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Extra für uns …

Neugeborenes liegt bäuchlings auf einer Decke und schläft (Bildquelle: Fotolia.de)

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Job-Angebot: Ein Chef, der Sie auch nachts anruft und dann solange mit Ihnen rumschreit, bis Sie alles erledigt haben, was er grad erledigt haben will. Die Aufgaben, die man Ihnen anvertraut, sind absolut anspruchslos und nicht wirklich inspirierend. Freie Tage gibt es nicht und als Bezahlung erhalten Sie ein, zugegebenermaßen sich öfter zeigendes Lächeln – sonst nix. Würden Sie annehmen? Nein? Aber genau das kommt auf Sie zu, wenn Sie Ihr Kind haben werden … 🙂

Es ist sicher richtig, sich auf die Geburt vorzubereiten, aber was ist mit der Zeit nach der Geburt? Wenn Sie jetzt Ihr erstes Kind erwarten: Können Sie sich schon vorstellen, wie das alles später werden wird? Wenn Sie es bei einer Geburtsvorbereitung lassen, dann wäre das, als würden Sie einen Umzug in eine andere Stadt planen und sich deshalb intensiv mit dem Bahnhof und dem Bahngleis beschäftigen, an dem Sie den Zug besteigen werden … Da muss dann doch schon ein bisschen mehr kommen, finden Sie nicht?

Veränderungen machen den größten Teil unseres Lebens aus, wenn sie nicht sogar das Leben selbst sind. Für Biologen ist Stoffwechsel ein notwendiges Kennzeichen dafür, dass Leben vorhanden ist, und für uns Menschen sind es wohl gerade mal zwei Zustände, die wir einnehmen: Veränderung und Anpassen an die Veränderung:

Kaum, dass Sie schwanger geworden sind und sich an die Schwangerschaft gewöhnt haben, kriegen Sie auch schon Ihr Kind und ein ganz neues Leben beginnt. Je nach dem, wie Ihre Zukunftsplanung aussieht, werden Sie, kaum, dass Sie sich an die Mutterrolle gewöhnt haben, auch schon wieder damit beginnen, sich wieder in das Arbeitsleben zu integrieren.

Es gibt Veränderungen, auf die kann man sich nicht wirklich vorbereiten. Wenn sie kommen, dann kommen sie eben und uns bleibt tatsächlich nichts anderes übrig, als zu sehen, wie wir damit zurecht kommen. Wohl aber die meisten Veränderungen lassen sich absehen und in der Vorbereitung darauf liegt eine große Chance, Stress vorzubeugen – und sich auf die Zeit nach der Geburt vorzubereiten, ist eine Gelegenheit, Ihr Glück bei der Stange zu halten 🙂

Die unnötigsten Beziehungsquerelen entstehen im Haushalt, deshalb ist es jetzt schon eine gute Idee, Teamwork mit Ihrem Partner zu proben. Jeder von Ihnen beiden muss zu- und abgeben: Das Geschirr muss nicht unbedingt immer und sofort nach dem Essen weiterverarbeitet werden, aber ebensowenig muss es die nächsten vierzehn Tag lang auf dem Tisch oder in der Küche stehen bleiben. Auch die Wäsche müssen Sie nicht Tag für Tag machen, aber es gibt auch keinen Grund dafür, dass nur Sie bügeln.

Vorsicht vor Abmachungen à la: Du Haushalt, ich Geld. Das kann funktionieren, muss es aber nicht, denn niemand kann wirklich voraussehen, wie sich Ihr Leben weiterentwickeln wird. Nur wenn Sie sich wirklich sicher sind, dass Sie diese Art von Familienleben leben wollen (und können!), ist das eine gute Lösung – und auch nur dann, wenn von der anderen Seite genügend Geld hereinkommen wird.

Eine ebenso kurzsichtige Idee ist die Abmachung: „Ich muss morgens zur Arbeit, du kannst ja liegen bleiben.“ Es ist das Kind von Ihnen beiden und es sollte selbstverständlich sein, dass sich beide darum kümmern wollen. Sie wollen beide das Kind, Sie sollten beide das wollen, was damit verbunden ist. Und auch, wenn das auf den ersten Moment nicht ganz offensichtlich ist, das Sich-Kümmern um das Baby, egal ob Flasche geben, baden oder frisch wickeln, ist Teil einer Entwicklungsgeschichte, die allen zu Gute kommt. Sie werden nicht viele Väter finden, die, nach dem sie ein Kind bekommen haben, immer noch im gleichen Maße Gewalt gegen Kinder im Fernsehen ertragen können … raten Sie mal, warum … 🙂

Wenn man ein Kind versorgt, erlebt man etwas, das einen verändert. Es ist sehr subtil und doch sehr mächtig. Nur wenige können ohne Folgen ein Baby im Arm halten, füttern oder frisch zu machen, ohne dabei verändert zu werden, denn Babys sind vollständig ausgeliefert. Katzenjunge oder Welpen können vom Arm springen und weglaufen, Babys nicht. Sie liegen einem im Arm, schauen einen mit großen Augen an und es ist, als ob einen der Blitz trifft. Man sieht sie schlafen, ihre absolut glatte Stirn, die Wimpern, ihre sanften Lippen, die kleinen Händchen – und man kann nicht anders, als sich zu verändern. Babys sind ganz bei sich –  das erlaubt es uns Erwachsenen, unsere Mauern einstürzen und wirkliche Liebe aus unserem Innersten heraus fließen zu lassen.

Wenn Männer sich, weil sie keine Zeit haben, um die Fürsorge ihre Babys drücken, versäumen Sie ohne Not das größte Geschenk, dass die Kleinen extra für uns mitbringen … es wäre dumm, es Ihrem Mann zu erlauben, dieses Geschenk auszuschlagen … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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