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Philosophie in Sachen Wehen und Geburt

Geburtsdarstellung in Indien, 18. Jahrhundert. Gesehen bei Erna Huber, Hebamme

Geburtsdarstellung in Indien, 18. Jahrhundert. Gesehen bei Erna Huber, Hebamme

Ich hab ein bisschen über Philosophie nachgedacht. Und über Sinn. Fangen wir mit Einstein an.

Einsteins Imperativ war:

Man muss sich immer zwei Fragen stellen: Handelt es sich bei meiner Betrachtung um eine Denkgewohnheit oder um eine
Denknotwendigkeit?

Wenn Sie schwanger sind und kurz den Gedanken an Wehen und Geburt durch sich hindurch gleiten lassen: Ist die Vorstellung, dass Wehen und Geburt schmerzhaft sind eine Denknotwendigkeit oder eine Denkgewohnheit?

Und: Wenn Sie sich so sicher sind, dass Geburten schmerzhaft sind: Welche sichere Bedingung kennen Sie, die definitiv bei einer Geburt Schmerz auslöst? Ohne wenn und aber?

Mittlerweile hatte ich einige Gespräche mit Frauen, die sich den Film OrgasmicBirth angeschaut haben und danach regelrecht schockiert von der Idee waren, man könne beim Gebären einen Orgasmus haben.

Nimmt man aber mal all die Entrüstung weg und schaut nur darauf, was gemeint ist, bleibt im Grunde nur ein Satz übrig:

„Das kann ich mir nicht vorstellen!”

Aber sich etwas nicht vorstellen zu können bedeutet nicht, dass es das nicht gibt – oder glauben Sie, im Mittelalter hätte man sich vorstellen können, mit Autos zu fahren oder mit Flugzeugen zu fliegen?

Warum halten wir so sehr an dieser Vorstellung fest, Geburten sind schmerzhaft – das ist halt so!“ …?

Gehen wir von Einstein weiter zu Buddha. Hier heißt es:

„Verlangen ist die Quelle allen Schmerzes.”

Bereiten Sie sich auf die Geburt vor, um möglichst wenig Schmerz zu erfahren, oder um eine möglichst schöne Geburt zu erleben? Das wäre ein Begehren, oder? Wohin führt uns das jetzt?

Wenn ich mir einen Vorschlag erlauben darf:

Werfen Sie am besten alle Ihre Vorstellungen über Wehen und Geburt über Bord!

Sie sind eine Frau und Frauen bekommen Kinder. Das ist alles.

Es wird niemals eine Form geben, die Ihnen absolut sicher Schmerzen ersparen wird. Selbst ein Kaiserschnitt verlagert den Schmerz auf später. Und umgekehrt gibt es kein Gesetz, dass eine Geburt prinzipiell schmerzhaft verlaufen muss.

Ich glaube, die ganze Philosophie von Wehen und Geburt läuft auf nichts anderes hinaus, als sich auf das eigene Frau-Sein einzulassen und sich dem hinzugeben. Wie Sie das tun, ist Ihre persönliche Entscheidung. Es gibt eine Wahrscheinlichkeit, ein schöneres Geburtserlebnis zu haben, wenn Sie sich gut auf die Geburt vorbereiten – aber eine Garantie ist das nicht.

Erlauben Sie mir zum Abschluss noch ein Zitat des Biologen Dr. Herbert Fritsche:

„Die meisten Menschen verwechseln Normal mit Durchschnitt. Tatsache ist, dass das durchschnittliche Gebiss eines Europäers kariös ist, aber normal ist das nicht.”

Nur weil viele Frauen unter Schmerzen gebären, heißt das nicht, dass das normal ist.

Machen Sie sich frei vom kulturellen Denkballast hunderter Generationen vor Ihnen! Wenn Sie unbelastet und vielleicht auch gut vorbereitet in die Geburt gehen, warum sollten Sie da nicht auch ein wundervolles und schmerzfreies Geburtserlebnis haben können? Was sollte da dagegen sprechen? 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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