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Hebammen sind immer Frauen. Immer?

Hebammen sind Frauen, Entbindungspfleger sind Männer - beiden üben dennoch den gleichen Beruf aus.

Hebammen sind Frauen, Entbindungspfleger sind Männer - beiden üben dennoch den gleichen Beruf aus.

Hebammen sind immer Frauen. Immer? Ja, immer, denn Männer können keine Hebammen sein – höchstens Entbindungspfleger 😉 Das ist zwar der gleiche Beruf, aber eine andere Bezeichnung, weil „Hebamme“ per se feminin ist.

In Anlehnung an einen Artikel von Zeit Online, Männliche Hebammen, hatten wir neulich auf der Facebook-Page eine kleine Diskussion – ob frau sich das vorstellen kann, nicht von einer Frau, sprich Hebamme, sondern von einem Mann, sprich Entbindungspfleger, betreuen zu lassen. Wie steht’s da mit Ihnen? Wäre Ihnen das unangenehm, wenn ein Mann zu Ihnen nach Hause käme, um bei Ihnen im Bauch nach dem Rechten zu sehen? Und da hamwa jetzt noch gar nicht darüber gesprochen, wie das für die Herren der Schöpfung wäre, wenn eben keine Hebamme sondern ein echter Kerl zu Hause auftauchte – natürlich immer dann, wenn er auf Arbeit ist.

Ist eigentlich eine merkwürdige Frage, denn sehr viele Frauen gehen ja auch zu männlichen Frauenheilkundlern, sprich Gynäkologen. Warum ist das eigentlich was anderes? Sind Hebammen weniger, als Frauenärzte? Sind Männer die schlechteren „Schwangerschaftsbetreuer“ als Frauen? Und Frauen können keine Bagger bedienen …?

Ich persönlich finde es sehr schade, dass es nur selten Männer gibt, die sich für diesen Beruf interessieren – oder getrauen, ihn auszuüben. Es gibt aus meiner Sicht zwei wirkliche Kriterien, die für die Qualität von Hebammen oder Entbindungspflegern anzulegen sind: Ausbildung und Erfahrung! Ebensowenig wie Frauenärzte nur dann wirklich gute Frauenärzte sein können, wenn sie Frauen sind und ein Gefühl für den eigenen weiblichen Körper haben, können nur Hebammen gute Schwangerschaftsbetreuung oder Geburtshilfe leisten – schon deshalb, weil es nicht die Hebamme ist, die das Kind bekommt, sondern immer die Gebärende selbst!

Angeführt wird oft, Frauen verfügten über die bessere Intution in Schwangerschaftsfragen. Warum? Weil sie Frauen sind? Oder möglicherweise selbst schon Kinder bekommen haben? Hanne Fischer, die Hebamme über die ich hier neulich berichtet habe, sagt von sich selbst auch, die Geburt ihrer Kinder habe ihre Sicht auf den Beruf als Hebamme deutlich verändert. Und wer könnte das nicht nachvollziehen. Nur: ist sie dadurch als Hebamme besser geworden? Und ließe sich das messen?

Alle Menschen suchen in Extremsituationen vor allem Sicherheit – und es sind eben oft Männer, die einem ein größeres Gefühl von Sicherheit vermitteln können … zu Recht oder zu Unrecht, wer mag das sagen? Aber das Gefühl, sicher zu sein, geborgen, ist für die Geburt sehr wichtig …

Eine Frau auf die Geburt vorbereiten, kann ein Mann sicher genauso gut, wie eine Frau. Und ob ein Mann während einer Geburt schlechtere (Risiko-)Entscheidungen träfe, bleibt einfach mal dahingestellt.

Ich finde, dieser Beruf der Entbindungspflege könnte ein paar mehr Männer vertragen. Wer weiß, vielleicht würde das das Akzeptanzproblem der Hebammenleistungen in der Öffentlichkeit verändern … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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