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Die Nabelschnur verbindet den Embryo mit dem Fötus

Es ist, als ob ein Engel flüstere: "Wart mal - vielleicht wird was Wunderbares draus" (Quelle: Käthe Kruse Schutzengel bei kidz-biz)

Es ist, als ob ein Engel flüstere: "Wart mal - vielleicht wird was Wunderbares draus" (Quelle: Käthe Kruse Schutzengel bei kidz-biz)

In meinem Beitrag „Als ob ein Engel flüsterte,” hab ich mich mit dem Entstehen der Plazenta beschäftigt. Mir gefiel der Titel schon wegen des Beinamens, den Hormone in unserem allgemeinen Sprachgebrauch haben: Botenstoffe …

Botenstoffe sind tatsächlich wie ein leises Flüstern, das ständig den ganzen Körper umschmeichelt. Bis zum heutigen Tag weiß man nicht wirklich genau, warum der Embryo oder der Fetus nicht abgestoßen wird – nur eben, dass dieses Flüstern eine ziemlich große Rolle dabei spielt. Es bleibt ein Wunder, an dessen Wirken vieles beteiligt ist.

Nachdem der Embryo in die Gebärmutterschleimhaut eingedrungen ist, beginnt eine wirklich faszinierende Zeit – aber wirkliche Freunde werden diese beiden ineinander verschlungenen Körper von Mutter und Kind nie! Es braucht diese Demarkationslinie namens Plazenta, die dafür sorgt, dass die Balance des Friedens zwischen beiden Körpern gewahrt bleibt. Und es braucht dieses Flüstern, das vor allem von der Plazenta selbst ausgeht, denn sie ist auch als endokryne Drüse tätig, die selbst Hormone in den mütterlichen Blutkreislauf ausschüttet und damit ständig flüstert: „Alles ist gut, alles ist gut.” Und wäre das nicht der Fall, würde das Immunsystem der Mutter der Sache schnell ein Ende bereiten …

Ab der vierten Schwangerschaftswoche beginnt ein entscheidendes Stadium des Embryo.  Bis zu diesem Zeitpunkt ist er schon auch sprachlich nur eine Schwellung der Gebärmutter, der sich aus einem winzigen Dottersäckchen ernährt – wie aus einer Art eigenem Rucksack. Aber das wird nicht mehr lange ausreichen. Dazu wächst der Embryo zu schnell. Viel besser wäre eine direkte Versorgungsleitung zwischen Mutter und Kind. Das aber geht nicht, denn ein direkter Austausch zwischen Mutter und Embryo wäre, wie schon gesagt, für den Embryo tödlich. Es bleibt also nur übrig, eine Art Standleitung zur Planzenta herzustellen und alles Nötige von dort zu beziehen.

Darüber hinaus ist der Embryo anfangs eher flach und besteht aus einer kleinen Ansammlung übereinander liegender Scheiben. Diese Scheiben, Keimblätter genannt, waren anfangs nur zu zweit, ehe sich eine dritte zwischenrein gedrängelt hat. Die Zellen der einzelnen Scheiben haben keine wirklich feste Verbindung untereinander und bilden auf diese Weise eher ein Gewebe als eine feste Scheibe, aber die Scheiben übereinander haben eine Verbindung: und die ist fest: Der Haftstiel! Durch allmähliches Auseinanderdriften der einzelnen Teile des Embryo, der Keimblätter also, bildet sich zum einen der Mutterkuchen und zum anderen der Körper des Embryo. Sowohl der Plazentateil als auch der Teil des Embryo, das zu seinem Körper werden wird, bilden um sich herum eine Haut und die Verbindung zwischen diesen beiden Eihäuten ist eben der Haftstiel … die direkte Versorgungsleitung zwischen beidem.

Ist Ihnen schon ‚mal aufgefallen, dass sich Ihr Nabel so ziemlich in der Mitte Ihres Körpers befindet? Und können Sie sich vorstellen, welchen Grund das hat?

Wenn Sie schon einmal Gelegenheit hatten, einen Brotteig zu kneten, dann kennen Sie das Prinzip: Erst knetet man den Teig flach aus, dann klappt man ihn wieder zusammen und knetet ihn wieder flach aus. Das Wiederauskneten schenkt sich der Embryo, aber nicht das Zusammenklappen, denn genau dadurch wird aus einem eher zweidimensionalen Gebilde ein dreidimensionales.

Wenn sich Kopf- und Schwanzende des Embryos aneinander annähern, dann ist der Punkt, um den herum sich diese beiden Enden einander annähern, der Haftstiel. Durch dieses Zusammenklappen von Kopf- und Schwanzende des Embryos grenzt sich der Körper des späteren Menschen von der Plazenta ab. Der Haftstiel wird dadurch zum einen mit dem Nabelbläschen zusammengebracht, mit dem er schließlich verschmiltzt. Zum anderen verlängert er sich dadurch aber auch, so dass die Verbindung zur Plazenta immer bestehen bleibt. Nach und nach wird der Haftstiel mit ziemlich robustem Gewebe umkleidet und dadurch zur Nabelschnur  – der direkten Verbindung zwischen Embryodarm und Plazenta.

Falls Sie es also nicht schon vorher wussten: Durch dieses Zusammenklappen von Kopf- und Schwanzende des Embryos entsteht die Körpermitte … und erklärt, warum unser Nabel am Bauch ist und nicht an der Ferse … 🙂

Wenn aus dem Haftstiel nach etwa acht Wochen die Nabelschnur geworden ist, ist aus dem Embryo, einer Gebärmutterschwellung (altgriechisch: Embryo = Schwellung) ein Fötus geworden … ein (lateinisch:) Nachkomme … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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