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Zu kurz gesprungen?

Je mehr Sie die Geburt planen und vorbereiten, desto sicherer und ruhiger werden Sie sein, wenn es denn losgeht.

Je mehr Sie die Geburt planen und vorbereiten, desto sicherer und ruhiger werden Sie sein, wenn es denn losgeht.

Es ist ganz erstaunlich: Auf der einen Seite sind es immer mehr Frauen, die Geburtsvorbereitung für gänzlich überflüssig halten – und auf der anderen Seite ballen sich immer mehr Anzeichen zu einer Gewissheit zusammen, dass das Wichtigste überhaupt, eine gute, wenn nicht sogar eine sehr gute Geburtsvorbereitung ist. Nicht zuletzt aus dem Lager der Neuroplastologen kommen überaus erstaunliche Forschungsresultate in Sachen Geburt, Hormone und geburtliche Voreinstellungen im Gehirn des Neugeborenen. Ich sprach darüber heute mittag mit Ubald Hullin, Psychologe in Stuttgart und freue mich darauf, in den nächsten Tagen ein paar wissenschaftliche Erkenntnisse von ihm hier veröffentlichen zu können.

Zeitgleich mit den Fortschritten in dieser Wissenschaft beschleunigt sich der Verfall der Geburtsvorbereitung – vor allem, weil es das Berufsbild der Hebammen kaum noch im öffentlichen Bewusstsein gibt. Auch der Vielbeachtete Hebammenprotest hat im Ergebnis eine Erhöhung der Leistungen von € 8 gebracht … unglaublich – und nur in diesem Zusammen zu verstehen, dass in der breiten Öffentlichkeit Geburt etwas medizinisches ist, das in ein Krankenhaus und in die Hände von Ärzten und Krankenschwestern gehört. Gemessen an den Erkenntnissen der Neuroplastizität bedeutet das, in Kauf zu nehmen, dass Kinder um bis zu 50% weniger Intelligenz entwickeln können, weil sie unter falschen Bedingungen zur Welt gekommen sind … ohne Not!

Ich sage Ihnen, was ich denke: Geburtsvorbereitung springt zu kurz! Schwangerschaft und Geburt sind Ereignisse, gerade wenn es ums erste Kind geht, die so fundamental sind, dass sich das mit nichts anderem vergleichen lässt. Wenn man also den Schwerpunktder Aufmerksamkeit nur auf die Vorbereitung der Geburt lenkt, ist das zwar schon mal ein Schritt vorwärts – in die richtige Richtung, wenn man so will – aber im Grunde springt das zu kurz!

Ich hab mir heute morgen (mal wieder) den Film Birth as we know it angeschaut – ein Film der eher die spirituellen Aspekte von Schwangerschaft und Geburt betrachtet. In diesem Film wird deutlich, wie wichtig es wäre, all die Probleme, die Frauen bis zu diesem Zeitpunkt in sich aufgehäuft haben, geheilt zu haben, so dass ein maximal wundervolles Geburtserlebnis stattfinden kann – das wiederum überaus wichtig sowohl für die Frau und ihrer Psyche als auch für das neugeborene Menschlein ist. Eine reine Geburtsvorbereitung kann das aber kaum leisten – dazu fehlt einfach die Zeit.

Wahrscheinlich müsste man schon viel früher ansetzen – viel früher und viel eindringlicher schon den Mädchen einen spezielleren Zugang zu ihrem Körper, zu ihrer Sexualität und zu ihrer ureigenen Spiritualität schaffen. Wir leben heute in Zeiten, die das archaische reine Überleben hinter sich lassen und sich anschicken kann, ein völlig neues Gesellschaftsmodell zu entwickeln. Es würde eine unbeschreibliche Veränderung sowohl unserer Gesellschaft als Ganzes, als auch der Lebensentwürfe und Lebensgesundheit des Einzelnen bedeuten.

Ok, vielleicht ist das noch zu visionär – aber immerhin könnten wir mit einer Intensivierung der Geburtsvorbereitung für eine natürliche, invasionsfreie und ungestörte Geburt beginnen … das wäre schon mal ein Anfang …!

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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