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Die Schwangere im Mittelpunkt?!?

Eine menschenwürdige Geburtshilfe stellt die Frau in den Mittelpunkt und übergibt ihr die Kontrolle. (Dr. Marsden Wagner)

Schwangere ganz entspannt // pregnant mom to be © Violetstar - Fotolia.com

Soweit die Vorstellung von Dr. Wagner – nur: Ist es das, was die meisten Frauen wollen? Die Verantwortung ganz bei sich? Ist es nicht eher so, dass viele – und täglich mehr – die Verantwortung für das Gebären in die Hände der Medizin(er) legen? Und wenn ja, verwundert das?

Immer mehr Frauen verzichten ganz auf die Geburtsvorbereitung. Zum einen haben sie keine Zeit dafür, zum anderen fehlt ihnen das Verständnis, wozu das gut sein soll. Und warum nicht gleich für einen geplanten Kaiserschnitt votieren?

Die gesellschaftliche Kultur spielt hier eine große Rolle und ich will nicht darüber urteilen, ob das gut oder schlecht ist. Aber ich frage mich: Wenn Schwangerschaft und Geburt etwas ganz Natürliches, etwas Selbstverständliches ist, warum ist dann die finanzielle Abwicklung von Schwangerschaft und Geburt bei den Krankenkassen angesiedelt? Schwangerschaft und Geburt sind doch keine Krankheiten, oder doch? Warum also nicht besser über die Sozialkassen abrechnen?

Die frauenzentrierte Geburt, wie sie von Marsden Wagner eingefordert wird, setzt voraus, dass (alle) Frauen die Veranwortung, was mit ihnen geschieht, zurück in ihre Hände haben wollen – nur, die Wirklichkeit spricht da scheinbar eine andere Sprache. Die einen gehen schon mal gar nicht zur Geburtsvorbereitung, die anderen wiederum halbherzig – und fragen sich, was das soll … statt mit Macht und von sich aus mehr wissen, mehr üben, sich besser vorbereiten zu wollen. Viele Hebammen klagen, dass nur die Leistungen bei ihnen abgefragt werden, die die Kassen bezahlen – und nicht mehr. Aber warum das denn? Ist eine wirklich gute Vorbereitung wirklich so egal? Spielt es eine so geringe Rolle, dass die meisten Frauen ein erheblich schöneres, intensiveres nach nachhaltigeres Geburtserlebnis haben könnten, als sie es aller Voraussicht nach haben werden? Ist ein Essen bei Mc Donalds soviel interessanter, als eine Zusatzleistung einer Hebamme? Hier, im Vorfeld der Geburt, wird schon viel Verantwortung aus der Hand gegeben.

Und dann kommen viele Frauen in die Klinik und unterwerfen sich widerspruchslos den dortigen Regeln – die sie weder kennen noch (daher) in Frage stellen. Aber Gynäkologen betrachten eine Geburt aus einer völlig anderen Perspektive als Hebammen! Ein Gynäkologe hat vor allem ein Krisenszenario und -Management vor Augen, eine Hebamme sieht die Geburt. Für eine Hebamme zum Beispiel, spielt die Dauer der Geburtsentwicklung eher eine sekundäre Rolle, für einen Mediziner eine ziemlich zentrale!

„Interessanterweise würden die meisten Ärzte ’normal‘ anders definieren, als Hebammen. Würden Sie einen Arzt und eine Hebamme fragen, ob eine Steißlage ‚normal‚ ist, würde die Hebamme eher ‚ja‘ sagen und der Arzt ’nein‚, da Ärzte typischerweise eine Steißlage als pathologisch begreifen.” (Dr. Marsden Wagner, Creating your Birth Plan)

Und auch der Wehenschreiber ist im Grunde überflüssig – ebenso wie der Wehentropf. Ja, schlimmer, es gibt glaubhafte Hinweise darauf, dass es gerade der Wehentropf ist, der das normale Hormongeschehen behindert und somit mit dafür verantwortlich ist, dass vielen Frauen ein schöneres Geburtserlebnis vorenthalten bleibt – da sich aber die wenigsten dafür zu interessieren scheinen, spielt das auch keine Rolle!

Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist es höchst bedauerlich, dass sich die Frauen im Allgemeinen die Geburt so aus der Hand haben nehmen lassen und sich so sehr an die Medizin anlehnen … aber, na ja, so ist das halt mal … Wer weiß, vielleicht ändert sich das ja mal wieder 🙂

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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