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Gut in Form in der Schwangerschaft

Grundsätzlich kann eine Schwangere jeden Sport betreiben.

Grundsätzlich kann eine Schwangere jeden Sport betreiben.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus! Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich in Fitnessstudios eher auf Ablehnung gestoßen bin, wenn ich nach Programmen für Schwangere gefragt habe. Und, ja, vielleicht braucht es gar kein spezielles Programm für Schwangere – aber wenigstens sollten sie doch willkommen sein. Irgendwie konnte ich mich nie des Eindrucks erwehren, viele Betreiber von Fitness-Studios fürchteten, dass eine Schwangere ihr Kind auf dem Laufband bekommt …

Jedenfalls war ich schon ein paar mal in Käfertal am Belladrom vorbei gefahren, Fitness für Frauen.

Na ja, wenn die die Schwangeren nicht wollen, dann will sie niemand,” hab ich mir gedacht und bin da rein gegangen. Am Ende stand ein hinreißendes und langes Gespräch mit der Inhaberin, Karin Pinz.

Bis zum letzten Tag vor der Geburt hab ich gearbeitet und meine Kurse in Step-Aerobic gegeben, und eineinhalb Wochen nach der Geburt hab ich mit der Arbeit wieder angefangen,“ sagt Karin mit entspannter Entschlossenheit und ich spüre, dass mir hier eine Unternehmerin gegenüber sitzt – durch und durch.

Meine Schwangerschaft war eine wunderbare Zeit – ich hab‘ sie sehr genossen. Ich glaube aber auch, dass man da nicht zuviel Gedöns drum machen muss. Schwangerschaft gehört zu einer Frau. Das ist ganz normal und absolut natürlich. Das Leben geht ganz normal weiter, die Arbeit geht ganz normal weiter, alles läuft ganz normal weiter. Vor der Geburt und danach.

Es macht großen Spaß, Ihr zuzuhören. Eine Frau, so Mitte bis Ende 30, schätze ich, frage aber natürlich nicht – man will ja nicht ungalant sein. Später lässt sie beiläufig ihr wirkliches Alter fallen und, na ja, wie soll ich sagen, staune nicht schlecht! Wir sitzen draußen im Eingangsbereich. Sie raucht ein Zigarettchen und – natürlich – kennt jede Frau, die rein kommt, persönlich und mit Namen. Ihr jüngste Kundin ist 16, ihre älteste 74 …

Natürlich hab ich während der Schwangerschaft nicht geraucht. Ich hab sofort damit aufgehört, als ich von meiner Schwangerschaft erfahren habe. Aber ansonsten hab ich genauso gegessen, wie vorher auch, meinen Sport gemacht, meine Arbeit. Zugenommen habe ich bis zur Geburt genau 8,5 kg. Da ich schon vor der Schwangerschaft mein Essen immer genau im Auge hatte, war das während der Schwangerschaft auch kein wirkliches Thema.

Und? Gibt es nun ein spezielles Programm für Schwangere? Oder wenigstens Tipps für Schwangere?

Ein spezielles Programm für Schwangere habe ich nicht – wozu auch? Ganz grundsätzlich können Schwangere alles machen. Wenn zu mir Frauen kommen, die schwanger sind, bitte ich zunächst um ein Attest ihres Arztes, ob eine Risikoschwangerschaft vorliegt. Wenn dem nicht so ist, kann sie alles machen. Radfahren finde ich persönlich in den letzten Wochen nicht so gut, weil sich dabei der Bauch gerne verhärten kann. Bauchübungen würde ich weg lassen und natürlich solche Übungen, die dem Pressen sehr ähnlich sind. Kleine Gewichte, dafür mehr Wiederholungen. Was ich für Schwangere sehr gut finde, ist Pilates … Wenn ich also weiß, dass keine Risikoschwangerschaft vorliegt, bespreche ich mit der Schwangeren, was sie gerne machen möchte, erarbeite mit ihr einen Trainingsplan, wir reden ein bisschen übers Essen und dann kann es losgehen – wie gesagt: Sie kann eigentlich alles machen.

Ist denn Fitness so wichtig? Während der Schwangerschaft?

Fitness ist immer wichtig. Es gibt einem viele Möglichkeiten, Highlights zu erfahren, das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Der Körper wird mit viel Sauerstoff versorgt, die zugeführte Nahrung wird besser verwertet und auch für die Partnerschaft, für die Beziehung ist Fitness wichtig. Das sollte man nicht unterschätzen. Grade, wenn der Bauch ein bissel größer geworden und man ein bissel aus der üblichen Form gekommen ist, hilft ein gutes Körpergefühl und entsprechende Fitness dabei, sich trotzdem wirklich gut zu fühlen.

Hebamme?

Ich habe mir mal eine Hebamme kommen und erklären lassen, worauf ich achten soll. Sie hat mir das richtige Atmen erklärt – da das aber auch zum Sport gehört, war das jetzt nicht sooo neu für mich. Ansonsten hatte ich kein Bedarf an Geburtsvorbereitung. Ich habe ein sehr gutes Körpergefühl, eine gesunde Einstellung zu Schwangerschaft und Geburt und war mir sicher, wenn ich auf mich höre, bei der Geburt, werde ich alles richtig machen. Die Geburt dauerte 5 Stunden … Nach der Geburt war ich allerdings froh, eine Hebamme zu haben, die mir geholfen hat, aus dem Tief zu kommen, in das ich nach der Geburt und wieder zu Hause gefallen war.“

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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