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Mutterschutz und so – Teil 1

Foto eines Gesetzbuches mit einer Waage davor (Bildquelle: Fotolia.de)

Ich dachte, es ist mal an der Zeit, ein paar Worte zum Thema Mutterschutz zu schreiben:

Wissen Sie, ab wann der Mutterschutz gilt?

Immer wieder denken Frauen, der gilt ab dem Augenblick, in dem Sie schwanger wurden – aber das stimmt so nicht!

In Deutschland gilt der Mutterschutz ab dem Augenblick, an dem Sie dem Arbeitgeber mitteilen, dass Sie schwanger sind. Hier ein Auszug aus dem Leitfaden zum Mutterschutzgesetz, herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

Damit das Unternehmen die Mutterschutzbestimmungen einhalten kann, sollen Frauen dem Unternehmen ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen diese Tatsachen bekannt sind. Tun sie dies nicht, so gelten die Schutzvorschriften erst, wenn sie die Mitteilung gemacht haben. Verlangt das Unternehmen ausdrücklich einen Nachweis der Ärztin bzw. des Arztes, weil ihm die mündliche Information nicht genügt, muss es selbst die Kosten für die Bescheinigung übernehmen.

Ich vermute, dass es in der Schweiz und in Österreich ähnlich ist, ich weiß es aber nicht!

Kündigungsverbot ab Beginn der Schwangerschaft

Es gibt die Überlegung, mit der Mitteilung das Ende des ersten Trimesters abzuwarten, einfach weil in der Zeit die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt höher liegt und man sich dadurch möglicherweise erspart, erst die Schwangerschaft mitzuteilen und vielleicht kurz darauf wieder deren Ende. Das ist sicher ein Gedanke wert, denn Sie genießen tatsächlich einen Kündigungsschutz von Beginn der Schwangerschaft an. Zitat:

Das Kündigungsverbot gilt nur dann, wenn dem Unternehmen zum Zeitpunkt der Kündigung die Schwangerschaft oder die Entbindung bekannt war oder sie ihm innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wird. […] Die Schwangerschaft muss aber zum Zeitpunkt der Kündigung schon bestehen.

Natürlich gibt es auch immer Ausnahmen von diesem Kündigungsverbot:

  • bei Insolvenz (früher: Konkurs),
  • bei der teilweisen Stilllegung des Betriebes (ohne die Möglichkeit der Umsetzung der Schwangeren auf einen anderen Arbeitsplatz)
  • oder in Kleinbetrieben, wenn der Betrieb ohne qualifizierte Ersatzkraft nicht fortgeführt werden kann.
  • Auch eine besonders schwere Pflichtverletzung durch die Frau kann im Einzelfall ausnahmsweise zu einer Kündigung berechtigen.

Was immer wieder übersehen wird, ist der Umstand, dass Kündigungsschutz nur in den Fällen gilt, in denen eine Kündigung auch ausgesprochen werden muss – das ist regelmäßig bei befristeten Zeitverträgen nicht der Fall! Zitat:

Frauen, die befristeteVerträge abgeschlossen haben, z.B. im Rahmen eines Aushilfs-, Teilzeit- oder Leiharbeitsverhältnisses, fallen unter das Mutterschutzgesetz, solange das befristete Arbeitsverhältnis besteht. Wenn das Arbeitsverhältnis jedoch mit Ablauf der Befristung endet, hört der Mutterschutz grundsätzlich auf.

Morgen mehr zum Thema Mutterschutz … 🙂

Bis dahin: Genießen Sie die Zeit … 🙂

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