≡ Menu

Stressmanagement in der Schwangerschaft

Vor sich hinschlummernde Schwangere (Bildquelle: Fotolia.de)

Die meisten Schwangeren sind auch berufstätig. Klar, warum denn nicht? Was is’n das Problem? Stress!

Stress lässt sich schlicht nicht vermeiden. Das geht nicht. Der Chef kommt rein und guckt komisch – erster Gedanke: Hab ich was falsch gemacht? Stress! Ein Kunde ruft an und beschwert sich. Zu Recht, zu Unrecht, völlig egal: Stress! Die Firma steht auf der Kippe und muss Leute entlassen. Bin ich dabei? Stress!

Wie schon gesagt, Stress lässt sich nicht vermeiden. Nie! Also kann es nur darum gehen, zu lernen, wie man mit Stress umgeht.

Sie meinen, das haben Sie bisher auch schon nicht und das brauchen Sie auch nicht? Sie irren sich!

Jeder menschliche Körper ist zunächst mal ein Netzwerkphänomen. Alles interagiert mit allem. Wenn Sie sich schlecht ernähren, ist es meistens so, dass das unmittelbare Auswirkungen auf das im Mutterleib heranwachsende Baby hat – aber nicht immer. Es gibt eine ziemliche Robustheit, die die Kleinen mitbringen, so dass sie nicht auf jede Schwankung mit Katastrophenalarm reagieren müssen. Aber es ist schon so, dass direkte Reaktionen wie erhöhter Adrenalinausstoß oder Beschleunigung des Herzschlags schnell beim Nachwuchs ankommt und dort die gleichen Reaktionen hervorruft.

Und wenn Sie der Ansicht sind, dass Stress, also beispielsweise Angst- oder Minderwertigkeitsgefühle, keinen Einfluss auf Ihr Baby im Bauch haben, dann übersehen Sie einfach, dass das Zellwachstum ja nicht nur von der Zellteilung abhängt, sondern ebenso von Hormonen, Blut(-druck) und vielem anderen mehr. Die meisten Menschen denken in linearen Dimensionen – die funktionieren aber bei Netzwerkphänomenen oft nicht! Da können kleinste Veränderungen dramatische Wirkungen haben. Und folglich haben ihre körperlichen Reaktionen auf Stress unmittelbare Folgen auf das Baby im Bauch.

Der noch relativ junge Wissenschaftszweig „fetal programming” beschäftigt sich mit der Frage, welchen Einfluss Stress auf das spätere Leben eines noch ungeborenen Kindes hat. Es gibt Untersuchungen, die auf einen Zusammenhang zwischen Stressbelastungen während der Schwangerschaft und späteren Krankheitsveranlagungen zu Diabetes melitus oder Herzinfarkten belegen. Vor allem die Beeinträchtigungen des Gehirns sind erstaunlich. So gibt es eine Untersuchung an Kindern von holländischen Müttern, die zur Zeit der deutschen  Invasion schwanger waren.

Die zur Zeit der Blitzinvasion noch ungeborenen Kinder erkrankten in ihrem späteren Leben weit häufiger an Diabetes,Bluthochdruck und Schizophrenie. (Quelle: gesundheit.de)

Stress vermeiden klingt immer gut, nur lässt sich das im beruflichen Alltag oft nicht umsetzen. Aber vielleicht nehmen Sie sich ein bisschen Zeit und beschäftigen sich mit den Fragen nach dem Umgang mit Stress und Möglichkeiten, Stress abzubauen. Sport wäre beispielsweise ein fantastisches Mittel beim Stressabbau. Ein weiteres wäre Zeit, die sie in intimer Zweisamkeit mit Ihrem Partner verbringen – so sie einen haben. Gefühle von Nähe, Vertrautheit, Geborgenheit und Liebe, zusammen mit der Freude auf das Kind können Ihrem Baby im Bauch enorme Hilfestellungen geben, sich normal zu entwickeln … von Anfang an … 🙂

Genießen Sie die Zeit

{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

Passwort aendern
Bitte Deine Email-Adresse eingeben. Ein neues Passwort wird Dir per Email zugeschickt.