, aber nicht geplant. Nicht geplant bedeutet in diesem Fall: Im Hinblick auf die gewollte Schwangerschaft gibt es keine Vorbereitung in Sachen Nährstoffversorgung . Und in Bezug auf Folsäure wird dieses Problem besonders deutlich:

Da zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland durchschnittlich weniger als 300 µg täglich aufnehmen, fordern Kinderärzte und einige Gesundheitspolitiker, dem Grundnahrungsmittel Mehl (wenn es nicht Vollkornmehl ist) Folsäure beizumengen. Auf diese Weise soll insbesondere Fehlbildungen bei der Neuralrohrbildung vorgebeugt werden, die in den ersten drei Schwangerschaftswochen und damit zu einem Zeitpunkt eintreten, zu dem die Schwangerschaft in der Regel noch nicht bekannt ist. Von ärztlichen Befürwortern einer Folsäure-Anreicherung wird argumentiert, dass die Zahl der Schwangerschaften mit Neuralrohrdefekten in Deutschland im internationalen Vergleich besonders hoch sei (12,36/10 000 Geburten, im Vergleich zum internationalen Mittelwert von 7,88/10 000 Geburten). Jährlich gibt es in Deutschland etwa 800 Schwangerschaften mit Neuralrohrdefekten, die in der Mehrheit nach einem positiven Screening-Test unterbrochen werden. Durch eine perikonzeptionelle Folsäure-Gabe könne die Häufigkeit von Neuralrohrdefekten um 20 bis 60% abgesenkt werden.[18]

Wikipedia.de ->

Sie sehen, noch bevor es richtig an den Start geht, haben viele Frauen Defizite in Bezug auf Folsäure. Die größte Menge an Folsäure (siehe oben) braucht das Embryo aber in den ersten drei bis vier Schwangerschaftswochen, in der Zeit also, in der viele Frauen ihre Schwangerschaft eher ahnen.

Der Körper muss Folsäure über das Essen holen und dann bis zum Bedarf zwischenspeichern. Im Essen selbst aber finden sich oft nur sehr geringe Mengen davon. Zum einen, weil die Böden ausgelaugt sind, zum anderen, weil sich Koch- und Essgewohnheiten über die Jahre verändert haben. Während man früher noch sehr gerne Innereien, vor allem Leber aß, findet sich das heute eher selten auf dem Speisenplan – und gerade Leber wäre ein mächtiger Folsäurelieferant. Andererseits speichern sich gerade in der Leber die Abbauprodukte des Stoffwechsels. Da aber den Tieren über das Futter Hormone und andere Chemikalien beigemischt werden, ist der Verzehrt auch nicht mehr so sehr empfehlenswert  …

Sie sehen, die Zugabe von Folsäure an Schwangere über Zusatzpräparate, wie es heute üblich ist, kommt eigentlich ein bisschen spät. Nicht, dass das unnütz wäre. Folsäure braucht es auch für Anderes, aber in Bezug auf beispielsweise Spina bifida kommt diese Beigabe in der Regel zu spät!

Ein anderer, oft umstrittener Mikronährstoff ist Eisen. Damit beschäftigen wir uns im nächsten Beitrag 🙂

Genießen Sie die Zeit … und Ihr Essen 🙂

{ 1 comment… add one }

Leave a Comment

Passwort aendern
Bitte Deine Email-Adresse eingeben. Ein neues Passwort wird Dir per Email zugeschickt.