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Business as usual in der Schwangerschaft?

Ich war dieser Tage beim Kaffeeröster meiner Wahl und siehe da, die Geschäftsführerin und Inhaberin (in der dritten Generation) ist schwanger. Nicht dass ich das wollte, aber da ich direkt hinter einer Kundin stand, die mit ihr im Gespräch war, konnte ich nicht überhören, dass meine Kaffeehändlerin plante, eine Woche nach der Geburt wieder im Geschäft zu stehen und zu arbeiten.

„Hören Sie,“ sagte sie zu der Kundin, „ich habe ein Unternehmen zu leiten und Mitarbeiter zu führen. Ich kann mich doch nicht ein Jahr lang zu Hause in Elternzeit begeben!“

Wie wahr!

„Meine Mutter,“ fuhr sie fort, „hat vier Kinder bekommen und großgezogen und war nie länger als eine Woche weg. Nie. Auch nicht nach den Geburten.“

Wenn man die Oma-Generation fragt, sind die auch der Ansicht, dass heute viel zu viel Gedöns um Schwangerschaft, Geburt und Elternzeit gemacht wird. „Das ist alles viel zu übertrieben …“

Vielleicht lässt sich aber beides gleichberechtigt nebeneinander stellen: Es ist gut, dass wir den Frauen heute mehr Zeit und Schutz geben, die Schwangerschaft anzunehmen und sich auf die Geburt vorzubereiten. Und es ist sehr gut, dass man den jungen Familien mehr Zeit gibt, das neue Menschlein auch wirklich zu Hause und in der Familie ankommen zu lassen. Aber es ist wahr, man muss nicht allzuviel Theater drum machen.

Tatsächlich aber glaube ich, dass wohl die meisten Frauen ziemlich locker bleiben – und wohl auch bleiben müssen, denn, na ja, sie sind schwanger, aber das Leben hält deshalb nicht an. Sie müssen weiter arbeiten gehen – und warum auch nicht?

Wenn es gelingt, die Zeit der Schwangerschaft zu genießen, so gut es eben geht, wenn es gelingt, einen wirklich guten Kurs zur Geburtsvorbereitung zu finden, um so die Chance auf ein einzigartiges Geburtserlebnis zu wahren, dann ist doch alles gut. Dann braucht es ja auch kein Gedöns 🙂

Es ist nur heute immer öfter auch so, dass im Betrieb ein Arbeitsklima herrscht, dass einem Angst und Bange wird – und da ist es einfach wirklich gut, dass eine Schwangere keine Angst davor haben muss, Ihre Arbeit zu verlieren. Da ist es gut, dass sie einen gewissen Schutz davor genießt, schwangerschaftsgefährdende Arbeiten machen zu müssen. Da ist es gut, dass man ein bissel Gedöns gemacht hat, um hier eine kleine Schutzzone zu errichten.

Nur schade, dass wir wohl einen Gesetzgeber brauch(t)en, das sicherzustellen, was eigentlich selbstverständlich sein müsste …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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