≡ Menu

Sind Sie auf Schwangerschaft und Geburt vorbereitet?

Schwangere, die sich mit dem Stethoskop selbst abhört (Bildquelle: Fotlia.de)

In großen Firmen gibt es spezielle Planungsabteilungen, die manchmal bis zu einem dreiviertel Jahr lang damit beschäftigt sind, die geplanten Unternehmensdaten und -ziele zusammenzustellen und aufeinander abzustimmen. Dann kommt eine kleine Pause und es geht von vorne los. Allerdings ist das auch nicht so ganz ohne, denn es gibt sehr viele Daten, die aus- und aufgearbeitet, und dann miteinander verflochten werden müssen.

Aber schau’n Sie: Hier geht es nur um Geld! Um nichts sonst! Wird genügend Geld da sein, um die Löhne zu bezahlen und die Kredite zu bedienen? Wann kann Projekt XYZ starten, so dass wir einen guten Teil selbst finanzieren können etc. pp. Bei Ihnen geht es nicht um Geld. Zumindest nicht um sehr viel. Bei Ihnen geht es um mindestens zwei Menschenleben!

Es gibt kaum ein Business, das genau so verläuft, wie voraus geplant. Man muss flexibel nachsteuern und gelegentlich auch ein Ziel aufgeben. Bei Schwangerschaften ist es ähnlich. Mal passiert dies, mal befürchtet man das – und immer … und immer was? Die ganze Unternehmensplanung dient auch dem Zweck, auf Eventualitäten vorbereitet zu sein. Und glauben Sie, in der Schwangerschaft ist das anders?

Sich einen Überblick verschaffen

Das erste, was Sie aus meiner Sicht tun sollten, ist, sich einen umfassenden Überblick darüber zu verschaffen, was alles schiefgehen könnte und was jeweils die beste Antwort darauf ist. Also nicht weg, sondern hinschauen!

Ihr Gynäkologe wird dafür nicht wirklich der beste Ansprechpartner sein – er wird keine Zeit dafür haben (es sei denn, sie bezahlen ihn extra dafür oder er hat seine/ihre Praxis gerade erst aufgemacht) und er wird Ihnen sagen, man müsse sich nicht unnötige Sorgen machen. Wenn aber der Gynäkologe meint, Ihre Vorausplanung mit sich Sorgen machen verwechseln zu müssen, ist es vielleicht Zeit, ihm ein paar Takte zu sagen, wer hier für wen da ist! Ich komme da durchaus noch mal auf meinen Artikel von gestern zurück, denn das müssen Sie sich auch trauen.

Eine aus meiner Sicht möglicherweise bessere Idee ist: Sie suchen nach einer Hebamme, um sich von ihr einen Überblick geben zu lassen. Ebenso gut können Sie aber auch eine Doula zu Rate ziehen oder eine zertifizierte Geburtsvorbereiterin. Dazu müssen Sie wahrscheinlich auch ein bisschen Geld in die Hand nehmen – was aber vor allem deshalb in Ordnung ist, weil hier der Überblick nicht ganz so medizinlastig ausfallen wird, als bei einem Gynäkologen. Sie werden das Ganze eher aus der Frauenperspektive betrachten.

Entscheidungen treffen

Ok, gut, jetzt haben Sie sich einen Überblick gemacht, was schief gehen kann: Während der Schwangerschaft und bei der Geburt. Was jetzt? Jetzt treffen Sie Entscheidungen:

  • Wie wollen Sie die Schwangerschaft erleben und welche Risiken gehen Sie dabei ein (es gibt kein Leben ohne Risiko!)?
  • Was soll geschehen, wenn dieses oder jenes eintritt? Bei der Arbeit, zu Hause, bei der Geburt? Wenn der Partner sich verkrümelt? Wenn es Spitz auf Knopf steht und entschieden werden soll: Mutter oder Kind?
  • Welche Möglichkeiten wollen Sie nach der Geburt wahrnehmen?

Treffen Sie die Entscheidungen jetzt! Wenn Sie plötzlich mit einer unangenehmen Situation konfrontiert sind, werden Sie kaum Nerven haben, die Entscheidungen zu treffen, weil Sie wahrscheinlich nur wollen, dass es schnell wieder gut ist. Besprechen Sie Ihre Entscheidungen mit Ihrer Hebamme, Ihrer Doula, Ihrem Mann – wer auch immer Ihr wichtigster Vertrauenspartner ist und im Falle eines Falles für Sie da ist.

Treffen Sie Entscheidungen vor allem für sich selbst!

Die wichtigste Person in Ihrem Leben sind Sie! Nicht Ihr Kind, nicht Ihr Mann, Sie sind die wichtigste Person. Sie können anderen nicht mehr geben, als sich selbst, und wenn Sie selbst zu kurz kommen, kommt das, was Sie zu geben haben, auch zu kurz! Deshalb sind Sie der wichtigste Mensch in Ihrem Leben – wieder ein Punkt für das Entwickeln von Selbstvertrauen.

Geburtsbegleitung

Aus diesen Überlegungen, Planungen und Entscheidungen ergibt sich auch, wer Sie in den Kreißsaal begleiten wird. Das kann übrigens auch Ihre Hebamme sein, selbst dann, wenn Sie keine Beleghebamme in der Klinik sein sollte, in der Sie entbinden wollen. Sie hat zwar dann keine Entscheidungsbefugnis, aber glauben Sie mir, das wird wirken! Klar, kostet Extrageld … na und? Noch mal: Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben, dass sollte sich auch in der Idee zum Ausdruck bringen, wofür Sie Ihr Geld verwenden …

Wenn Sie Ihr erstes Kind erwarten, dann ist es jetzt, falls noch nicht geschehen, höchste Zeit, sich zu erheben und Ihr ganzes Potenzial ‚rauszulassen. Denn dafür ist es da. Davon werden Sie profitieren. Sehr sogar. Aber Ihr Kind noch mehr!

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

Passwort aendern
Bitte Deine Email-Adresse eingeben. Ein neues Passwort wird Dir per Email zugeschickt.