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Focused Attention: Starkes Werkzeug für die Geburt

Liegende Frau mit Baby auf der Brust (Bildquelle: Fotolia.de)

Ich glaube, Angst zu haben, auch während der Geburt, ist ganz natürlich.

In der Angst verborgen sind Aufmerksamkeit und Entscheidungsoptionen – auch die Option, nichts zu tun und loszulassen. Blöd wird’s erst dann, wenn man an dem Gefühl selbst hängen bleibt und sich lähmen lässt – denn am Ende wird alles gut … 🙂

Das Wort Angst ist eine sprachliche Entwicklung aus dem indogermanischen anghu = eng, bedrängend und beschreibt sehr anschaulich, wie sich Angst anfühlt. Es ist etwas, das einen von innen her plötzlich befällt und einem das Gefühl hinterlässt, kaum noch Luft zu bekommen. Es ergibt sich eine sehr negative Erwartungshaltung und der Körper schüttet Adrenalin in großen Mengen aus, um Kampf- oder Fluchtbereitschaft zu ermöglichen. Wenn Sie aber gleichzeitig durch irgend etwas am Flüchten oder Kämpfen gehindert sind, fühlen Sie sich vollständig gelähmt – ja, und hilflos. Und vor der Geburt können Sie ja nicht weglaufen …

Wenn die Wehen ansteigen und weiter ansteigen und noch weiter ansteigen, ist es völlig normal, Angst zu bekommen. Vor allem, wenn es Ihre erste Geburt ist. Und dagegen anzukämpfen ist zum einen sinnlos. Sie können diesen Kampf nicht gewinnen. Zum anderen verkompliziert das den Geburtsprozess.

Es ist also nicht die Frage, ob Sie Angst haben oder nicht, sondern: Wie gehen Sie mit der Angst um?!

Konzentrierte Aufmerksamkeit kann Ihnen (nicht nur) während der Geburtsentwicklung den Rettungsanker bieten, den Sie so dringend brauchen! Sie erlaubt der Angst, anzukommen und weiter zu gehen.

Wenn der Wehenschmerz ansteigt, und Sie ja nicht wissen können, ob der noch weiter ansteigt haben Sie sofort eine sehr unangenehmer Situation: Wird das jetzt noch schlimmer? Schaffe ich das? Oder muss ich jetzt irgend ‚was machen? Und schon ist die Angst da.

Wenn Sie aber gelernt haben, Ihre Aufmerksamkeit unter Kontrolle zu behalten, können Sie die Wehe durch Sie hindurch rollen und sich auflösen lassen, so dass die Hormone vieles von dem Unangenehmen an die Ränder Ihres Bewusstseins drängen können. Die Angst kann einfach weiter gehen und Sie haben Raum für Ihre Intuition! Vielleicht bleiben Sie in der Position, in der Sie gerade sind: Vielleicht gehen Sie in eine andere (Gebär- oder Ruhe-)Position … das entscheidet nicht die Hebamme, sondern Sie!

Ihre Aufmerksamkeit zu kontrollieren müssen Sie üben – dafür gibt es schließlich die Geburtsvorbereitung. Bei der Geburtsvorbereitung sollten Sie zum einen den Umgang mit Ihrem Körper lernen, den Umgang mit dem Atem und – die Kontrolle der Aufmerksamkeit. Stellen Sie sich diese Situation vor, die oben auf dem Bild dargestellt ist: Ihr Baby auf Ihrer Haut in Ihren Armen – wie fühlt sich das an?

Arbeiten Sie an dieser Vorstellung, immer wieder. Vielleicht haben Sie in Ihrem engeren Freundeskreis jemanden, der gerade ein kleines Baby hat – möglicherweise können Sie da das mal in praxi erfühlen. Wichtig ist, dass Sie sich dieses Gefühl gut einprägen. Nein: Sehr gut einprägen. Während der Geburt halten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf diese Vorstellung gerichtet und vertrauen Ihrem Körper. Wenn die Angst plötzlich nach Ihrer Kehle greift, halten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf dieses innere Bild gerichtet, denn: Jetzt isses nicht mehr weit, bis genau diese Vorstellung wahr wird … die Angst wird einfach weiter gehen und nicht bei Ihnen bleiben und Ihnen den Raum öffnen, der aus der Geburt ganz plötzlich ein unbeschreibliches, wunderbares und positives Ereignis macht …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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