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Die Wahl des Geburtsorts

Grafik des Gehirns

Was haben der Neokortex und der Kreißsaal miteinander zu tun? Alles!

Der Neokortex ist der Teil des Hirns, der den Träger darin unterstützen soll, kognitive Ergebnisse in vernunftbezogene Handlungen weiterzuführen, so dass eine gewisse Freiheit von rein reflexorischen und instinktiven Handlungen entsteht (Beispiel: Wenn Ihr Gegenüber einen Hammer in der Hand hat, ist der vielleicht auf dem Weg zur Arbeit – es besteht also kein Grund, sofort weg zu rennen oder aus reinem Überlebensinstinkt heraus auf ihn loszugehen).

Der Neokortex ist das Instrument des Intellekts. Säugetiere haben das auch, aber nicht annähernd in der Größe des Menschen. Und interessanterweise ist es gerade der Neokortex, der einem wundervollen Geburtserlebnis im Weg steht! Warum? Weil er das tut, was er tun soll: Den Körper daran hindern, selbstständig zu handeln. Das ist oft gut für uns, wie im Beispiel des Hammerträgers zu sehen. Bei einer Geburt ist ein wacher Neokortex aber ein Hindernis!

Wenn Sie den Körper einfach machen lassen wollen, was er ja wirklich kann(!), sollten Sie dafür sorgen, dass der Neokortex zur Ruhe kommt. Deshalb wäre es wichtig, Geburtsort und Begleitung so zu wählen, dass der Neokortex möglichst keine Gelegenheit hat, anzuspringen und der Körper ungestört tun kann, wofür er geschaffen ist … 🙂

Ideale Bedingungen für den Geburtsort

Wenn Sie sich Ihren Geburtsort aussuchen, achten Sie auf folgende Merkmale:

  • Stille! Je mehr Geräusche an Ihr Ohr dringen, desto wacher wird Ihr Neokortex, denn seine Arbeit besteht ja gerade darin, die Geräusche zu identifizieren und zu entscheiden, ob sie Gefahr bedeuten.
  • Abgedunkeltheit. Je mehr Ihre Augen sich mit Details im Raum beschäftigen können, desto wacher wird Ihr Neokortex – siehe oben.
  • Sicherheit! Die ist unbeschreiblich wichtig! Eine Kreißende muss unbedingt das Gefühl haben, sicher zu sein. Dieses Bedürfnis nach Sicherheit mag wohl am ehesten erklären, warum heute fast alle Entbindungen in der Klinik vorgenommen werden.
  • Unbeobachtet sein. Wenn irgend möglich, lassen Sie keine Kameras zu! Erlauben Sie mir eine sehr persönliche Bemerkung: Nichts, was im Kreißsaal passiert, müssen Sie auf Bildern festhalten! Erlauben Sie die Kamera erst, wenn das Kind geboren ist.
  • Achten Sie auf Hebammen, die ihre Klappe halten können!

    Wenn eine Hebamme erfahren genug ist, wird Sie ganz selbstverständlich erlauben, dass sich die Kreißende so ausdrückt, wie sie es eben tut, denn wenn der Neokortex runter gefahren ist, können schon merkwürdige Verhaltensweisen entstehen. Das ist in Ordnung! Das SOLL so sein. Wenn Sie schreien müssen, ob es jetzt Zeit zum Sterben ist, dann braucht das keinen Kommentar.

    Nun werden Sie eine Hebamme wohl kaum vorher fragen können, ob Sie denn im Kreißsaal auch die Klappe halten wird, stimmt natürlich. Aber das Alter und die Berufsjahre erzählen da auch schon was.

Eine sorgfältige Auswahl des richtigen Geburtsortes und der richtigen Leute, die Ihnen bei der Geburt zur Seite stehen, ist die halbe Miete!

In der nächsten Woche werd‘ ich ein paar weitere Aspekte in dieser Sache hier schreiben. Schönes Wochenende erst mal 🙂 und

genießen Sie die Zeit … 🙂

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