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Hausgeburten und Kaiserschnitte

Neugeborenes im Brutkasten auf dem Bauch liegend (Bildquelle: Fotolia.de)

Ich finde es immer wieder sehr interessant, wie kontrovers (und teilweise unsachlich) über diese beiden Themen gestritten wird: Hausgeburten und Kaiserschnitte. Warum eigentlich?

Die Frauen, die zu Hause gebären, offenbaren in den Foren gelegentlich rümpfende Nasen über die anderen Frauen, die ihr Kind in einer Klinik bekommen, und die, die in Kliniken gebären, schütteln den Kopf über so viel Verantwortungslosigkeit, das Kind einem so großen Risiko auszusetzen, in dem man es zu Hause auf die Welt bringt. Warum eigentlich? Die Risiken sind zu Hause und in der Klinik in etwa gleich groß – es gibt vielleicht so gar kleine Vorteile beim zu-Hause-Gebären. Die Hebammen, die Hausgeburten betreuen, sind in aller Regel erfahren genug, die Lage gut einzuschätzen – und in aller Regel sind es nicht Hebammen oder Ärzte, die die Kinder auf die Welt holen, sondern es sind die Frauen, die ihre Kinder gebären … da wie dort.

Beim Thema Kaiserschnitt geht es gerne noch kerniger zur Sache, als beim Thema Hausgeburt. „Wie kann man nur …” ist eine gern vorgetragene Vorhaltung. Aber darf denn eine Frau nicht selbst über ihren Körper bestimmen? Ist es nicht so, dass die technische und medizinische Entwicklung enorme Fortschritte gemacht hat? Fast zweitausend Jahre lang sind wir entweder zu Fuß gegangen oder haben die Hilfe von Pferden oder Esel in Anspruch genommen. Heute fahren wir Auto – warum muss man unbedingt vaginal gebären? Ist es nicht erstaunlich, dass nicht selten gerade von den Leuten die heftigste Kritik in Sachen Kaiserschnitt kommt, die an anderer Stelle am lautesten für die Selbstbestimmtheit der Frauen streiten? Wen geht das was an, wenn eine Frau sich für einen Wunschkaiserschnitt entscheidet? Ist es denn nicht gut, dass es Wahlmöglichkeiten gibt?

Zu Recht beklagen viele Frauen eine allerseits anzutreffende Neigung anderer, sich mit ungebetenem Rat einzumischen. Wäre es nicht sehr viel liebevoller, zu unterstellen, dass nur die Frau selbst weiß, was gut für Sie selbst ist? Und das man selbst deshalb besser unterstützt und hilft, statt sich einzumischen, zu verunsichern und zu kritisieren?

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 3 comments… add one }
  • su

    beschäftige mich schon lange mit diesem thema und werde immer wieder schräg angeschaut das ich ausserklinisch gebären will (auch im geburtshaus ist so was wie hausgeburt, weil bei beiden gibts nur unterstützung von der hebamme) ….

    in der heutigen welt wird vorallem die klinische geburt als sicher und besser und grandios verkauft… derweil gibt es wirklich viele statistiken die dagegensprechen … naja wie auch immer ich finde jede frau soll selber entscheiden wo und mit wem sie gebären will. wichtig fände ich es auch eine vertraute hebamme mitnehmen zu können was leider in der klinik bei uns nicht geht.

    für mich ist es so… ich würde niemanden kritisierend er sich wohler fühlt in der klinik und was und wie frau in der schwangerschaft mit sich umgeht oder macht.
    ich denke jede ist selber verantwortlich und ich hab kein recht zu urteilen.
    deshalb finde ich es sehr gemein und frech wenn frauen die sich für was anderes und vielleicht alternativeres entscheiden als verantwortungslos und schlecht hingestellt werden…. ich stelle die frauen ja auch nicht als solche hin wenn sie in der klinik gebären….

    … also jedem menschen seins und bitte wertfrei und respektvoll… wir sind alle menschen und jeder hat ein recht so zu leben und zu entscheiden wie ers für richtig hält.

    ich persönlich fühl mich im ausserklinischen bereich ohne ärzte sicherer.

    Su noch mit bauch hinterlässt schöne grüße

  • Das „wie kann man nur“ finden man heute in allen Ecken der Gesellschaft.
    In der Babyecke sind es die Themen Geburt, Stillen, Tragen und Schlafen in denen die einen über die anderen die Nase rümpfen.
    Ich würde mich so sehr freuen, wenn wir unseren Weg zurück finden dazu, dass jeder dass tut wo nach er sich fühlt.
    Für eine gute Mutter-Kind-beziehung ist es das Beste, die Mutter (und auch das Kind) fühlt sich wohl.
    Das geschieht eigentlich nur, wenn man den Weg geht den man möchte.
    Das Problem ist meiner Meinung nach, dass wir heute so erzogen werden, dass es immer jemanden gibt der es besser weiß als wir.
    Das typisch deutsche „Expertentum“. Die Medien sind voll von Experten.
    Warum glauben wir Mütter (und auch Vater) jemand anders könnte es besser wissen, was gut für uns ist??? Wie soll das eigentlich gehen?
    Aber so erziehen wir oft auch unsere Kinder: „Du kannst das jetzt noch nicht verstehen, aber es ist besser so für dich!“
    Fangen wir doch bei unseren eigenen Kindern an und denken um: „Ich verstehe jetzt nicht warum du dich im Supermarkt auf den Boden schmeißt und brüllst, aber du wirst schon wissen warum…“
    So lernen wir auch neben bei, dass es egal ist was die anderen über dieses Schauspiel denken und bei der nächsten Geburt fällt es uns dann leichter zu sagen: ich will dies aber jenes will ich nicht!

  • su

    @baby dreamers: finde deine ansicht sehr sehr fein… gefällt mir sehr gut… schön zu wissen das es solche menschen gibt… bin schon gespannt wenn unser noch ungeborenes kind in das alter kommt wo es sich am boden schmeisst im supermarkt 🙂

    ich werd an dich denken

    schönes wochenende noch Su

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