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Nur mal so nachgedacht

Romarad, ein spezieller, in einem Rad eingehängter Hocker, der die Position der Gebärenden ziemlich frei einrichten lässt.

Romarad, ein spezieller, in einem Rad eingehängter Hocker, der die Position der Gebärenden ziemlich frei einrichten lässt.

Neun (oder mehr) von zehn Entbindungen finden in einer Klinik statt – ich glaube nicht, dass sich das jemals wieder umkehren lässt. Für die allermeisten Frauen gibt es zwei wesentliche Gründe, ihr Kind in einer Entbindungsstation zu bekommen: Sicherheit (= Medizin(er) in der Nähe) und Komfort (wer hat schon wirklich ein bisschen Ruhe, sein Kind zu Hause zu bekommen, wenn es oben drüber, unten drunter, rechts und links Nachbarn hat?). So fährt man halt zur Klinik, erledigt die Formalitäten, kommt in den Kreißsaal, kriegt sein Kind, wird/ist versorgt und geht wieder nach Hause – samt Kind. Was spricht dagegen? Nix!

Ich hab mir trotzdem überlegt, ob das nicht auch anders ginge.

Als erstes würde ich zwei Aspekte festhalten: Wir wollen Kinder und wir brauchen Kinder. Die allermeisten Paare wünschen sich Nachwuchs. Und die Gesellschaft ist darauf aufgebaut, dass es Nachwuchs gibt, so dass die Versorgung im Alter sichergestellt ist. Folglich gehört das Kinderkriegen und die damit verbundenen Kosten in die Steuertruhe. Zweitens ist Kinderkriegen natürlich. Weshalb also in die Krankenkassen integrieren? Sicher bestätigt sich eine Schwangerschaft in der Regel durch einen Besuch beim Frauenarzt – das ist ja gut so. Aber warum soll eigentlich die weitere Betreuung der Schwangeren beim Arzt verbleiben, da die Schwangere doch gar nicht krank ist?

Nein, richtiger, weil sinnhafter, gehört die Betreuung Schwangerer in die Hände derer, die damit seit vielen hundert Jahren beste Erfahrungen gesammelt haben: In die Hände von Hebammen. Man kann ja gerne eine Diskussion darüber führen, ob die Ausbildung von Hebammen dann vielleicht noch aufgewertet werden müsste, um dem hohen Sicherheitsbedürfnis Schwangerer zu entsprechen, aber das ist dann was anderes.

Die Entbindungsstationen würde ich lassen, sie aber als Profit-Center führen und dabei aus der allgemeinen Krankenhaushierarchie herausnehmen. Wichtig wäre in jedem Falle das Angebundensein an das Krankenhaus, so dass im Krisenfalle nur eine Tür aufgemacht werden muss und der Arzt schon da ist …

Prinzipiell würden die Entbindungstationen dadurch zu größeren und offiziellen Geburtshäusern – und da ich, wie schon gesagt, der Ansicht bin, die Betreuung der werdenden Mütter gehört in die Hände von Hebammen, die bei meinem Modell aus Steuermitteln bezahlt werden würden, müssten diese zertifizierten Hebammen natürlich auch in jedem dieser „offiziellen Geburtshäusern“ zugelassen sein – sprich, in jedem dieser Häuser belegen können.

Wieviel Wert legen wir als Gesellschaft darauf, wie unsere Kinder in die Welt kommen? Wäre es nicht sinnvoller, sich zuerst zu überlegen, unter welchen optimalen Voraussetzungen unsere Kinder in die Welt kommen, bevor wir uns die Hirne zu zermartern, wie wir sie erziehen?

Nur mal so nachgedacht … 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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