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Was ist ein schönes Geburtserlebnis?

Je mehr Sie die Geburt planen und vorbereiten, desto sicherer und ruhiger werden Sie sein, wenn es denn losgeht.

Je mehr Sie die Geburt planen und vorbereiten, desto sicherer und ruhiger werden Sie sein, wenn es denn losgeht.

Wenn Sie schwanger mit Ihrem ersten Kind sind: Wie stellen Sie sich da ein schönes Geburtserlebnis vor? Wie stellen Sie sich etwas vor, was Sie noch nie erlebt haben und von dem Frauen ihren Männern gerne sagen, man könne sich das überhaupt nicht vorstellen?

Es ist interessant zu beobachten, wie oft vor allem jüngere Schwangere das Thema Gebären schlicht ausblenden, also schnell an etwas anderes denken, je näher der Entbindungstermin heranrückt. Und der Grund ist einfach zu verstehen: Es ist die Angst vor dem Ungewissen. Jeder hat schon kleine Kinder gesehen oder sogar ein Baby auf dem Arm gehabt. Wer kann sich vorstellen – wer will sich vorstellen(!) – dass etwas so großes durch etwas so kleines nach draußen kann … und muss?! Es ist eine Sache, das in einem Film zu sehen und eine ganz andere, es bei sich selbst zu erleben.

Aber wegschauen ist das Gegenteil von gut. Je länger Sie wegschauen, desto größer wird die Angst. Und je größer die Angst, desto hektischer werden Sie reagieren, wenn es los geht. Und um so mehr werden Sie in die Arme der Medizin flüchten wollen, obwohl eine Geburt nichts medizinisches, sondern etwas natürliches ist. Ja, ich weiß: Wir leben im 21. Jahrhundert und im 21. Jahrhundert schluckt man schnell eine Tablette …

In deutlich weniger als zehn von hundert Geburten ist ein medizinischer Eingriff notwendig. Und mehr noch: in vielen Fällen ist nicht nur kein medizinischer Eingriff notwendig. Vielmehr könnten Sie durch entsprechende Vorbereitung in ein Erlebnis eintauchen, dass nicht nur wundervoll ist, sondern Sie den Rest Ihres Lebens stärkt und bestärkt – und nicht nur in der Ansicht, Sie wären eine richtige Frau die auf natürliche Weise gebären kann. Ein großartiges Geburtserlebnis kann und soll Ihnen eine innere Gewissheit darüber verschaffen, eine Tigerin zu sein. Eine, die ihre Jungen verteidigt und aufziehen kann, eine, die Ihr Leben anpacken und gestalten kann – ganz gleich was auch immer passiert.

Die Natur hat alles vorbereitet, um weit darüber hinauszugehen, was wir bislang als Geburtskultur entwickelt haben, denn das, was wir entwickelt haben, hat lediglich mit Vorstellungen zu tun. Es ist also Zeit, neue Vorstellungen zu entwickeln! Großartige Vorstellungen! Vorstellungen von Geburtserlebnissen, die ihresgleichen suchen. Und diese Vorstellungen gibt es schon! Und auch die dazu gehörenden Erlebnisse! Das ist keine Fantasie, sondern Realität!

Aber das fällt nur selten vom Himmel. Vielmehr braucht es Ihre ganz persönliche Vorbereitung! Ihre Entschlossenheit, sich das maximalste und großartigste Geburtserlebnis zu sichern, dessen Sie fähig sind – und eben die Vorstellung, dass Sie das auch schaffen können.

Eine gute Geburtsvorbereitung wird Sie lehren, sich der Angst zu stellen – so früh als möglich. Und ausbalancieren! Durch Training Ihres Körpers, durch Schulung Ihrer Atmung und eben durch entsprechende Gefühle und Bilder, was auf Sie warten kann, wenn alles normal verläuft. Wir alle haben schreckliche Ereignisse in unserem kollektiven Gedächtnis gespeichert. Es ist Zeit, das hinter uns zu lassen.

Glauben Sie mir, Sie wurden nicht als Mädchen geboren, um als Frau von einer Geburt zerrissen zu werden und dann in wildem Schmerz zu sterben. Bereiten Sie sich auf die Geburt vor wie auf einen Geburtstag – denn das isses ja schließlich auch … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

{ 4 comments… add one }
  • Ich denke, es ist wie so oft – die Dosis macht das Gift.
    Ein vernünftiges Maß an Vorbereitung und Auseinandersetzung erleichtert die Geburt ganz bestimmt.
    Mir fiel allerdings bei dem Artikel auch die Bekannte ein, die sich ihre erste Geburt minutiös vorstellte – in die Wanne und dann auf den Gebärhocker und die Musik und und und – natürlich keine Schmerzmittel, alles ganz entspannt und natürlich…. End vom Lied: Entbindung in Rückenlage, vorher Flehen um eine PDA und hinterher die Schwüre – nie wieder!

  • Die Kunst einer wirklich guten Geburtsvorbereitung liegt eben nicht nur in der Idee begründet, das Atmen und das Vorstellen zu üben. Es braucht eine intensive Auseinandersetzung mit den Schlüsselreizen, die die Angst nach oben kommen und dort sich ausbreiten lässt. Rein physisch braucht der Körper gar keine so große Vorbereitung. Die Atmung stellt sich u.U. durchaus von selbst richtig ein, weil das als Programm abrufbar bereit liegt. Der Schlüssel aus meiner Sicht ist ganz ohne Zweifel das Angstmanagement!

  • Bei meinem ersten Kind habe ich mir vor der Geburt kaum Gedanken gemacht, ich wusste man kann planen wie man möchte, es kommt doch immer anders. Die Geburt verlief sehr gut und nachdem ich die kleine im Arm hatte waren die Schmerzen vergessen. Bei meinem zweiten Kind gab war ich angespannter er lag auch nicht so gut, aber auch hier verlief alles gut. In meinem Vorbereitungskursen habe ich aber gesehen, wie viele Frauen sich die schlimmsten Dinge vorgestellt haben. Wichtig ist meiner Meinung nach den Ort der Geburt vorher zu besuchen, die Hebammen kennenzulernen und vertrauen zu schaffen, dann wird die Geburt schon klappen. Am Ende geht es so schnell, planen kann man es eh nicht, es kommt wie es kommt.

  • Ich finde, das ist eine sehr gute Idee, den Geburtsort kennenzulernen, sich mit ihm vertraut zu machen, sich mit den Hebammen vertraut zu machen. Natürlich kann man eine Geburt nicht voraussehen. Aber eine gute Vorbereitung kann sehr dabei helfen, entspannter zu bleiben. Ich fand das interessant, dass du die zweite Geburt angespannter angegegangen bist, als die erste. Es ist meist umgekehrt. Aber wenn das Kind auch anders lag ist es halt auch was anderes …

    Danke für den Kommentar! 🙂

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