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Die ersten 60 Minuten

Neugeborenes Baby, noch mit sog. Käseschmiere (Bildquelle: Lamaze.org)

Neugeborenes Baby, noch mit sog. Käseschmiere (Bildquelle: Lamaze.org)

Wussten Sie, dass Neugeborene schon in der zweiten Woche Ihres Lebens die Stimme ihrer Mutter von der einer anderen Frau unterscheiden können? Nicht einfach so, aber wenn die Voraussetzungen geschaffen wurden, dann schon! Es ist überhaupt ganz erstaunlich, wie unterschiedlich sich Babys entwickeln können – je nachdem ob man Bonding nach der Geburt zulässt oder nicht.

Alle Untersuchungen am Neugeborenen können gemacht werden, während das Baby bei der Mama auf der Brust liegt – aber vieles kann nicht oder erst später stattfinden, wenn das Baby eben nicht von Beginn an bei der Mama ist, wie das immer noch in vielen Kliniken praktiziert wird. Wenn nicht ein ernstes Problem erzwingt, dass das Baby sofort in ärztliche Behandlung muss, gibt es keinen Grund, das Baby irgendwo anders sein zu lassen, als da, wo die Mama ist!

Der ganze Bewegungsrythmus eines Babys orientiert sich an der Stimme seiner Mama – und was wird eine Mama tun, wenn sie ihr gerade geborenes Kind auf der Brust oder im Arm liegen hat? Sie wird vor Glück überlaufen und … mit dem Kleinen erzählen. Das kommt von alleine, das muss nicht gedacht oder überlegt werden. Es ist Teil der sich aufbauenden Mutter-Kind-Beziehung. Es ist, wie ich denke, die natürliche Folge, wenn die Liebe, die einströmt, durch das Baby und die Mutter, einen Ausdruck sucht. Das lässt sich gar nicht unterdrücken! Wahrscheinlich sind beide zu Beginn aufgeregt, aber das wird sich schnell legen – vor allem, wenn man sich erst mal beschnuppert hat.

Silke Schmitz beschreibt das so:

Nun ist es also da, dieses kleine, verknautschte Zauberwesen, das Ihr Kind ist. Höchstwahrscheinlich liegt es erst ‚mal auf Ihrer Brust und ruht sich von der langen, anstrengenden Reise ins Leben aus. Sie sehen es zum ersten Mal, sie schauen ihm zum allerersten Mal in die Augen und für einen Moment lang – so scheint es – steht die Welt still! Sie fühlen es zum ersten Mal und sie riechen es zum ersten Mal. Und Neugeborene riechen so unglaublich gut!

Kann ich bestätigen … 😉

Wir Menschen sind körperliche Wesen und die Körperlichkeit – und damit die Sinnlichkeit – spielt eine ganz entscheidende Rolle. Und ganz zu Beginn unseres Erdendaseins mehr denn je, denn hier werden die Ursachen für so vieles im späteren Leben gesetzt. Sprechen Sie mit Ihrem Baby, berühren Sie es, streicheln Sie es, liebkosen Sie es. Es ist nicht nur natürlich, es ist sogar gut! Michel Odent geht sogar so weit, zu sagen, dass sich in diesen ersten Minuten vieles für die gesamte Menschheit entscheidet, denn das Bonding wirkt sich Lebenslang aus.

Glaub ich selbst jetzt nicht so ganz, einfach weil ein Leben ziemlich lange sein kann und sich vieles darin verändern lässt. Aber ich bin sofort bei Odent wenn wir uns darauf verständigen, dass das, was nicht unterbunden wurde, später auch nicht repariert werden muss.

Die erste Stunde sollte so gut es irgend geht, Ihnen, Ihrem Baby und Ihrer Familie gehören. Ich weiß nicht, ob die Kliniken Geschwisterkinder zulassen, aber im Grunde gehören Sie dazu, wenn es sie gibt. Nehmen Sie sich diese Zeit und genießen Sie sie restlos! Niemand muss jetzt verständigt werden, niemand muss jetzt wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, oder wieviel Gramm der neue Erdenbürger hat.

Hanna Fischer sagte: „Wir haben Gebären und Sterben aus dem Haus geschafft, jetzt müssen wir halt sehen, wie wir damit zurecht kommen.“ Bonding in der Klinik ist eine Möglichkeit, eine sehr gute Möglichkeit, einen Teil dieser Vertrautheit, einen Teil der Familienharmonie so hinzukriegen, dass der Start optimal verläuft … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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