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Zu zweit ist es schöner

Foto eines Mannes, der einer schwangeren Frau den Bauch eincremt (Bildquelle: Fotolia.de)

Der weibliche Körper ist für die Geburt geschaffen. So heißt es jedenfalls und tatsächlich ist das oft so. Aber nicht immer. Und schon gar nicht immer in gleichem Maße!

Jeder Körper hat seine Eigenheiten. Schon rein faktisch weiß man, dass um die zehn Prozent aller Schwangerschaften herum komplizierte Geburten haben werden, die im Grunde nur über einen Kaiserschnitt zu einem guten Ende gelangen. Es zeigt sich also, dass gar nicht so wenige Körper im Kontext einer Schwangerschaft spezifische Komplikationen entwickeln. Das ist nun mal so und es ist doch gut zu wissen, dass Medizin und Geburtshilfe Techniken und Vorgehensweisen entwickelt haben, die Leben retten und Komplikationen überwinden, ohne den Frauen ein Horrorszenario antun zu müssen.

Dann gibt es weibliche Körper, die gewissermaßen Idealfälle für Schwangerschaft und Geburt darstellen und die unter allen Umständen und irgendwie immer komplikationsfrei Kinder auf die Welt bringen. Einfach so. Glücksfälle 🙂

Und schließlich gibt es die riesengroße Mittelschicht. Weibliche Körper, bei denen Übung, Training, Vorbereitung und Einstellung einen maßgeblichen Einfluss auf die Geburt haben kann.

Was den Geburtskontext anbelangt, die Umstände also, in denen die Geburt erfolgt, auf den hat die Frau selbst nur in Grenzen Einfluss und muss mit den Bedingungen zurecht kommen, die sie vorfindet. Vielleicht gibt es in einem Geburtshaus ein wenig größere Gestaltungsmöglichkeit als in einer Klinik, aber am Ende müssen Sie doch mit dem zurecht kommen, was ist. Hier spielen Hebammen eine größere Rolle und in diesem Zusammenhang sei (noch einmal) auf Michel Odent verwiesen:

Aus einer sehr praktischen Perspektive heraus betrachtet, sehen wir heute authentisches Hebammentum als Kunst, Bedingungen zu schaffen, die einen Fötus-Ausstoß-Reflex ermöglichen.

Michel Odent, the functions of the orgasms

Bleiben die persönlichen Voraussetzungen – sprich: Geburtsvorbereitung. Auch hier lässt sich vieles machen. Sehr vieles und, glauben Sie mir: Die Geburtsvorbereitung steht im Grunde genommen erst am Anfang ihrer tatsächlichen Möglichkeiten!

Was die persönlichen Voraussetzungen der Geburt anbelangt, so kann man ganz grob zwei Bereiche nennen:

  1. Den Körper vorbereiten, und
  2. den Körper machen lassen

Die Übung des Tages

Die letzte große Belastung für Ihren Körper, ehe Ihr Baby das Licht der Welt erblicken kann, ist die Passage des Babys durch die Vagina. Für Labien (also Schamlippen) und Damm (der Bereich zwischen Scheide und After) kann das eine Herausforderung sein!

Labien- und Klitorisrisse sowie Dammrisse und -schnitte sind eine häufige Folge, die sich nicht immer vermeiden lassen. Und doch lässt sich das Risiko minimieren: Durch Damm- und Labienmassage – und davon haben Sie mehr, wenn Sie das zusammen mit Ihrem Partner erleben!

Was Sie brauchen, ist ein gutes Öl. Es gibt mehrere spezielle Dammmassageöle, eines finden Sie z.B. bei Weleda (->).

Bei der letzten Übung ging es um Nichts-Tun – genauer gesagt darum, so entspannt auf dem Rücken zu liegen, dass der ganze Körper wirklich und restlos entspannen kann. Am besten noch mit einem kleinen Buchstapel unter dem Kopf, so dass die Wirbelsäule bis hinauf zum Kopf ganz gerade ist.

Nehmen Sie diese Position ein und entspannen Sie sich, denn jetzt ist Ihr Partner an der Reihe, der seine Hände entweder vorher in warmem Wasser oder durch aneinanderreiben aufgewärmt hat. Mit dem Massageöl auf Daumen, Zeige- und Mittelfinger beginnt er zunächst, Ihren Damm von der Vaginalseite her zu massieren. Behutsam und zunächst nur von außen. Als nächstes die beiden äußeren Schamlippen zwischen Daumen und Zeige- und Mittelfinger nach oben zum Klitoriskopf und wieder zurück massieren. Ganz behutsam. Es geht darum, das Gewebe aufzulockern und zu entspannen. Und, ja: das ist keine klinische Angelegenheit – es darf und soll erotisch sein, aber es soll doch trotz all dem noch eine Massage sein … also: erst die Arbeit, dann das Vergnügen 🙂 Wenn der äußere Bereich des Damms und der Labien aufgelockert und aufgewärmt sind, dann ist es Zeit, Damm Labien auch von der Innenseite der Vagina her zu massieren, denn von da aus wird bei der Geburt ja die größte Belastung kommen. Helfen Sie sich gegenseitig: Sagen Sie Ihrem Partner, wie weit er mit den beiden Fingern eindringen und mit wieviel Kraft er auf den Damm einwirken soll. Es ist eine Massage, ja, aber sie sollten das auch genießen können.

Machen Sie die gleiche Massage auch in der Hocke! Gehen Sie in die Hocke und lehnen Sie sich rücklings gegen Ihren Partner, der von hinten her Damm und Labien massiert. Der Körper übt in der Hocke auf diesen Bereich einen ganz anderen Druck aus, so dass sie sowohl rücklings als auch in der Hocke diese Massage durchführen sollten. Immer wieder.

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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