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Regeln, Regeln, Regeln

Schwangere mit Kind im Arm (Bildquelle: Fotolia.de)

Meine Frau hatte heute in Frankfurt zu tun. Einer der Wagen des ICE, mit dem sie fuhr, war aus technischen Gründen abgehängt worden. In einem anderen war die Klimaanlage ausgefallen. So heiß war es heute nicht, man hätte also ruhig den Wagen öffnen können, nur leider gibt es die Anweisung, Wagen mit ausgefallener Klimaanlage nicht zu besetzen. Aus Sicherheits- und gesundheitlichen Gründen. Dafür aber war es in den übrigen Wagen hammereng, weil voll besetzt. Die Fahrgäste standen eingepfercht wie Sardinen in der Büchse dicht an dicht – obwohl ein ganzer Wagen vollkommen leer mitfuhr – aber es gibt nun mal Regelungen … gut, dass meine Frau nicht schwanger war … 🙂

Wie heute in der taz zu lesen war, hat die Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe beschlossen, auf ihren Mutterschutz zu verzichten. Sie will die Firma durchgehend leiten. Das kann sie auch, weil sie keine Arbeitnehmerin ist. Wäre sie eine Arbeitnehmerin, ginge das nicht, schon gar nicht nach der Geburt. Schließlich gibt es Regeln … 🙂

Vor ein paar Monaten hatte ich hier über die Inhaberin meines Kaffeerösters berichtet. Sie war damals hochschwanger und hatte von vornherein beschlossen, höchstens eine Woche lang nach der Geburt zu Hause bleiben zu wollen:

„Ich habe einen Betrieb zu führen, da kann ich doch kein Jahr lang Elternzeit nehmen – wo denken Sie denn hin …?!

… hatte sie damals zu mir gesagt – und es auch genau so umgesetzt. In purer Selbstverständlichkeit. Genau wie Ihre Mutter vor ihr. Sie macht ihre eigenen Regeln, denn schließlich ist es ihr eigener Betrieb.

Mutterschutz sollte ein Schutz sein, keine Verpflichtung. Keine zwei Menschen sind gleich, keine zwei Menschen leben in identischen Situationen. Jeder sollte frei sein, seinem Verantwortungsgefühl folgen zu können – ohne, dass irgendwer sich bemüsigt fühlt, die Nase darüber zu rümpfen, weil das ja schrecklich ist, oder, wie in einem der Kommentare des o.g. taz-Artikels zu lesen war:

Wozu kriegt sie denn ein Kind, wenn sie gleich wieder arbeiten will …

Wie gesagt: Wen geht das was an? Ha’m wir nicht alle genug vor der eigenen Tür zu kehren?

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 1 comment… add one }
  • su

    lieber raimund….

    … grundsätzlich finde ich es ja gut das jede frau selber entscheidet wie sie tut…. aber es wird auch gründe haben weshalb es dieses gesetz des mutterschutzes gibt… es gibt firmen die gerne die mütter gleich wieder einstellen würden … ich denke aber das es wichtig ist vorallem im wochenbett (und das geht nicht nur 1 woche sondern eigentlich 4) sich schonen sollte. arbeitgeber würden das schamlos ausnützen wenn sie könnten. deshalb ist es gut das es dieses gesetz gibt… in der schweiz (das hab ich so gehört von einer bekannten) ist es so das sie nur eine woche nach der geburt haben und zwei wochen vor der geburt…. also das find ich schon krass….

    denk nur an das bonding und auch die „wunden der frau“ oder das stillen und das kennenlernen des kleinen neuen menschen…. wie soll den das gehen wenn man gleich wieder arbeiten geht? also für mich undenkbar…. alleine schon körperlich. hab viele freundinnen die in letzterzeit entbunden haben und alles gute 2 wochen gebraucht haben wieder fit zu sein und gute 4 wochen bis sie einen etwas rhythmischen tag mit dem neugeborenen bekommen haben.

    naja wie auch immer ich kehre eh vor meiner ´haustüre, aber ich bin dafür das jede frau das recht dazu hat vorher und nachher mutterschutz zu bekommen und die zeit bekommt das zwergerl kennenzulernen und das zwergerl die mutter.

    schönes wochenende

    lg aus graz

    Su

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