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Wen können Sie fragen?!

Hören Sie auf Ihre Innere Stimme - darin schwingt auch, ganz zart, die Stimme Ihres Babys mit.

Hören Sie auf Ihre Innere Stimme - darin schwingt auch, ganz zart, die Stimme Ihres Babys mit.

Es ist die ewig junge/alte Frage: Wo bringen Sie Ihr Kind zu Welt? Klinik? Geburtshaus? Zu Hause?

Im Grunde stellt sich diese Frage eigentlich gar nicht mehr. Sie ist zu rund 98 Prozent längst entschieden: Frau kriegt Ihr Kind heute in der Klinik. Und es ist auch klar, warum sie das tut – weil sie Angst hat. Nicht weil es im Krankenhaus sicherer ist. Nicht weil es zu Hause riskanter ist. Es gibt keine Statistik die das belegen würde  … eher im Gegenteil! Aber es ist so, dass Frau sich dort eben am sichersten fühlt. Und damit verbietet sich aus meiner Sicht jede weitere Diskussion. Nur leider findet diese Diskussion immer noch statt!

Nur mal angenommen, eine Frau würde wirklich erwägen, ihr Kind zu Hause zu bekommen, wäre sich aber nicht wirklich sicher, ob das richtig oder falsch ist. Wen sollte sie da fragen? Eine Hebamme?

Hebammen, die in einer Klinik arbeiten, denken in der Regel, eine Hausgeburt sei ein überflüssiges Risiko. Sie kennen die Statistiken zwar, sie wissen natürlich auch, dass weltweit die Kinder immer noch zu Hause zur Welt kommen und Klinikgeburten nicht notwendige Ergebnisse westlich, industrieller Zivilisationen sind, aber sie arbeiten nun mal in diesem Umfeld und haben ganz sicher einige Fälle erlebt, bei denen eine Klinikumgebung Leben retten konnte. Keine Frage, warum die Schlussfolgerung in Bezug auf das Risiko so ausfällt.

Fragen Sie dagegen eine Hebamme, die vielleicht schon ihr ganzes Leben lang Geburten zu Hause betreut hat, vielleicht weil sie keinen Belegvertrag kriegen konnte oder keinen wollte und lieber unabhängig blieb, dann wird Ihnen diese Hebamme sagen, dass sie so manche kritische Situation erlebt habe, aber alle am Ende gut ausgegangen sind. Sie wird Ihnen von Fällen berichten, bei denen man in der Klinik rasch zu einem Kaiserschnitt übergegangen wäre – ohne Not – und deshalb das Kind in genau seinem Zyklus absolut gesund und munter zur Welt gekommen ist.

Was sagt uns das?

Es sagt uns, die eine wie die andere Meinung, dass man gerne Äpfel mit Birnen vergleicht! Das Argument, zu Hause wäre das jetzt ganz sicher schief gegangen (was immer auch „das jetzt“ meint), unterstellt, dass sich alles zu Hause auch tatsächlich so entwickelt hätte. Und wer kann schon wissen, was gewesen wäre, wenn?! Und: Niemand weiß, ob sich diese Hausgeburt in einer Klinik tatsächlich so lange hingezogen und deshalb wirklich zu einem Kaiserschnitt geführt hätte!

Mit Angst ist das so eine Sache. Wenn Sie ein Kind sehen, das sich vor etwas fürchtet, nutzt es überhaupt nichts, zu sagen, es müsse keine Angst haben. Mit einer Geburt ist das genau so! Es nutzt nichts, wenn jemand Ihnen sagt, sie bräuchten keine Angst zu haben. Wenn Sie sie haben, haben Sie sie. Punkt. Und wenn Sie sich in einer Klinik zum Entbinden sicherer fühlen, ist das genau die richtige Wahl! Egal wer das wie kommentiert. Und wenn Sie das Gefühl haben, sie wollen Ihr Kind zu Hause bekommen, in der vertrauten Umgebung, ist das ebenso richtig. Und ich finde, man sollte Sie in der einen wie in der anderen Entscheidung unterstützen, denn darin zeigte sich aus meiner Sicht wirkliche Freundschaft und Respekt!

Und, um auf die eingangs gestellte Frage eine persönliche Antwort zu geben: Sie können Ihr Herz fragen! Ihr innerstes Selbst. Es versteht sich von selbst, dass, wenn Sie zu Hause entbinden wollen, Sie alle nötigen Vorsorgemaßnahmen abarbeiten, denn die Verantwortung liegt hier in größerem Maße bei Ihnen. Aber wie auch immer Sie entscheiden mögen, Ausgangspunkt sollte Ihre eigene innere Stimme sein … denn in ihr wird sich die zarte, fast unhörbare Stimme Ihres Babys mit zum Ausdruck bringen … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 2 comments… add one }
  • Mal wieder ein sehr schöner Artikel, Raimund! 😉
    Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich mich auch für ein Krankenhaus, allerdings ein ganz kleines, antroposophisches, entschieden – ob aus Unsicherheit oder aus Wissensmangel um eine Alternative, kann ich nicht mal sagen. Man, bzw. frau machte das eben so. Ich kannte auch niemanden, der schon mal eine Hausgeburt gemacht hatte.
    Jetzt bei meiner zweiten Tochter war ich im Geburtshaus. Hätte ich das schon vor 5 Jahren gekannt und in Düsseldorf gewohnt, hätte ich es vielleicht schon damals so gemacht. Es war jedenfalls wunderschön! Und da meine Schwangerschaft (genau wie die erste) sehr komplikationslos verlaufen war, habe ich mir auch keinerlei Sorgen gemacht.
    Das war ganz lustig: Nachdem ich mit meinem Mann beim Informationsabend im Geburtshaus war und vieles erfahren und die schönen Räume gesehen hatte, war meine Entscheidung bereits getroffen. Ganz „aus dem Bauch heraus“ 🙂 ! Es fühlte sich einfach richtig an. Mein Mann brauchte da etwas länger. Er war unsicherer. Klar, er hatte ja auch nicht MEINEN Bauch :-)) Wir haben uns dann ihm zuliebe noch eine Klinik angesehen – und danach wusste ich erst recht, dass ich da nicht hin wollte.
    Also, ich persönlich kann die Geburt im Geburtshaus nur jeder Frau wärmstens ans Herz legen. Zumindest kann man sich ja mal eines ansehen. Und wenn frau dann merkt „nee, das ist nichts für mich“ – auch gut. Für mich und meine Familie war es genau das richtige!! Mein Töchterchen war eineinhalb Stunden nach unserer Ankunft im Geburtszimmer auf der Welt………. <3
    Ich wünsche Euch allen Schwangeren eine wunderbare Geburt!

  • Ha, Andrea! Das klingt einfach wunderbar! Meine – nein: unsere allerherzlichsten Glückwünsche 🙂

    rk-f

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