Schwangerschaft und Geburt 3.0

Geburtsvorbereitung? Wozu?

1920 hatte der Arzt Grantly Dick-Read ein interessantes Erlebnis: Eine Frau wollte die Geburt bewusst miterleben und sich kein Chloroform verabreichen lassen. Und da die sich anschließende Geburt ohne Komplikationen verlief, begann er darüber nachzudenken, ob nicht viele Probleme bei einer Geburt allein der Angst geschuldet seien, die Frauen vor dem Gebären haben. Er entwickelte ein System von Gymnastik, Entspannung und Information das werdenden Müttern aus seiner Sicht helfen würde, sowohl den Schmerz als auch die Komplikation der Geburtsentwicklung zu reduzieren. Dieses System veröffentlichte als Buch unter dem Titel: Mutter werden ohne Schmerz. Die natürliche Geburt.

Und das war der Beginn der systematischen Geburtsvorbereitung.

Später fügten dann Leboyer, Odent und andere dem System Ergänzungen bzw. Erweiterungen hinzu.

Nur leider scheint sich in unserer heutigen Zeit das Interesse an Geburtsvorbereitung wieder aufzulösen. Immer weniger Frauen besuchen entsprechende Kurse – sicher aus vielerlei Gründen. Zum einen sind die Kurse selbst oft gähnend langweilig, so dass man öfter mal Aussagen hört, wie etwa diese:

„Du meinst so einen Hechelkurs? Den brauchste nicht – kannste knicken!”

Zum anderen scheint aber auch der Siegeszug der Kaiserschnittgeburt ihren Beitrag zum Niedergang der Geburtsvorbereitung geleistet zu haben.

Frauen haben zu allen Zeiten Kinder zur Welt gebracht. Dazu braucht es nicht wirklich eine Vorbereitung. Geburt ist Teil der weiblichen Sexualität! So what?!

Andererseits: Forschung und Wissenschaft haben gezeigt, dass beispielsweise eine strapaziöse Geburt gar nicht selten epigenetische Gründe hat – oder anders formuliert: Dass immer wieder Frauen eigentlich gar nicht ihr eigenes Gebärerlebnis haben, sondern das ihrer Mütter oder Großmütter wiederholen.

Außerdem lässt sich zeigen, dass langwierige und unnötig komplizierte Geburtsentwicklungen durchaus ein Trauma für das Baby darstellen kann – ein Trauma, dass sich in dessen kleines Gehirn einbrennt und somit die Persönlichkeit dieses neuen Menschleins dramatisch prägt … ganz ohne Not! So gesehen ist Geburtsvorbereitung doch ein Thema?

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