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Wo kommt eigentlich das Fruchtwasser her?

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser“.

Die Frage, woher das Fruchtwasser eigentlich kommt, lässt sich sehr einfach beantworten: Es war immer da!

Auch die Lungen des Föten werden einen nicht unbeträchtlichen Teil zur Bildung des Fruchtwassers beitragen

Man darf sich da nicht ins Boxhorn jagen lassen: Das Fruchtwasser ist nicht irgendwann da gewesen oder kam von da und da her. Vielmehr ist das Fruchwasser das Ergebniss eines fortlaufenden Prozesses, der, wie sollte es anders sein, seinen Beginn bei der Befruchtung der Eizelle hatte und immer in Menge und Konsitenz das war, was von ihr gebraucht wurde.

Es beginnt tatsächlich ganz zu Anfang. Nach der Befruchtung der Eizelle beginnen sich die Zellen zu teilen – und zwar innerhalb einer Kapsel, der Zona Pellucida. Die Zona Pellucida ist ursprünglich die Hülle um die Eizelle herum, die vom Spermium durchdrungen wird. In dem Augenblick, in dem die Befruchtung passiert ist, in dem also das Spermium an die Oozyte angedockt hat, wird über Enzyme die Zona Pellucida regelrecht steinhart gemacht. Die Hülle soll dieses winzige Zellchen schützen – und tut das auch.

Diese Hülle ist so fest, dass es da drinnen sehr schnell sehr eng wird. Die Zellen der Zellteilung werden, da sie nicht nach außen können, immer kleiner und der Druck im Innern der Kapsel immer größer. Die Folge ist, dass sich feste und flüssige Teile im Inneren unterschiedlich formieren. Wasser, und Zellen enthalten Wasser, lässt sich nicht komprimieren. Es sammelt sich also eher im Inneren und drängt die meisten festeren Bestandteile nach außen an die Innenwand der Hülle. Dieses Wasser ist der Ursprung des Fruchtwassers. Würden Sie diese Wassermenge in einen Fingerhut gießen und mit der Lupe nachsehen – sie würden es nicht erkennen. So wenig ist das.

Die nach außen gedrängten Zellen beginnen sich etwa am vierten Tag zu einer festen Hülle zusammenzuschließen und werden schließlich zu dem, was man den „Trophoblasten“ nennt, aus dem noch später die Eihüllen werden, die die Fruchtblase bilden, und zu dem kindlichen Anteil an der Plazenta. Die wenigen, im inneren verbliebenen Zellen werden zum Embryoblasten, aus dem sich schließlich der eigentliche menschliche Körper entwickelt.

Am fünften Tag, etwa, wird das werdende Menschlein zum ersten Mal geboren: Die äußere Zellschicht sondert zum einen Enzyme ab, die die Zona Pellucida aufweicht. Gleichzeitig drängt das in der Hülle befindliche Zellgebilde mit rythmischen Bewegungen ebenfalls nach draußen, die den Kontraktionen der Wehen nicht unähnlich sind! Das geht so lange, bis die Zona Pellucida schließlich an einer Stelle aufbricht. Heraus schlüpft dann das, was man die Blastozyste nennt.

Das erste, was passiert, ist, dass sich die zuvor so eng gepackte Blastozyste ausdehnt und das Wasser erst mal zwischen die Zellräume fließt. Dadurch ensteht die sogenannte Blastozystenhöhle, die ihrerseits durch den entstehenden Unterdruck neue Flüssigkeit hereinzieht – und die Flüssigkeit, die sich hier bewegt und später durch die sich bildenden Eihäute eingeschlossen wird und mehr und mehr wird, die nennt man Amnionflüssigkeit … das Fruchtwasser.

Wie gesagt, das Fruchtwasser ist von Anfang an da und vermehrt sich mit den Zellen, die es, wenn Sie so wollen, mit anliefern oder über Osmose aus der Umgebung in sich hineinziehen. Die sich bildenden Eihäute umschließen schließlich das gesamte Gebilde und bilden so die Fruchtblase. Später werden auch die Lungen des Föten einen guten Teil zur Bildung des Fruchtwassers beitragen – aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Wie auch immer, das Fruchtwasser schützt ihr Baby, verschafft dem Körper die Möglichkeit, zu wachsen, sich zu bewegen, Symetrien auszubilden und noch einiges andere mehr … aber das erzähle ich Ihnen ein anderes Mal … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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