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Streßtests schon im Bauch?

Wenn die Musik für SIE richtig ist, dann auch für Ihr Baby.

Wenn die Musik für SIE richtig ist, dann auch für Ihr Baby.

Die Verführung nimmt natürlich zu. Je mehr die Wissenschaft, allen voran die Neurowissenschaft forscht und entdeckt, desto größer wird auch der Anreiz, die Forschungsergebnisse auch schnell umzusetzen.

Es ist mir egal, wieviel Feinde ich mir jetzt mache, aber es geht mir extremst auf den Geist, wenn ich mir anschaue, mit welcher Entspanntheit Forschung und Politik den Kindern ihre Kindheit stielt! Dieser Tage erboste mich der Kommentar einer Handelsblatt-Redakteurin, die doch tatsächlich schrieb, was denn das Problem mit einem Kindergarten-Pflichtjahr sei. Für Kinder mit Migrantenhintergrund sei das eine ideale Voraussetzung, sich später in der Schule besser einzubringen und den deutschen Kindern würde es nicht schaden. Ehrlich jetzt, da verschlägt es mir (Gott sei Dank nur fast) die Sprache! Mit welcher Leichtigkeit sich hier am Freiraum des Einzelnen vergriffen wird grenzt wenigstens an Ignoranz.

Ich behaupte, was den Menschen am meisten fehlt, sind Entspanntheit, Selbstvertrauen und ein Bedürfnis zu einem natürlichen Miteinander. Was man ihnen beibringt, stattdessen, ist ein Wissen über mögliche Formen des Miteinanders, Leistungs- und Konkurrenzdenken, Egoismus und noch ein paar Dinge, die zu nennen hier keinen Platz finden sollen. Nein, natürlich ist es nicht so, dass das die Absicht unseres Kindergarten- und Schulsystems ist – aber die Folge! Und zwar unübersehbar! Was ist mit Musik? Gibt es etwas, das Menschen auf natürliche Weise besser das Miteinander lehren kann, als miteinander zu Musizieren? Schauen Sie sich um, wieviel Musikunterricht auf den Lehrplänen stehen. Hat jemand Zweifel, wie wichtig Sport für die persönliche Aggressionsbewältigung ist? Unser Sohn hat pro Woche eine Stunde Sport.

Und jetzt nimmt der Druck zu, die Kinder unisono in die Kindergärten zu zerren, um dort schon mit dem Verschulungsblödsinn anfangen zu können!

Und noch schlimmer wird es, wenn man versucht ist, mit dem „Training“ schon in der Schwangerschaft zu beginnen. Ja, im Ernst, da gibt es auch schon Vorschläge, wie man das machen könnte, um die Kinder „so früh wie möglich“ auf das „wirkliche Leben“ vorzubereiten … Hat man da noch Töne?!

Ein wirklich schöner Artikel dazu findet sich auf Baby.de ->

Das wirkliche Leben hat eine Menge damit zu tun, zu sich selbst zu finden! Es hat viel weniger mit Konkurrenz und Geld zu tun, als sich die meisten Menschen vorstellen können, dafür aber mit Zeit, die man für sich selbst hat, die man für die Familie hat, die man für Genießen und Lernen hat – Dinge zu lernen, die einen selbst interessieren – egal, ob sich damit Geld verdienen lässt oder nicht.

Erlauben Sie mir ein sehr bekanntes Zitat aus der Bibel:

„Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele?“ (Mk, 8,36)

Bleiben Sie entspannt und genießen Sie die Schwangerschaft. Genießen Sie Ihr Leben. Lassen Sie Ihr Kleines im Bauch in Ruhe. Erzählen Sie mit ihm oder ihr, das ist wichtig, aber lassen Sie es sich entwickeln, wie es sich entwickelt.

Alles zu seiner Zeit … 🙂

{ 2 comments… add one }
  • Es ist Wahnsinn, wie oft du die passenden Worte für das findest, was ich häufig nur fühlen kann!

    Noch heute hatte ich ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin des Jungendamts über den Sinn und Unsinn der Delfin Tests im Kindergarten.

    Noch nicht vierjährige, werden dabei einer Situation ausgesetzt in der Fremde ihr Verhalten beurteilen und sie sogar den Test nicht bestehen können!

    Welchen Einfluss hat ein solches „Versagen“ auf eine kleine Kinderseele?

    Die Dame vom Jungendamt meinte übrigens: „Ihr Sohn ist aber ganz schön verwöhnt“ als ich mein Gespräch mit ihr unterbrach, weil mein fast dreijähriger Sohn zu mir kam um mir etwas zu zeigen.

    „Wenn Kinder keine Grenzen lernen, haben sie es später schwer im Leben“.

    Das Verwehren von Aufmerksamkeit ist also Grenzen setzen?

    Mich schüttelt es jetzt noch!

  • Ich habe mir kriegsähnliche Auseinandersetzungen mit dem Schulamt geliefert, weil ich mich geweigert hatte, unseren Jungen einem wildfremdem Menschen vorzuführen, der sich qua Amt Schularzt nennen darf. Für mich ha’m die alle ’n Rad ab – oder auch alle viere! Die Kinder und Schüler sollen lernen, sich abzugrenzen und im Leben zu behaupten – und sie sollen das angeblich dadurch lernen, dass sie sich wildfremden Menschen vollständig unterwerfen? Tschuldige, die Logik schaffe ich noch nicht so Recht! Aus meiner ganz persönlichen Sicht muss man sein Kind wirklich beschützen – aber nicht vor dem großen, bösen Mann, sondern vor der wahnsinnig durchgeknallten amtlichen Erziehungslogik!

    Ich kann mir gut vorstellen, Angela, wie du dich fühlst. Grenzen setzen, das ich nicht lache! Ich muss dem Kind meine Grenzen zeigen, falls es denn notwendig ist. Die eigenen zeigt ihm das Leben – wenn es denn welche gibt. Und zwischen mir und meinem Kind gibt es keine Grenzen …

    Danke für den Kommentar 🙂

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