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Abstimmungsprobleme im Kreißsaal?

Hebamme, die die Herztöne des Babys abhört (Bildquelle: Fotolia.de)

Auch wenn es langsame Schritte sind, so gibt es doch eine sichtbare Entwicklung hin zu hebammengeleiteten Kreißsäälen. Es meint, dass die Hebamme im Kreißsaal das Sagen hat und der/die jeweilige Gynäkologe/in erst dann auf den Plan tritt, wenn ernste Probleme das erfordern.

Nicola Bauer von der Hochschule für Gesundheit in Bochum untersuchte für ihre Promotion das in Deutschland neue Versorgungskonzept des Hebammenkreißsaales und kommt zu dem Schluss:

Die Betreuung Gebärender durch Hebammen statt durch Ärzte wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, in der das Konzept des Hebammenkreißsaales mit dem ärztlich geleiteten Kreißsaalmodell verglichen wurde.

So jedenfalls konnte man dieser Tage dem Scienceticker entnehmen (schauen Sie hier ->)

Aus meiner Sicht ist das eine sehr gute Entwicklung. Und doch, glaube ich, gibt es da schon noch ein paar Abstimmungsprobleme … ?

Aus meiner engeren Familie kenne ich den Fall, bei dem die Schwangere von ihrem Gynäkologen den Hinweis ernstnimmt, eine Kaiserschnittgeburt zu wollen. Hauptgrund war eine unüblich große Fruchtwassermenge, aber es gab n0ch einige andere Faktoren, die einen Kaiserschnitt unumgänglich erscheinen ließen. Bei der Vorstellung in der Klinik sagt sie das auch, und auch am Tag der Aufnahme in die Klinik, am Tag der Geburt also, sagt sie nochmal, dass sie wohl eine Kaiserschnittentbindung brauchen werde.

Aber natürlich lässt sich eine Hebamme, in einem jetzt Hebammengeleiteten Kreißsaal erst mal nicht davon beeindrucken …

Die Geburt zieht sich hin, was nun nichts Ungewöhliches ist. Die Kreißende weist nochmal auf die Empfehlung ihres Gynäkologen hin, eine Kaiserschnittentbindung zu nehmen, aber die Hebamme sagt ihr, sie möge sich keine Gedanken machen, das werde alles schon gut gehen.

Am Ende von fast 20 Stunden Wehen kommt es doch zum Kaiserschnitt …

Nun gibt es Schwangerschaften, die sich länger hinziehen. Das ist noch nicht einmal selten. Aber es kann auch nicht sein, dass man die Diagnose des Frauenarztes … sagen wir: überstimmt. Schon gar nicht, weil man die Kreißende für zu pienzig hält.

Es ist schon so, dass über viele Jahre hinweg Gynäkologen im Kreißsaal nicht allzuviel auf die Meinung der dort tätigen Hebammen gegeben haben mögen. Es aber nun umgekehrt genauso zu machen, kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Da scheint es dann doch noch ein paar Abstimmungsprobleme zu geben …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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