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Aufrecht sitzen …

Foto eines Stapels Lexika

Vor Jahren hatte ich eine zauberhafte Nachbarin. Eine Dame in den 70ern, rüstig, durch viele Schicksalsschläge im Leben gestählt und dennoch immer gut gelaunt. Sie kam gern in meinen Laden um Quatsch zu machen.

Mir fiel auf, dass sie ab und an einen doch arg unangenehmen Geruch um sich hatte – und ich wusste nicht, wie ich sie darauf ansprechen sollte, ohne sie zu verletzen. Sie schien das bemerkt zu haben, denn eines Tages kam sie dicht an mich heran und sagte:

„Sie müssen mir helfen! Wissen Sie, ich leide an Inkontinenz, habe aber leider nach einer Krebsoperation in der Nase meinen Geruchssinn verloren. Ich ziehe mich zwar mehrmals am Tag um, einfach weil ich weder da unten fühle noch hier oben rieche, wenn es denn nass geworden ist, … würde es Ihnen was ausmachen, mich darauf aufmerksam zu machen, wenn ich mal komisch rieche?“

Geburtsvorbereitung und Beckenboden

Glücklicherweise hat der Beckenboden in den letzten Jahren eine zunehmende Aufmerksamkeit erfahren. Sehr gut! Zehntausende von Menschen, die im Alter Probleme mit Inkontinenz bekommen, könnten das vermeiden, würden sie nur früher mit dem Training des Beckenbodens beginnen. Den größten Anteil der Betroffenen stellen Frauen und die Ursache geht fast immer auf die Geburt(en) zurück … womit wir beim Thema wären:

Immer Freitags gibts hier eine Übung

Nein, ein Text im Web oder ein Youtube-Video können einen Geburtsvorbereitungskurs nicht ersetzen. Nichts desto trotzt stellen wir hier immer Freitags eine Übung vor, die Sie einfach so nachmachen können, und die Sie vielleicht auch dazu inspirieren (soll), doch (noch?) einen Kurs zu belegen.

Hier also, für diesen Freitag, eine Übung für den Beckenboden:

Am besten, Sie nehmen einen Hocker. Wenn Sie keinen haben, so wie ich, stapeln Sie ein paar Lexika. so hab ich es jedenfalls gemacht (siehe Bild oben). Stuhl ginge prinzipiell auch, mir war aber immer die Lehne im Weg. Außerdem, wenn man sich auf dem Stuhl ganz nach vorne setzt, kippt der gerne …

Schuhe bitte ausziehen.

Setzen Sie sich also auf den Hocker oder den Bücherstapel. Am besten so, dass nur Ihr Hintern auf der Fläche sitzt – also ziemlich nach vorne rücken. Die Füße stehen hüftbreit auseinander und sind parallel. Beine ganz locker lassen. Jetzt richten Sie sich auf. Nehmen Sie Kopf und Kinn hoch und stellen Sie sich die Schnur eines Hampelmanns vor, die an Ihrem Kopf befestigt ist und ihn ganz sanft nach oben zieht, bis Sie wirklich gerade sitzen.

Wenn das geschafft ist, verschränken Sie Ihre Arme vor der Brust und nehmen die Ellbogen soweit nach oben, dass Arme und Oberkörper einen 90° Winkel bilden (So, als wollten Sie gleich Kasachok tanzen). Unbequem? Sehr gut 🙂

Jetzt kommt der entscheidende Teil: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Füße. Fühlen Sie, wie Ferse und Fußballen auf dem Boden aufsitzen. Spüren Sie da richtig hin – als würden die Füße an Ferse und Fußballen in den Fußboden gesaugt. Ohne eigenes Zutun. Gut. Jetzt den Fokus auf Ihren Hintern – genauer auf die beiden Gesäßknochen, auf denen Sie sitzen. Achtung jetzt: Stellen Sie sich vor, Sie würden diese beiden Knochenpunkte zusammenschieben. Nicht(!!!) die Muskeln anspannen!!!! Einfach  nur vorstellen, diese beiden Gesäßknochen würden sich zueinander bewegen. Wenn Sie alles richtig locker lassen, also keine Muskeln im unteren Bereich anspannen, werden Sie ein ganz ganz sanftes, leicht wohliges Gefühl zwischen diesen beiden Gesäßknochen spüren … und das ist Ihr Beckenboden.

Wenn Sie noch wenig oder gar keine Erfahrung mit Ihrem Beckenboden haben, ist das ein wirklich guter Anfang, diesen Teil Ihres Körpers überhaupt erst mal wahrzunehmen. Spannen Sie keine Muskeln an, ziehen Sie nichts zusammen, bleiben Sie ganz entspannt und aufrecht und arbeiten erst mal nur mit Ihrer Vorstellung. Einen Muskel, der praktisch nie wirklich im Fokus war, können Sie nicht einfach anspannen – schon weil Sie ihn nicht finden. Die Idee, die man häufig hört, die Muskeln anzuspannen, die den Harn zurückzuhalten, berührt zwar auch Ihren Beckenboden, aber nur zu einem kleinen Teil. Das können Sie ebenso gut sein lassen!

Demnächst mehr 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

PS: Diese Übung stammt (leicht abgewandelt) aus dem Buch Tiger Feeling, von Benita Cantieni, das ich Ihnen nur empfehlen kann. Zu diesem Buch gibt es hier in Kürze mehr!

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