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Willenskraft

Schwangere in Wehen (Bildquelle: Fotolia.de)

Sie Wissen, dass Willenskraft ein schwacher Muskel ist? Eine knappe Resource? Ist so! Knappe Resource meint, dass Sie sich etwas noch so sehr vornehmen wollen, es wird in aller Regel nicht allzulange dauern, bis sich der Wunsch nicht mehr aufrecht erhalten lässt, wenn dazu ein sehr starker, langanhaltender Wille notwendig ist.

Alkohol wegzulassen, weil Sie schwanger geworden sind, das lässt sich relativ einfach hinkriegen. Man steht nicht den ganzen Tag auf einer Party und neben einem Cocktail, so dass die Versuchung nicht allzugroß ist. Das kriegen Sie hin!

Mit Rauchen aufzuhören, gerade weil man schwanger geworden ist, fällt in den, sagen wir mal, rosaroten Bereich: Lässt sich irgendwie hinkriegen, wenn man ganz ganz stark ist und weil es für eine gute Sache ist. Aber da müssen Sie schon wirklich einen starken Willen haben.

Aber während der Wehen tapfer sein zu wollen und die Zähne zusammenzubeißen – roter Bereich. Das werden Sie nicht hinbekommen. Keine Chance – es sei denn, sie haben eine einfache und problemlos schnelle Geburt. Oder einfach keine Veranlagung zu heftigen Wehenschmerzen. So viel zu den schlechten Nachrichten – jetzt zu den guten: Erstens gibt es Hilfe und zweitens Training 😉

Was das Rauchen anbelangt: Wenn es Ihnen sehr schwer fällt, das sein zu lassen und nicht ständig Ihr Denken um den Glimmstengel kreisen zu lassen, vielleicht wäre Hypnose eine brauchbare Idee? Es gibt mittlerweile schon recht viele Therapeuten, die Ihnen da helfen können.

Was die Wehen und die Geburt anbelangt, auch hier lässt sich Hilfe finden! Sogar sehr kompetente Hilfe, aber nähern wir uns der Problematik vom Prinzip her. Als erstes brauchen Sie eine klare Vorstellung davon, wie die Geburt in und mit Ihnen ablaufen wird. Auf diese Weise ist es für Sie und/oder Ihre Begleitung viel einfacher zu wissen, wo Sie gerade sind.

Als nächstes brauchen Sie einen klaren Plan, wann Ihnen was weiterhilft. Vor allem Ihre Begleitung kann Ihnen hier eine große Hilfe sein. Atmen spielt eine Rolle, aber es gibt noch weit mehr, was Ihnen helfen kann, Ihrem Körper Raum zu lassen, die Geburt zu bewältigen, ohne einerseits im Weg zu stehen und dabei, andererseits, wenig oder keinen Schmerz zu spüren.

Als drittes brauchen Sie ein bisschen Übung, so dass Sie sich selbst während der Geburt im Gefühl der Sicherheit loslassen können.

Ist klar, dass wir von einer guten Geburtsvorbereitung gesprochen haben? Ja, oder? 🙂

Wenn Sie in der Schweiz wohnen, lege ich Ihnen einen Besuch bei Urs Camendzind und seiner Frau Heidi ans Herz. Besuchen Sie deren Website oder fragen Sie per email nach Informationen. Wenn Sie in Deutschland oder Österreich leben, schauen Sie mal nach HypnoBirthing. Vielleicht ist das was für Sie.

Aber auch wenn HypnoBirthing jetzt nicht so Ihr Ding ist, Sie sollten eine Geburtsvorbereitung machen. Unbedingt. Denn, wie gesagt, Ihr Wille ist eine sehr begrenzte Resource und steht einem entspannten und sanften Geburtserlebnis eher im Weg, als dass er hilfreich ist … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 2 comments… add one }
  • su

    hallo wieder einmal…

    … täglich lese ich die einträge und blogs von dir raimund… finde es gut wie du schreibst und ich finde auch deine einstellungen gut… spannend finde ich es nur das du als mann über geburt und schwangerschaft schreibst… wie kommst du dazu? was genau reizt dich daran?

    was die geburt und die wehen und die ressourcen betrifft: ich glaube, dass ganz oft vor allem in unserer zeit den frauen angst gemacht wird, dass die wehen ach so weh tun und das man sie erlösen kann mit schmerz mitteln.

    zähne zusammenbeißen ist da aber ganz schlecht, finde ich … tust du dir mal weh (wenn du dir zb den fuß anschlägst) und die zähne zusammen kneifst, dann wirst du bestimmt mehr schmerzen haben als wenn du in den schmerz rein atmest, oder? ist dir das schon mal aufgefallen?

    eine wehe dauert laut geburtsvorbereiterin und buch 60 – 90 sec. wächst langsam steigt an dann gibts einen höhepunkt und dann fällt sie wieder ab … dazwischen kein schmerz … dann wechseln sich die wehen ab … einmal eine starke lange dann wieder kürzer und schwacher … auch so im geburtsvorbereitungskurz und buch gehört/gelesen.

    nun; ich kann noch nicht wirklich mitreden, hab ja die geburt erst noch vor mir, aber ich glaube, dass man mit entspannung und guter vorbereitung wirklich viel machen kann.

    angst und anspannung wirken dagegen und ich denke, dass dann die wehen weh tun.

    ich hab das buch hypnobirthing gelesen, auch die selbstbestimmte geburt, sowie geburt und stillen von michel odent … ich bin zum entschluss gekommen, dass diese autoren und bücher alternativen und ein weites und altes denken aufzeigen… das thema zb mit der privatcy (es lässt sich besser gebären wenn es dunkler ist oder man nicht gestört wird und frau sich einfach gehen lassen kann)
    so denke ich auch das entspannung und angstfreiheit zu einem angenehmeren geburtsvorgang führen können.

    ich hab den termin bereits überschritten, jedoch hab ich keine angst oder panik das was schlimmes sein könnte und auf die geburt freu ich mich sehr.

    überigens zu empfehlen ist der film orgasmic birth für die frauen die ihn noch nicht gesehen haben.

    somit schönen gruß wieder mal aus österreich 🙂
    Su noch mit bauch

  • Hi Su,

    ich freu‘ mich natürlich immer über deine Kommentare, und natürlich darüber, dass dir gefällt, was du hier findest 🙂 – und wünsche dir sehr, dass du ein wunderbares Geburtserlebnis wirst genießen können. Mir gefällt natürlich sehr, wie entspannt und selbstsicher du auf die Geburt zugehst. Klasse! 🙂

    Orgasmic Birth, The Best Kept Secret, hatte ich hier im Blog schon mehrfach angesprochen, aber hast Recht: Vielleicht wäre es mal wieder an der Zeit für ein Update 🙂

    Die Kliniken werden nach und nach besser, was die Möglichkeiten des Kreißsaals anbelangt. Das Problem ist dabei natürlich, dass die Entbindungsstationen Geld verdienen müssen. Insofern wird es wohl immer, zumindest in den meisten Kliniken, eher auch eine Art Geburtsindustrie geben und die Sache mit der Intimsphäre bei der Geburt eher kleingeschrieben – aber andererseits, wer weiß! Wenn man sich anschaut, wie sehr sich die Kliniken in ihrer Philosophie in den letzten, sagen wir zwanzig Jahren, verändert haben … da ist schon noch Vieles möglich.

    Herzlichen Gruß und ein wunderbares, langes Wochenende 🙂

    Raimund

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