Schwangerschaft und Geburt 3.0

Sieg über das Problem Geburt

Es liegt auf der Hand, dass durch diese Entwicklung Geburten immer weniger als natürlicher Vorgang betrachtet und angegangen wurden, sondern als medizinisches Risiko.

Dieses ständige Ausschauhalten nach auftauchenden Risiken, überhaupt das Denken in Risikoszenarien, führte schließlich zu immer häufigeren Kaiserschnittgeburten. Im Studium hatte man gelernt, wie Geburten zu verlaufen hatten und was eine Abweichung davon bedeuten könnte (Risikoszenario!) – also entschied man, zu schneiden, wann immer es geboten schien.

Häufigere Kaiserschnittgeburten bedeuten mehr Training und mehr Training führt zu besserer Beherrschung – wen wundert es da, dass diese Form der Geburtsoperation immer besser beherrscht wurde. Selbst ohne Narkose und als Notkaiserschnitt. Es ist also aus medizinischer Sicht immer noch einfacher, ein eskalierendes Risiko während des Geburtsverlaufs (das sich eigentlich fast immer begründen lässt!) schnell einzudämmen und mittels Skalpell auszuschalten, um schließlich in der Nachsorge alles wieder ausheilen zu lassen.

Und die Frauen spielten mit. Immer öfter erwägt frau einen geplanten Kaiserschnitt. Es geht also schon gar nicht mehr um eskalierende Geburtsentwicklungen, sondern um das Einhalten eigener Pläne.

Aber auch die Fortschritte in der Neugeborenenmedizin und -versorgung ließen die Risiken von Geburtsentwicklungen immer beherrschbarer erscheinen. Am Ende, so schien es zumindest, trugen Medizin und Wissenschaft den Sieg über das Problem Geburt davon.

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