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Geburtsentwicklung – 1

Die Geburt verläuft in verschiedenen Phasen. Nichts desto trotz ist das, was es am meisten braucht, eben Zeit!

Die Geburt verläuft in verschiedenen Phasen. Nichts desto trotz ist das, was es am meisten braucht, eben Zeit!

Wenn Sie jetzt gerade schwanger sind, haben Sie sich sicher schon mit den verschiedenen Geburtsphasen beschäftigt – der Geburtsentwicklung.

Wussten Sie, dass man bis heute nicht weiß, was eigentlich die erste Wehe auslöst?

Wehen gibt es durchaus immer mal schon während der gesamten Schwangerschaft – das ist nicht ungewöhlich, nennt sich Braxton-Hicks-Kontraktionen … sind aber nicht gemeint. Gemeint ist die erste Wehe, die Wehe, die die eigentliche Geburt auslöst. Man weiß eine Menge über die Mechanik der zyklisch auftretenden Geburtswehen, wenn sie mal eingesetzt haben, aber, wie gesagt, was die erste auslöst, weiß man nicht. Man könnte fast den Eindruck haben, das Baby selbst entscheide, es sei jetzt soweit … .-)

Wenn die erste Wehe auftritt, werden Sie üblicherweise noch zu Hause sein. Vielleicht sogar alleine. Eine Wehe alleine, macht noch keinen Sommer. Entscheidend ist, ob sie Wehen haben, die zyklisch und fortlaufend auftreten. Wenn Sie eine Hebamme haben, ist das ein guter Zeitpunkt, sie anzurufen. Wenn nicht, ist es noch nicht allerhöchste Eisenbahn, zur Klinik zu fahren, aber es spricht nichts dagegen, sich langsam vorzubereiten. Warum? Na ja, wir leben in einem zivilisierten Land – da kann man nicht einfach in die Klinik reinspazieren und ein Kind kriegen – erst mal sind da ein paar Formalitäten zu erledigen und vielleicht sind sie nicht die einzige Frau, die an diesem Tag ein Kind zur Welt bringen will … 🙂

Mit der ersten richtigen Wehe ist die Geburtsentwicklung eröffnet und Sie befinden sich in Phase I.

Phase I kann sehr lange dauern – und soll (lange) dauern! Die Wehen erhöhen den Druck auf den Muttermund, sich zu öffnen und sorgen, zusammen mit der hormonalen Steuerung, für das sich Weiten und Öffnen des Körpers, so dass das Baby geboren werden kann.

Der Geburtskanal, also der Weg vom Uterus durch die Bodenöffnung des Beckens, ist ziemlich eng. Das Baby wird also auf seinem Weg ans Licht ziemlich gequetscht. Das ist kein Versehen der Natur. Vielmehr ist es nötig, um das Fruchtwasser aus den Lungen des Babys zu pressen und sie so auf das Atmen von Sauerstoff vorzubereiten.

Ebenso kann es nötig sein, dass sich der Schädel des Babys anpasst. Die Knochen des Babys sind ja noch ohne Kalk und deshalb auch noch flexibel. Der Schädel selbst ist ja nicht ein einziger Knochen, sondern besteht aus Platten, die später fest zusammenwachsen. Dadurch kann sich der kleine Kopf den jeweiligen Verhältnissen des Mutterkörpers anpassen – und auch diese Anpassung braucht Zeit.

Es ist sicher eine gute Idee, ein bisschen über die Dauer dieser Phase nachzudenken – und den Umstand in die Überlegungen einfließen zu lassen, dass keine zwei Frauen gleich sind. Alle menschlichen Körper bestehen aus den gleichen Einzelteilen, aber wie sie zusammenwirken, im Detail, das kann sich sehr erheblich voneinander unterscheiden. Wenn ich das richtig verstehe, gibt es in der Geburtshilfe einen (wenn auch nur sehr langsam voranschreitenden) Prozess in die Richtung, von strikten Zeitvorstellungen, wie lange eine bestimmte Geburtsphase dauern kann, wegzukommen und der natürlichen (Geburts-)Entwicklung mehr Raum zu lassen.

Das ist gut so, denn, nur um dieses Beispiel aufzugreifen, bei Kindern, die per Kaiserschnitt in die Welt kommen, ist das Risiko einer späteren Asthmaerkrankung deutlich erhöht und wir erinnern uns, dass die Enge des Geburtskanals eben dazu da ist, das Fruchtwasser aus den Lungen des Babys herauszupressen, was bei Kaiserschnittgeburten unterbleibt …

Genießen Sie die Zeit … 🙂

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